Vorfälle im Hamburg-Derby Drakonische Strafe für den FC St. Pauli

Weil im Stadtderby gegen den Hamburger SV in den Fanblöcken wiederholt Pyrotechnik abgebrannt wurde und der Ordnungsdienst unzureichend organisiert war, muss der FC St. Pauli eine hohe Geldstrafe zahlen.

Pyrotechnik im Block des FC St. Pauli
Oliver Hardt/ Getty Images

Pyrotechnik im Block des FC St. Pauli


Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) hat den Zweitligisten FC St. Pauli zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verurteilt. Dem Klub wird vorgeworfen, das Fehlverhalten der eigenen Fans beim Stadtderby gegen den Hamburger SV nicht in den Griff bekommen und den Ordnungsdienst mangelhaft organisiert zu haben. Der DFB-Kontrollausschuss hatte Anklage erhoben. Das Urteil ist bereits rechtskräftig, da der Verein die Strafe akzeptiert hat.

Bereits im Vorfeld und auch während des Heimspiels gegen den HSV war in den Fanblöcken des FC St. Pauli wiederholt Pyrotechnik abgebrannt worden. Schiedsrichter Felix Brych hatte die Partie mehrfach unterbrochen, auch ein kompletter Abbruch des Spiel war nah. Dazu kam es jedoch nicht und der HSV gewann das Spiel am Millerntor 4:0 (1:0). Auch im Block der Gäste wurde wiederholt Pyrotechnik abgebrannt, über eine Strafe wurde jedoch noch nicht entschieden.

"Wir akzeptieren die Strafe und übernehmen die Verantwortung, da wir als Klub dafür verantwortlich sind, dass die Unversehrtheit der Besucherinnen und Besucher gewährleistet wird", sagte St. Paulis Präsident Oke Göttlich.

Das Geld wird dem FC St. Pauli allerdings nicht komplett verloren gehen: Etwa ein Drittel der Strafe kann der Klub investieren, um die Sicherheitsvorkehrungen im eigenen Stadion zu verbessern. Beim Derby wurden besonders im Bereich der Südtribüne Mängel sichtbar, wo Anhängern des Klubs ein Blocksturm gelang. Ordnungskräfte und Sicherheitsanlagen konnten diesen nicht verhindern.

tip/dpa/sid



insgesamt 4 Beiträge
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der_dr_Nickel 16.04.2019
1. wow, 100k...
...Strafe? Leider geht aus dem Urteil nicht hervor welcher Anteil auf das Plakat entfällt https://www.dfb.de/news/detail/100000-euro-geldstrafe-fuer-st-pauli-201240/ (was stand da eigentlich drauf?). Scheint so als gingen nicht nur die Ablösesummen für Spieler in eine völlig verrückte Richtung sondern auch die Strafzahlungen für Vereine. Andererseits, ein Heimspiel ohne Fans wäre teurer gekommen. Was irgendwie völlig fehlt ist die Strafzahlung des HSV, die haben ja auch nicht gerade wenig gezündelt bei dem Spiel. Komisch.
heine49 16.04.2019
2. wow, nur 100k
M. E. sollte sich jede dieser Strafen an der durchschnittlichen Transfersumme des Vereins orientieren. Die erste Strafe sollte dem einfachen Jahresdurchschnitt entsprechen. Sie sollte bei jeder Wiederholung verdoppelt werden. Die Zahlungen gehen komplett an karitative Einrichtungen. Falls der Verein deswegen absteigt: mir sind in den unteren Kreisklassen keine pyrotechnischen Feuerwerke bekannt.
Orthoklas 17.04.2019
3. Drakonisch?
Offensichtlich hat Spon ein anderes Verständnis von diesem Begriff als so ziemlich jeder andere. Es sei denn, mit dem Blauen Auge davonkommen oder zwei Spiele Sperre nach Angriff auf den Schiri ist ab heute drakonisch...
timtom2222 17.04.2019
4.
Welche Strafe bekommt dann der DFB? Er ist ja wohl kein Stück besser organisiert, als der schlechteste Ordnungsdienst!
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