RB Leipzig beleidigt Ermittlungen gegen Aue-Fans wegen Nazivergleich

Für Erzgebirge Aue hat die dumme Plakatkampagne ihrer Fans gegen RB Leipzig ein Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach den Nazi-Vergleichen, Sponsoren sind verärgert.
Aue gegen Leipzig: Plakate sorgen für Ermittlungen

Aue gegen Leipzig: Plakate sorgen für Ermittlungen

Foto: DPA

Hamburg - Die Chemnitzer Polizei und die Staatsanwaltschaft haben nach den Plakaten mit Nazi-Vergleichen beim Fußball-Zweitligaspiel des FC Erzgebirge Aue gegen RB Leipzig eine Voruntersuchung eingeleitet. Derzeit werde gegen Unbekannt ermittelt, hieß es am Mittwoch von der Polizeidirektion.

"Es gibt drei Anzeigen, die wir selbst erstattet haben", sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz. "Es sind drei Ermittlungsverfahren anhängig, innerhalb derer wir die Tatverdächtigen ermitteln. Dann wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob es zur Anklage kommt."

Zudem droht dem Verein Ärger mit Sponsoren. Vorstandsmitglied André Leonhardt von der Erzgebirgssparkasse sagte, er sei "verärgert und empört" über die Vorkommnisse im Stadion. Zwar sei er froh, dass der Verein sich schnell und entschieden distanziert habe. Aber wenn es weitere derartige Entgleisungen gäbe, überlege man sich weitere Schritte.

Die Erzgebirgssparkasse hat zusammen mit zwei weiteren Sparkassen die Namensrechte des Erzgebirgsstadions bis zum Jahr 2020 erworben. Sie möchte auch weiter hinter dem Verein stehen, "wenn wir spüren, dass der Verein sich nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten distanziert", sagte Leonhardt.

Mateschitz in Nazi-Uniform gezeigt

Der Chemnitzer Sponsor "enviaM" äußerte sich ähnlich. Das Unternehmen verurteilte das Verhalten der Fans, begrüßte aber auch die klaren Schritte des Vereins. "Wir hoffen, dass es sich um einen einmaligen Vorfall handelt", sagte Pressesprecher Stefan Buscher: "Im Vertrauen darauf stehen wir zu unserem Vertrag und zu unserem Verein."

Beim Heimspiel am vergangenen Freitag hatten Teile der Anhängerschaft Plakate mit Nazi-Vergleichen hoch gehalten und Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz in Nazi-Uniform gezeigt. In Paragraf 86 des Strafgesetzbuches ist das "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" verboten. Ein Verfahren wegen Beleidigung ist derzeit aber nicht im Gange, da es sich dabei um ein Antragsdelikt handelt. Eine dafür notwendige Anzeige ist bisher nicht bei der Polizei eingegangen. Erst dann könnte die Polizei ermitteln.

Aue muss bis kommenden Montag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Stellung zur Plakataktion der Fans beziehen. Der DFB-Kontrollausschuss hat bereits am Samstag die Ermittlungen aufgenommen. Laut Paragraf 9 der Rechts- und Verfahrensverordnung des DFB droht Aue eine Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro. In schwerwiegenden Fällen können auch Geisterspiele und Punkteabzüge verhängt werden.

Bisher sind die Auer Fans allerdings kaum auffällig geworden. "Wir werden alles unternehmen, um die üblen Zwischenfälle lückenlos aufzuklären und die dafür Schuldigen mit aller gebotenen Härte zur Verantwortung ziehen", sagte Präsident Leonhardt. Bis zum Ende des Verfahrens will sich der Verein nicht weiter äußern.

aha/dpa
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