14. Bundesliga-Spieltag Deisler führt Bayern zum Sieg

Monatelang musste er verletzt aussetzen, heute war er der Matchwinner: Sebastian Deisler bereitete beim Triumph des FC Bayern in Hamburg alle Treffer der Gäste vor. Auch Werder Bremen siegte. Hannover 96 feierte den ersten Heimerfolg seit mehr als acht Monaten.


Hamburg - Mit seiner Einwechslung kam die Wende. Zur Halbzeitpause lag der FC Bayern in Hamburg noch 0:1 zurück, dann brachte Trainer Felix Magath Sebastian Deisler. Der Mittelfeldspieler, der nach seiner fünften Knieoperation zuletzt acht Monate aussetzen musste, dankte es dem Trainer mit zwei Torvorlagen. Zunächst legte er für Roy Makaay auf (56.), 22 Minuten später bereitete er Claudio Pizarros Treffer vor. Rafael van der Vaart hatte den HSV per Foulelfmeter in Führung gebracht (18.).

Trotz der 1:2-Niederlage will Hamburgs Trainer Thomas Doll weiter im Amt bleiben. "Alles in allem war das ein sehr enttäuschender Nachmittag", gestand Doll dennoch. Die Bayern (Magath: "Letztendlich haben wir verdient gewonnen") bleiben mit 27 Punkten an Tabellenführer Schalke (29) dran - ebenso wie Werder Bremen.

Das Team von Trainer Thomas Schaaf bezwang drei Tagen nach dem 1:0-Sieg gegen den FC Chelsea Arminia Bielefeld ohne Probleme 3:0 (2:0). Miroslav Klose (29./45.) und der eingewechselte Aaron Hunt (75.) erzielten die Treffer. Bremen ist mit 28 Punkten nun Tabellenzweiter. "Kämpferisch war meine Mannschaft vom ersten Moment an da", sagte Schaaf. "Ich bin aber auch froh, dass wir jetzt in der kommenden Woche einmal durchpusten können. Insgesamt muss man sagen, dass wir eine tolle Woche gehabt haben." Arminia-Trainer Thomas von Heesen musste zugeben, am Ende "auch in dieser Höhe verdient verloren zu haben".

Hertha BSC Berlin rang im Olympiastadion Alemannia Aachen 2:1 (1:1) nieder. "Wir können das Selbstvertrauen nach dem Sieg gut für die nächsten zwei schweren Spiele gegen Bremen und Leverkusen gebrauchen", sagte der Berliner Trainer Falko Götz. Sein Gegenüber Michael Frontzeck sprach von einer "unglücklichen Niederlage". Aachens Stürmer Sascha Rösler zog sich in der 81. Minute eine schwere Fußverletzung zu und wurde mit Verdacht auf Fußbruch in ein Berliner Krankenhaus gebracht. Marko Pantelic mit seinem neunten Saisontor brachte die Herthaner in Führung (41.), kurz vor dem Pausenpfiff erzielte Matthias Lehmann den Ausgleich für Aachen. Ashkan Dejagahs Kopfballtreffer (62.) sorgte dafür, dass Hertha mit nun 24 Punkten Rang fünf belegt.

Zwei Plätze dahinter rangiert Borussia Dortmund: Ebi Smolarek sicherte dem BVB den elften Auswärtspunkt in der laufenden Saison: Der Pole war in der 79. Minute zum 1:1 (0:1) bei Eintracht Frankfurt erfolgreich. Vor 51.500 Zuschauern erzielte der griechische Nationalspieler Sotirios Kyrgiakos (38.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor das Führungstor der Eintracht. "Wir hatten in der ersten Halbzeit drei hundertprozentige Torchancen und bekommen dann so ein Gegentor. Da haben wir naiv verteidigt", sagte BVB-Trainer Bert van Marwijk.

Mainz im zwölften Spiel in Folge ohne Sieg

Ein Treffer von Vahid Hashemian in der 75. Minute genügte Hannover 96, um den Heimkomplex zu beenden und sich dadurch ein weiteres Stück von der Abstiegszone abzusetzen. Die Niedersachsen feierten beim Sieg gegen den FSV Mainz ihren ersten Dreier vor eigenem Publikum seit dem 18. März dieses Jahres. 96-Trainer Dieter Hecking war zufrieden: "Ich hoffe, wir haben den 18. März aus dem Kalender gestrichen. Jetzt müssen wir weiter Heimsiege feiern." Mainz dagegen blieb auch im zwölften Punktspiel in Folge ohne Sieg. "Das war heute ein hartes Brot für uns", sagte FSV-Trainer Jürgen Klopp.

Der VfL Wolfsburg konnte mit viel Mühe seine Positivserie fortsetzen. Die "Wölfe" kamen gegen den 1. FC Nürnberg zwar nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus, blieben aber dank des Ausgleichstreffers von Juan Carlos Menseguez (74.) bereits im achten Spiel in Folge ungeschlagen. Die Nürnberger, die durch Iwan Sajenko bereits in der siebten Minute in Führung gegangen waren, bleiben dagegen die "Remis-Könige" der Liga und spielten beim insgesamt neunten Unentschieden bereits zum siebten Mal 1:1. Nürnberg (18 Punkte) verpasste es außerdem, am Tabellennachbarn aus Wolfsburg (19) vorbeizuziehen. "Das war heute ein sehr korrektes Remis. Es war sicherlich nicht, was einen neutralen Zuschauer von den Sitzen reißt", sagte "Club"-Coach Hans Meyer.

pav/sid

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