Spinners Rücktritt Kölns Präsident wollte angeblich jemanden entlassen - egal wen

Was steckt hinter dem Rücktritt von Kölns Präsident Spinner? Laut Vizepräsident Ritterbach gab es eine merkwürdige Forderung einer Entlassung - per Sprachnachricht. Spinner will es nicht so gemeint haben.

Werner Spinner
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Werner Spinner


Eigentlich läuft es beim 1. FC Köln derzeit gut: Die Mannschaft ist Tabellenführer der zweiten Liga und hat gute Chancen, in die Bundesliga zurückzukehren. Aber in dieser Woche sorgte der Rücktritt von Präsident Werner Spinner für Aufregung. Jetzt kommt hinzu, dass es zu den Hintergründen der Trennung zwei Versionen gibt: die von Spinner und die der Vize-Präsidenten Markus Ritterbach und Toni Schumacher. Und beide hören sich sehr unterschiedlich an.

Im Mittelpunkt steht eine mögliche Forderung Spinners nach einer Entlassung. Die Version der Vize-Präsidenten geht so: Spinner hatte angeblich vor dem Spiel gegen Ingolstadt (3. März, 2:1 für Köln) verlangt, dass nach der Partie entweder Trainer Markus Anfang oder die Geschäftsführer Armin Veh und Alexander Wehrle (Finanzen) gehen sollten. Das sagte Ritterbach der Kölnischen Rundschau und dem Bonner General-Anzeiger. Seinen Angaben nach hatte er das Interview zuvor mit seinem Amtskollegen Schumacher abgesprochen.

Markus Ritterbach
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Markus Ritterbach

Ritterbach sagte, dass Spinner sich am letzten Februarwochenende aus dem Skiurlaub per Sprachnachricht gemeldet und seine Forderung zum Ausdruck gebracht habe. "Wen es treffen sollte, wollte er Toni und mir überlassen", berichtete Ritterbach von den Wünschen des Präsidenten. Spinner hätte die Forderung allerdings "nicht nachvollziehbar" begründet. "Es war klar, dass Toni und ich dieser Forderung nicht nachkommen konnten und wollten", so Ritterbach.

Spinner: "Es ging mir nicht um eine Entlassung"

Auch Spinner hat sich inzwischen zu der Sprachnachricht geäußert. Er stellt Inhalt und Absicht dieser Mitteilung im "Kölner Stadt-Anzeiger" allerdings ganz anders dar: "Es ging mir nicht um eine Entlassung, selbst wenn das Wort gefallen ist, sondern darum, eine Debatte anzustoßen", sagte der 70-Jährige.

Zudem habe er lediglich Veh und nicht auch Wehrle zur Disposition gestellt. Seine Überlegungen rechtfertigte Spinner mit Erfahrungen aus der vergangenen Abstiegssaison (2017/2018). Er bezog sich auf Probleme in der sportlichen Führung des Klubs vor dem Rücktritt von Vehs Vorgänger Jörg Schmadtke.

Ritterbach aber sagt: "So eine Situation wie damals haben wir aktuell nicht." Nach seinen Aussagen wurde mittlerweile eher der Präsident selbst zum Problem. Trotz Spinners "positiver Bilanz und Verdienste" während seiner siebenjährigen Amtszeit hätte sich Kölns Ex-Boss laut Ritterbach "in den Gremien isoliert": "Das Vertrauen war endgültig weg."

Durch die unterschiedlichen Darstellungen der Ereignisse dürfte der Rücktritt Spinners den Verein nun weiter beschäftigen - trotz des sportlichen Erfolgs.

aev/sid

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