Gescheiterte Verhandlungen 1860-Präsidium tritt geschlossen zurück

Chaos bei 1860 München: Die Führungsriege des TSV tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Als Grund gibt der Zweitligist die gescheiterten Verhandlungen mit Investor Hasan Ismaik an.

(Ex-)Präsident Gerhard Mayrhofer (Archivbild): "Keine Einigkeit über den Weg zurück in die Erfolgsspur"
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(Ex-)Präsident Gerhard Mayrhofer (Archivbild): "Keine Einigkeit über den Weg zurück in die Erfolgsspur"


Das Präsidium des Fußball-Zweitligisten 1860 München und die Vereinsvertreter im Beirat sind geschlossen zurückgetreten. Das gab Präsident Gerhard Mayrhofer am Freitagabend bekannt.

Als Grund nennt der Verein die gescheiterten Verhandlungen mit Investor Hasan Ismaik. Am Nachmittag hatten die "Löwen"-Verantwortlichen wegen der intensiven Gespräche die für Sonntag geplante Mitgliederversammlung noch kurzfristig abgesagt.

"Wir bedauern sehr, dass es trotz zahlreicher Gespräche der letzten Tage nicht gelungen ist, Einigkeit darüber zu erzielen, wie der TSV 1860 München wieder zurück auf die Erfolgsspur kommen kann", erklärte Mayrhofer. Man habe bis zuletzt versucht, "unter hohem persönlichem Einsatz aller Beteiligten und enormem Erwartungsdruck der Öffentlichkeit zu einer überzeugenden Lösung im Sinne des Vereins und der Löwenfans zu kommen".

Gelungen ist das nicht. Der Münchner Traditionsverein, der erst in der Relegation gegen Holstein Kiel den Abstieg in die dritte Liga verhindert hatte, steht nun kurz vor dem Trainingsstart seiner Profis ohne Führung da.

Das Ende kam abrupt. Stunden vor der Rücktrittsbekanntgabe hatte die nun abgetretene Vereinsführung noch betont, dass man derzeit nicht abschätzen könne, wie lange die Verhandlungen mit dem jordanischen Investors Ismaik noch dauern würden - im Gespräch war offenbar auch dessen Ausstieg. Damit verbunden waren Spekulationen über einen anschließenden Einstieg von Meistertrainer Felix Magath

Der 38 Jahre alte Ismaik hatte vor vier Jahren 60 Prozent der "Löwen"-Anteile erworben (davon 49 Prozent stimmberechtigte). Rund 50 Millionen Euro soll der Investor bislang in den Traditionsclub gesteckt haben, Ziel bei seinem Antritt war die rasche Rückkehr in die Bundesliga.

sun/dpa/sid



insgesamt 14 Beiträge
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Trainspotter 20.06.2015
1. Ismaik
Auch wenn ich absolut gegen Investoren wie Ismaik bin, so ist doch absolut nachvollziehbar, warum er nicht von seiner Position abweicht. Er hat sehr viel Geld in den Club gesteckt und man hat nichts damit gemacht, außer es zu verschwenden. Selbst als Bayern Fan hat man inzwischen Mitleid mit den 60ern.
valmorphanize 20.06.2015
2. wo
sind denn diese 50 Mio. konkret? Ein Verwendungsnachweiß dazu wäre mal sehr spannend
jgwmuc 20.06.2015
3. Chaos
Es gibt einen Klub in Deutschland der sogar das Chaos beim HSV übertrifft - 1860 München und das mit Erfolg schon seit 15 Jahren. Gratulation
ge1234 20.06.2015
4. Im Sinne des Vereins...
... ist bei den anderen Giesingern schon die letzten 40 Jahre nichts mehr passiert. Fatale Managemententscheidungen (Beteiligung an der Allianz-Arena, "Scheichbeteiligung" etc.) sowie Profilierungssucht und Vorteilsnahme der jeweiligen Präsidenten haben den Verein dorthin geführt, wo er jetzt steht: Am Rande des Abgrunds. Mit Dieter Schneider wurde der einzige vernünftige Präsident, der den Verein mittel- bis langfristig zurück in die Erfolgsspur hätte führen können, abgesägt.
Eppelein von Gailingen 20.06.2015
5. Wer will in dem ewig zerstrittenen Verein die Führung und Verantwortung übernehmen
Die alten üblen Wurzeln gehören auf ein Abstellgleis, von wo aus sie nicht mehr intervenieren können. Das sind doch Chaotenverhältnisse bei 1860. Das hatte bereits Wildmoser auf die Palme gebracht. Geld hineinstecken und ständig Eisenbahnschwellen in die Beine geworfen bekommen. Es ist unverständlich, warum gerade in so einem Traditionsverein die Querulanten nicht an die frische Luft befördert werden. Der Felix Magath wird sich von 60 sein Nervenkostüm bestimmt nicht ruinieren lassen. Eine seit fast 50 Jahren notwendige Totaloperation könnte den Verein neu aufstellen, wenn verkalkte Vereinsmeier entfernt werden.
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