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16. April 2013, 12:36 Uhr

Fußball-Zweitligist

1860 verlängert mit Trainer Schmidt und Sportchef Hinterberger

Das wird Hasan Ismaik gar nicht gefallen: 1860 München hat mit Trainer Alexander Schmidt und Sportchef Florian Hinterberger verlängert. Dabei hatte sich der jordanische Investor zuletzt vehement gegen eine weitere Zusammenarbeit mit den beiden ausgesprochen. Nun kündigte er Konsequenzen an.

Hamburg - Die Beziehung zwischen Geldgeber Hasan Ismaik und 1860 München wird vor eine weitere Belastungsprobe gestellt. Trotz wiederholter öffentlicher Kritik von Seiten des Investors möchte der Fußball-Zweitligist die kommende Saison mit Sportdirektor Florian Hinterberger und Trainer Alexander Schmidt angehen. "Mit dieser Entscheidung gehen wir unseren vernünftigen Weg konsequent weiter", wird "Löwen"-Geschäftsführer Robert Schäfer auf der Vereins-Homepage zitiert.

"Einmal Löwe, immer Löwe", sagte Florian Hinterberger: "Ich war hier Spieler, bin hier aufgestiegen und habe schon als Trainer gearbeitet. Sportchef bin ich jetzt seit über zwei Spielzeiten. Ich kenne den Verein von allen Seiten." Seit Mai 2011 ist der 54-Jährige für die sportliche Leitung der 1860-Profis verantwortlich, Schmidt ist seit November 2012 Cheftrainer des Lizenzkaders.

Mit den Vertragsverlängerungen setzt der Club demonstrativ auf einen Konfrontationskurs zum Jordanier Ismaik, der sich zuletzt deutlich für die Ablösung von Hinterberger ausgesprochen und einen Strategiewechsel gefordert hatte.

Der Jordanier ließ nach den Vertragsverlängerungen über seinen Anwalt Michael Scheele verlauten: "Er bittet nachhaltig zu verstehen und zu akzeptieren, dass die nun unweigerlich auf die Vereinsführung zukommenden Konsequenzen ausschließlich von der Vereinsführung zu verantworten sind." Er halte das Handeln des Vereins für eine "überflüssige Provokation", hieß es. "Es dürfte nicht weiter verwundern, wenn dies schwerwiegende Konsequenzen zum Nachteil des Vereins provoziert."

Ismaik hatte den Traditionsverein vor zwei Jahren mit seinem millionenschweren Einstieg vor einer Insolvenz bewahrt, seit einiger Zeit erhält die Verbindung jedoch immer mehr Risse. Nachdem der Zweitligist die im Rahmen eines Dreijahresplanes verabredeten Millionenbeträge einfordert hatte, schaltete der Jordanier eine Münchner Anwaltskanzlei ein.

psk/dpa

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