SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

13. Mai 2018, 19:31 Uhr

Abstiegsdrama in 2. Liga

Erzgebirge Aue wütet gegen den Schiedsrichter

Ein Tor nicht gegeben, zwei Elfmeter nicht bekommen - und weil Aue in der 86. Minute noch ein Gegentor kassierte, muss der Verein nun in die Relegation. "Wir wurden verschaukelt", sagt der Präsident.

"Wir wurden verschaukelt, warum auch immer. Ich weiß nicht, ob es fahrlässig oder vorsätzlich war", mit diesen Worten machte Aues Präsident Helge Leonhardt nach der 0:1-Niederlage in Darmstadt seinem Ärger Luft. Anlass für seine Aufregung waren gleich mehrere Entscheidungen, die Schiedsrichter Sören Storks und sein Team während der Partie zum Nachteil der Gäste getroffen hatten. Durch die Niederlage muss Aue in zwei Relegationsspielen (Freitag, 18. und Dienstag, 22. Mai) gegen den Karlsruher SC um den Klassenerhalt kämpfen.

Bereits in der vierten Minute übersah Storks, dass der Ball nach einem Schuss von Aues Calogero Rizzuto erst deutlich hinter der Torlinie geklärt wurde. In der 31. Minute verweigerte er Aue einen Elfmeter, obwohl Darmstadts Felix Platte den Ball im eigenen Strafraum deutlich erkennbar mit der Hand spielte. Auch ein Trikotzerren des Darmstädters Dong-Won Ji ließen die Unparteiischen ungeahndet.

"Ich weiß nicht, was wir den Schiedsrichtern getan haben. Ich hoffe, dass der Fußballgott genauer hinschaut", sagte Aues Trainer Hannes Drews nach dem Spiel. "Leider war es innerhalb von vier Wochen die dritte klare Fehlentscheidung gegen uns."

Die Spieler zeigten sich ebenfalls verärgert, ließen aber mehr Selbstkritik erkennen. Aues Routinier Christian Tiffert fragte: "Wer hat schon Argumente, wenn man 0:1 verliert?" Torjäger Pascal Köpke äußerte sich angesichts der mangelnden Chancenverwertung selbstkritisch. "Wir können nicht alles auf den Schiedsrichter schieben", sagte er beim TV-Sender Sky.

Gelingt es Aue nicht, sich gegen den KSC durchzusetzen, wäre es der dritte Abstieg in die Drittklassigkeit nach 2008 und 2015.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Vorname des Trainers von Erzgebirge Aue laute Tobias. Korrekt ist jedoch Hannes. Wir haben dies korrigiert.

tip/dpa/sid

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung