19. Bundesliga-Spieltag HSV punktet in Leverkusen, Hertha düpiert Stuttgart

Punkteteilung im Spitzenspiel: Der Hamburger SV hat sich ein Remis bei Bayer Leverkusen erkämpft. Eine erneut enttäuschende Vorstellung bot der Deutsche Meister in der Partie gegen Hertha BSC. Sturm-Riese Jan Koller traf am 19. Spieltag für Nürnberg - dennoch blieb der "Club" sieglos.


Hamburg - Leverkusen und der HSV trennten sich 1:1, Meister VfB Stuttgart unterlag Hertha BSC Berlin 1:3. Der VfL Wolfsburg kam zu einem 2:1 gegen Schlusslicht MSV Duisburg, während sich Bochum und Cottbus 3:3 trennten. Ebenfalls unentschieden endeten Hannover gegen Karlsruhe (2:2) und Nürnberg gegen Rostock (1:1). Morgen stehen sich in den Sonntagspartien Bayern und Bremen sowie Dortmund und Schalke gegenüber (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). In Leverkusen verteidigte Bayer durch das Remis dank des besseren Torverhältnisses den dritten Tabellenplatz vor dem punktgleichen HSV. Dabei sah es lange Zeit nach einem Erfolg der Norddeutschen aus. In der ersten Hälte dominierten sie die Partie in der BayArena, Folge war die Führung in der 28. Minute: Spielmacher Rafael van der Vaart lenkte das Leder mit der Fußspitze vorbei an Bayer-Schlussmann René Adler.

In der zweiten Halbzeit wachten die Leverkusener auf und machten Druck. Verteidiger Manuel Friedrich gelang nach einem Eckball das 1:1 per Kopfball (60.). Danach durften sich die Hamburger vor allem bei Torhüter Frank Rost bedanken. Mehrfach rettete dieser mit glänzenden Paraden dem HSV einen Punkt.

"Beide Mannschaften haben sehr attraktiven Fußball geboten, mit sehr vielen Chancen. Die Fans können sehr zufrieden sein. Leider profitieren andere davon, dass Leverkusen und wir nur 1:1 gespielt haben", sagte HSV-Trainer Huub Stevens.

Der Deutsche Meister VfB Stuttgart hat eine Woche nach der 1:4-Pleite auf Schalke den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen: Gegen Hertha BSC Berlin unterlagen die Schwaben im Gottlieb-Daimler-Stadion 1:3 (1:2). Zwei Tore von Stürmer Marko Pantelic (7./45.) sowie ein Treffer des brasilianischen Zugangs Raffael (49.) besiegelten die Niederlage der Stuttgarter. Nationalspieler Mario Gomez hatte in der 40. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. In der 81. Minute verlor der VfB Innenverteidiger Matthieu Delpierre durch eine Gelb-Rote Karte. Die Hertha erholte sich mit dem Sieg von der 0:3-Heimniederlage in der vergangenen Woche gegen Frankfurt.

Torregen in Bochum

Den zweiten Sieg in Folge verpasste der VfL Bochum. Das Team von Trainer Marcel Koller trennte sich eine Woche nach dem Sieg in Bremen von Energie Cottbus 3:3 (2:1). Kristian Ipsa mit einem Eigentor (7.) und Stanislav Sestak mit seinem neunten Saisontreffer (42.) brauchten Bochum 2:0 in Führung. Noch vor der Pause verkürzte Michal Papadopoulos für Energie. VfL-Angreifer Benjamin Auer stellte den alten Abstand wieder her (68.). Nach einem großen Schnitzer des Bochumer Schlussmanns Jan Lastuvka konnte der Cottbuser Mittelfeldspieler Ervin Skela erneut verkürzen.

Danach wackelten die Bochumer in der Abwehr, Zugang Branko Jelic nutzte die Unsicherheit und erzielte das 3:3. Cottbus-Trainer Bojan Prasnikar war fast zufrieden: "Ich kann meinen Spielern nur gratulieren. Nach einem 1:3 noch zurückzukommen, ist sehr gut. Wir müssen aber auch auf die Verteidigung schauen. Wir haben in letzter Zeit einfach zu viele Tore kassiert."

Der Karlsruher SC ist nach dem 2:2 (0:1) gegen Hannover weiter der mit Abstand beste Aufsteiger. Hannover ging kurz vor dem Abpfiff einer schwachen ersten Hälfte durch einen Kopfballtreffer von Hanno Balitsch in Führung (44.). In der 61. Minute köpfte KSC-Stürmer Joshua Kennedy den Ausgleich, ehe Tamas Hajnal nur zwei Minuten später sogar auf 2:1 für die Gäste erhöhte. Hannover kam allerdings noch einmal zurück: Mittelfeldspieler Jan Rosenthal schoss in der 87. Minute den schmeichelhaften 2:2-Ausgleichstreffer.

Kurz vor dem Ende verweigerte Schiedsrichter Knut Kircher einem Kopfballtreffer von 96-Stürmer Mike Hanke die Anerkennung. Das brachte Hecking auf die Palme: "Wenn da nicht vorher zwei Minuten lang Tumult im Strafraum gewesen wäre, hatte der Schiedsrichter die Szene nicht abgepfiffen", so Hecking. Sein Gegenüber Ede Becker sprach von einem "vor allen in der zweiten Halbzeit gutem Bundesligaspiel mit viel Dramatik in der Schlussphase. Nach unserem Ausgleich haben wir ein sehr gutes Spiel gezeigt. Ich muss der Mannschaft nur vorwerfen, dass sie ihre hochkarätigen Chancen zum 3:1 nicht genutzt hat."

Das Kellerduell zwischen dem 1. FC Nürnberg und Hansa Rostock endete ebenfalls ohne Sieger. In seinem zweiten Spiel für den Club erzielte Stürmer Jan Koller, der in der Winterpause vom AS Monaco gekommen war, zwar seinen ersten Treffer. Der Tscheche köpfte den Ball in der 19. Minute nach einem tollen Pass des Mittelfeldspielers Jan Kristiansen zum 1:0 ein. Doch das reichte nicht für einen Sieg. Rostocks Defensivkraft Christian Rahn sorgte noch vor der Pause mit einem Heber für den 1:1-Ausgleich.

In der zweiten Hälfte fiel beiden Teams nicht mehr viel ein, so dass der Treffer des ehemaligen Nationalspielers auch gleichzeitig den Endstand bedeutete. "Wenn man zu Hause gegen einen direkten Konkurrenten Punkte verschenkt, kann man von einer deutlichen Verschlechterung der Lage sprechen", so Club-Trainer Hans Meyer: "Ich sage aber nicht, dass das heute der Abstieg war".

Der MSV Duisburg bleibt nach dem 2:1 (1:1) beim VfL Wolfsburg am Ende der Tabelle. Dabei gingen die Gäste überraschend in Führung. Stürmer Claudiu Niculescu erzielte mit einem sehenswerten Distanzschuss das 1:0 für den MSV (26.), Wolfsburgs Verteidiger Marcel Schäfer traf allerdings noch vor dem Pausenpfiff zum Ausgleich. Bei seinem Schuss aus 20 Metern sah Duisburgs Torhüter Sven Beuckert nicht gut aus. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Wolfsburg dann kurzzeitig den Druck, Stürmer Grafite erzielte den 2:1-Siegtreffer für die Mannschaft von Felix Magath (54.), die trotz des Sieges nicht überzeugte.

mig/pav



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Seite 1
MOUXIN 28.01.2008
1.
Zitat von sysopZaubern, tricksen, Tore schießen: Ob Diego, van der Vaart, Ribéry oder Toni - die Bundesliga hat in dieser Saison jede Menge zu bieten. Wer ist für Sie der aktuell beste Profi?
Die ersten Plätze haben: Ribery, Klose, Toni, Ze Roberto, Lucio, Jansen, Sosa, Lahm, Kahn, Schweinsteiger und Altintop. Wobei ich mir nicht ganz sicher über die Reihenfolge bin. ;-) Bis bald (morgen geht´s wiedr los, oder?),
lentri, 28.01.2008
2.
Zitat von sysopZaubern, tricksen, Tore schießen: Ob Diego, van der Vaart, Ribéry oder Toni - die Bundesliga hat in dieser Saison jede Menge zu bieten. Wer ist für Sie der aktuell beste Profi?
Ich hätte in der Aufzählung mindestens noch Klose und Schneider genannt als Quotendeutsche quasi. Bester ist natürlich Diego (sagt auch der Kicker nach Benotung und nach Scorerpunkten) vor Klose (mit Klose aber ohne Toni wäre Bayern auch oben umgekehrt sehe ich es nicht so) und Adler. Dann balgen sich Schneider, Ribery und Enke um die weiteren Topplätze. vdV ist ohne Zweifel ein überdurchschnittlicher Spieler aber er profitiert auch von dem Hype um ihn und seine Frau (Beckham/Posh der Buli). Hat aber nicht die Klasse von Klose/Diego. Vor Toni sind noch einige Andere.
le67 28.01.2008
3.
Zitat von lentriIch hätte in der Aufzählung mindestens noch Klose und Schneider genannt als Quotendeutsche quasi. Bester ist natürlich Diego (sagt auch der Kicker nach Benotung und nach Scorerpunkten) vor Klose (mit Klose aber ohne Toni wäre Bayern auch oben umgekehrt sehe ich es nicht so) und Adler. Dann balgen sich Schneider, Ribery und Enke um die weiteren Topplätze. vdV ist ohne Zweifel ein überdurchschnittlicher Spieler aber er profitiert auch von dem Hype um ihn und seine Frau (Beckham/Posh der Buli). Hat aber nicht die Klasse von Klose/Diego. Vor Toni sind noch einige Andere.
.. und ich dachte, ich wäre allein mit dieser Meinung :) Es wurde viel von Toni geschrieben, der Mann mit Torgarantie. Dabei ist seine Scorer-Quote schlechter als Klose. Er ist ein typischer Abstauberstümer mit begrenzter technische Fähigkeiten, während Klose ein spielender Stürmer ist. Wobei ich Klose nicht unbedingt als Weltklasse bezeichnen würde (weil er nicht konstant genug ist). Wieso aber Toni neben Ribery als Superstars aufzuzählen ist, ist mir schleierhaft. Ich würde Toni sogar nicht stärker als z.B. Gomez (wenn er gesund ist) oder Makaay einstufen.
nephrom 29.01.2008
4.
Spielerisch ist Toni ohne Frage schlechter als Klose, sieht man ja auch an den Torvorlagen und der Quote. Was Toni aber ausmacht, ist die Fähigkeit, wichtige Tore zu schießen, insbesondere das 1:0. Klose dagegen taucht in engen Situationen öfter mal ab. Sonst ist aus meiner Sicht Diego der stärkste, VdV hat als Spielmacher zu große Defizite, Ribery ist zu uneffektiv. Schneider hat dagegen in einer solchen Aufzählung zu diesem Zeitpunkt nichts verloren. Er hat zwar eine hervorragende letzte Saison gespielt, diese Hinrunde ist aber nicht zu bewerten. Um nicht nur Offensivspieler zu betrachten: Bei den Torhütern sehe ich genau wie lentri Adler und Enke vorn - aber nur, weil sich Miller vom KSC früh in der Saison verletzt hatte. Vor seiner Verletzung war er mit den beiden auf einer Stufe. Bei den Innenverteidigern sind die üblichen Verdächtigen bisher die Besten: An Bordon, Mertesacker und Demichelis kommt keiner vorbei. Dicht dahinter folgen dann Eggimann und Kompany. Von den Außenverteidigern ist mir eigentlich keiner so richtig im Gedächtnis hängengeblieben, Castro und Vidal (wenn er nicht im defensiven Mittelfeld gespielt hat) von Leverkusen waren wohl so die stärksten aus meiner Sicht. Hier ist auf jeden Fall noch viel Potential vorhanden (Pander, Janßen, Lahm, Fritz...).
lentri, 29.01.2008
5.
[QUOTE=le67;1895084Ich würde Toni sogar nicht stärker als z.B. Gomez (wenn er gesund ist) oder Makaay einstufen.[/QUOTE] Sie haben recht. Nach den von mir genutzten Kriterien - aktuelle Benotung pro Spiel, aktuelle Scorerpunkte, aktueller Tabellenplatz der Mannschaft und das bisher Erreichte - ist Gomez in der Tat nicht schlechter als Toni - Makaay sogar besser aber Makaay spielt nicht mehr in der Bundesliga. Klose wurde zwar nicht Weltmeister wie Toni, erhielt aber bei einer WM den Silbenen Schuh und bei der nächsten den Goldenen Schuh. Er ist nur nicht so medienwirksam wie Luca Toni. Bernd Schneider (den ich schon häufiger live gesehen habe) spielt genial, (der technisch beste deutsche Fussballer nach Heinz Flohe). Wäre er Brasilianer, Deutschland würde ihm zu Füssen liegen. Und wenn ich nicht nach den oben genannten Kriterien urteilen würde sondern nach Gefühl wäre Schneider der Beste. Ribery spielt ebenfalls gut hat aber bisher noch keinen wichtigen Titel gewonnen. Wie Olli Kahn schon sagte, bei Bayern erwartet man schon ein bissel mehr als bei Olimpiqe oder in Florenz.
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