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11. Dezember 2005, 19:23 Uhr

16. Bundesliga-Spieltag

Bayern vorzeitig Herbstmeister

Der FC Bayern München hat sich einen Spieltag vor Ende der Vorrunde die Herbstmeisterschaft gesichert. Der Sieg über Kaiserslautern war aber glanzlos. Werder Bremen gab sich auch in Köln keine Blöße und verschlimmerte die Krise des FC.

Hamburg - Michael Ballack (26. Minute) mit einem Kopfballtreffer und Roy Makaay per Foulelfmeter (54.) sorgten für die Tore der Bayern beim 2:1 (1:1)-Sieg über Kaiserslautern. Für die bis dahin harmlosen Pfälzer hatte Boubacar Sanogo zum zwischenzeitlichen Ausgleich (38.) getroffen. Kaiserslautern war zudem im Pech, denn Mittelfeldspieler Ervin Skela scheiterte mit einem Foulelfmeter an Münchner Schlussmann Oliver Kahn.

Der Sieg des Meisters gegen die "Roten Teufel" war zwar knapp, aber verdient. Während die Bayern nunmehr ihre acht Heimspiele in dieser Saison gewonnen haben und mit vier Punkten Vorsprung vor dem Hamburger SV vor der Winterpause nicht mehr von der Tabellenführung zu verdrängen sind, setzte der FCK seine Negativserie auch unter dem neuen Trainer Wolfgang Wolf fort.

Bereits seit zwölf Spielen warten die Pfälzer auf ein Erfolgserlebnis, die letzten vier Begegnungen verlor der Tabellenletzte allesamt und steht damit vor den beiden abschließenden Heimspielen in diesem Jahr gegen Eintracht Frankfurt (Mittwoch) und den VfL Wolfsburg (Samstag) gehörig unter Druck.

Für die Bayern ist der Gewinn der Herbstmeisterschaft dagegen ein gutes Omen: In den 14 Spielzeiten, in denen die Bayern nach der Hinrunde ebenfalls Tabellenführer waren, wurden sie 12 Mal Meister. "Wenn man einen Spieltag vor Ende als Herbstmeister feststeht, ist das eine tolle Sache", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß, der aber eingestand, "dass wir uns heute sehr schwer getan haben, weil Lautern mit elf Mann hintendrin stand. Solche Spiele muss man gewinnen und abhaken."

Denn die Bayern zeigten keine berauschende Vorstellung, dennoch waren sie jederzeit Herr im Hause. Vor allem hatte das Team von Felix Magath ein klares Plus an Torchancen. Ballack, Martin Demichelis, Philipp Lahm oder Ze Roberto zielten jedoch zu ungenau oder scheiterten am guten FCK-Keeper Jürgen Macho. Lautern war im zweiten Spiel unter Wolf zu vorsichtig, um die Münchner ernsthaft in Gefahr zu bringen. Lediglich in punkto Einstellung konnte man dem Schlusslicht keinen Vorwurf machen.

Bayern-Trainer Felix Magath war trotz der mäßigen Vorstellung seines Teams versöhnlich: "Nach dem 2:1 war es klar, dass man am Ende einer harten Vorrunde das Ergebnis nur noch verwaltet. Das haben wir souverän gemacht." Lauterns Coach Wolf analysierte das Spiel mit gemischten Gefühlen: "Die Mannschaft hat das umgesetzt, was ich vorgegeben habe. Dennoch bin ich natürlich nicht zufrieden. Ich hätte mir gewünscht, dass wir den Elfmeter reingemacht hätten. Dann hätte es 2:2 gestanden, und wir hätten noch Konterchancen bekommen."

Klose trifft und trifft

Im zweiten Sonntagspiel kam Werder Bremen beim 1. FC Köln zu einem überzeugenden 4:1 (1:1)-Erfolg. Die Kölner Führung durch Imre Szabics (24.) egalisierte Naldo per Freistoß (34.). Nationalstürmer Miroslav Klose erhöhte auf 2:1 für Werder (50.), der Franzose Johan Micoud sorgte für das 3:1 (89.). Kloses 16. Saisontreffer bedeutete in der Nachspielzeit den Endstand.

"Nach dem Erfolg gegen Athen weiterzumachen, hat die Mannschaft gut umgesetzt", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, gab aber zu: "Wir haben lange warten müssen, bis es so klar wurde."

Vier Tage nach der Galavorstellung in der Champions League (5:1 Athen) hatten die Bremer nämlich beim stark ersatzgeschwächten Aufsteiger zunächst Probleme. Vor allem Szabics sorgte immer wieder für Unruhe in der Bremer Hintermannschaft, allerdings war in der 30. Minute seine Heimpremiere wieder beendet. Mit einer Oberschenkelverletzung musste der 24-Jährige ausgewechselt werden. Damit verschlechterte sich die ohnehin angespannte Personalsituation der Kölner weiter. Insgesamt neun Spieler, darunter auch die gesperrten Nationalspieler Lukas Podolski und Alpay, standen Trainer Uwe Rapolder nicht zur Verfügung.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit drückten die Bremer aufs Tempo und stellten den Sieg dann sicher.

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