Zweite Liga Kopfball in der 90. Minute rettet Bielefeld einen Punkt gegen St. Pauli

Ein 19-Jähriger, der bei seinem Profi-Debüt trifft, eine strittige Handelfmeterszene und ein Ausgleichstreffer in der Schlussphase - es war eine hitzige Partie zwischen Arminia Bielefeld und dem FC St. Pauli.

Bielefelds Manuel Prietl (links) glich per Kopf nach einem Eckball aus
Thomas F. Starke / Getty Images

Bielefelds Manuel Prietl (links) glich per Kopf nach einem Eckball aus


Arminia Bielefeld und der FC St. Pauli haben sich in der 2. Fußball-Bundesliga mit einem Remis getrennt. Dank eines Kopfballtreffers von Bielefelds Manuel Prietl in der 90. Minute endete die Partie 1:1 (0:1). Lange hatten die Gäste geführt, bevor nach einem Eckball in der Nachspielzeit der überfällige Ausgleich fiel.

Den ersten Treffer der Partie erzielte der 19-jährige Flügelspieler Christian Conteh, der aus St. Paulis Nachwuchsabteilung stammt und sein Profi-Debüt gab. Bei einem Konter im ersten Durchgang startete Conteh mit einem Spitzentempo von 34,8 km/h auf der linken Seite durch und bekam den Ball von Mats Møller Daehli in den Lauf gespielt. Mit einem Haken verschaffte er sich Platz und traf mit rechts zur Führung (32. Minute).

Arminia begann die zweite Hälfte mit einem Ansturm auf das Tor der Gäste. Zunächst schlenzte Reinhold Yabo über St.-Pauli-Keeper Robin Himmelmann hinweg ins lange Eck, doch der Ball prallte von der Unterkante der Latte zurück ins Feld (48.). Danach gab es Chancen im Minutentakt: Andreas Voglsammers Schuss aus rund zehn Metern wurde abgeblockt (49.), den anschließenden Eckball spielte Jonathan Clauss flach in den Rückraum, wo Keanu Staude zum Schuss kam (50.). Erneut war ein Bielefelder Bein dazwischen, bevor Clauss kurz darauf mit einem Linksschuss Himmelmann zur Parade zwang (51.).

Die größte Chance zum Ausgleich hätte der Gastgeber beinahe in der 72. Minute bekommen, als Clauss von der rechten Seite in den Strafraum flankte. Daniel Buballa stand am ersten Pfosten und wehrte die Hereingabe ab, den Ball berührte der Außenverteidiger sowohl mit dem Oberschenkel als auch mit dem linken Unterarm. Schiedsrichter Bastian Dankert entschied zunächst auf Strafstoß, nahm die Entscheidung nach Ansicht der Zeitlupe aber wieder zurück.

Arminia Bielefeld - FC St. Pauli 1:1 (1:1)
0:1 Conteh (32.)
1:1 Prietl (90.)
Bielefeld: Ortega Moreno - Clauss, Behrendt, Salger (86. Consbruch), Hartherz - Edmundsson, Prietl, Yabo (69. Seufert) - Staude (59. Soukou), Klos, Voglsammer
St. Pauli: Himmelmann - Park, Knoll, Avevor, Buballa - Hornschuh (63. Hoffmann), Becker - Miyaichi, Møller Daehli, Conteh (90. Gyokeres) - Diamantakos
Gelbe Karten: Behrendt, Prietl / Miyaichi, Hoffmann
Schiedsrichter: Dankert
Zuschauer: 23.857

mrk



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
der_dr_Nickel 29.07.2019
1. Auf der Alm...
...da gibts koa Sünd, dafür aber den unsäglichen VR. Ich sage es oft und immer wieder: die Seele des recht einfachen Spiels (Fußball!!) wird sinnlos geopfert für eine pseudo Gerechtigkeit (nach der 212-Wiederholung oder so). Um nicht falsch verstanden zu werden: natürlich war es aus der Spielsituation heraus, für den neutralen Zuschauer (vor der Glotze!) KEIN Elfer (Zeitlupe war da gar nicht notwendig). Aber wenn der Schiri auf den Punkt zeigt, weil der LR die Fahne gehoben und ihm ins Ohr geflüstert hat, ist das Fakt. Die sind nun mal näher am Spiel(ball) und dürfen AUCH etwas falsch interpretierten. Die Erklärung von Dankert (im Interview) weshalb er seine getroffene Entscheidung wieder zurückgenommen hat muss eigentlich dafür sorgen, dass zukünftig Verteidiger in Handballtorhüterpose (immer schön mit den Armen am Körper) durch den 16er laufen und damit ihre Körperfläche vergrößern. Also statt Hände hinter dem Rücken (auch albern), vor der Brust gekreuzt und Ellenbogen raus. Ernsthaft, es war bis vor drei, vier Jahren ein recht einfaches Spiel: Hand (Foul) ist, wenn der Schiri pfeift. Zum Spiel: die Kicker aus der Stadt-die-es-nicht-gibt haben es versäumt in den ersten 10-20 Minuten ein Tor zu machen. Wäre dies gelungen, ein völlig anderes Spiel wäre auf der Alm gespielt worden. Für den STP war der einzig vernünftige Spielzug ein Tor, weder davor noch in der kompletten zweiten Halbzeit war ein System erkennbar (oder JL hat es gut versteckt) das dieses gerechtfertigt hätte. Die Punkteteilung ist für den zweiten (sic!) Verein aus Hamburg ein klarer Gewinn, während in der Nichtvorhanden-Stadt die Busse trauern tragen. Insofern ist die Überschrift des Artikel auch Quatsch, sie müsste lauten: der VR rettete den Braun-Weißen einen Punktgewinn.
mr-mucki 30.07.2019
2. warum war das kein Strafstoß?
wenn ich die Erläuterungen von CE, ARD, ZDF und dem Kicker zur neuen Handspielregel richtig verstanden dann muss das ein Strafstoß sein. ist es laut Schiedsrichter aber nicht, nach ansicht der Bilder und des VAR. wer kann mir dieses noch erklären?
Karbonator 30.07.2019
3.
Zitat von mr-muckiwenn ich die Erläuterungen von CE, ARD, ZDF und dem Kicker zur neuen Handspielregel richtig verstanden dann muss das ein Strafstoß sein. ist es laut Schiedsrichter aber nicht, nach ansicht der Bilder und des VAR. wer kann mir dieses noch erklären?
Ganz einfach: Wenn man annimmt, daß der Ball zuerst das Knie berührt und von dort an den Arm weitergeleitet wird, ist es aktuell kein Elfmeter. Und die Zeitlupenvideos stützen diese Annahme. Von daher finde ich die Diskussion um die Entscheidung sinnlos.
tormos 30.07.2019
4.
Zitat von mr-muckiwenn ich die Erläuterungen von CE, ARD, ZDF und dem Kicker zur neuen Handspielregel richtig verstanden dann muss das ein Strafstoß sein. ist es laut Schiedsrichter aber nicht, nach ansicht der Bilder und des VAR. wer kann mir dieses noch erklären?
Laut YT-Zusammenfassung gab es nur die eine Szene, und die war nicht eindeutig genug. Bitter, aber so ist das nunmal. Ich hätte den Elfer gern gehabt, aber ich bin hier auch parteiisch. Um ein bißchen Objektivität reinzustreuen, muss ich aber auch sagen: Chancen müssen genutzt werden, sonst geht so eine Sache schonmal nach hinten los. Eine (verklärende) Diskussion um den VR halte ich derweil nicht für zielführend. Auch wenns hier gegen meinen Verein ging.
deepbrain 30.07.2019
5.
Zitat von der_dr_Nickel...da gibts koa Sünd, dafür aber den unsäglichen VR. Ich sage es oft und immer wieder: die Seele des recht einfachen Spiels (Fußball!!) wird sinnlos geopfert für eine pseudo Gerechtigkeit (nach der 212-Wiederholung oder so). Um nicht falsch verstanden zu werden: natürlich war es aus der Spielsituation heraus, für den neutralen Zuschauer (vor der Glotze!) KEIN Elfer (Zeitlupe war da gar nicht notwendig). Aber wenn der Schiri auf den Punkt zeigt, weil der LR die Fahne gehoben und ihm ins Ohr geflüstert hat, ist das Fakt. Die sind nun mal näher am Spiel(ball) und dürfen AUCH etwas falsch interpretierten. Die Erklärung von Dankert (im Interview) weshalb er seine getroffene Entscheidung wieder zurückgenommen hat muss eigentlich dafür sorgen, dass zukünftig Verteidiger in Handballtorhüterpose (immer schön mit den Armen am Körper) durch den 16er laufen und damit ihre Körperfläche vergrößern. Also statt Hände hinter dem Rücken (auch albern), vor der Brust gekreuzt und Ellenbogen raus. Ernsthaft, es war bis vor drei, vier Jahren ein recht einfaches Spiel: Hand (Foul) ist, wenn der Schiri pfeift. Zum Spiel: die Kicker aus der Stadt-die-es-nicht-gibt haben es versäumt in den ersten 10-20 Minuten ein Tor zu machen. Wäre dies gelungen, ein völlig anderes Spiel wäre auf der Alm gespielt worden. Für den STP war der einzig vernünftige Spielzug ein Tor, weder davor noch in der kompletten zweiten Halbzeit war ein System erkennbar (oder JL hat es gut versteckt) das dieses gerechtfertigt hätte. Die Punkteteilung ist für den zweiten (sic!) Verein aus Hamburg ein klarer Gewinn, während in der Nichtvorhanden-Stadt die Busse trauern tragen. Insofern ist die Überschrift des Artikel auch Quatsch, sie müsste lauten: der VR rettete den Braun-Weißen einen Punktgewinn.
1.) Mir scheint, Sie haben nicht verstanden, warum die Situation kein Elfer war: Ball springt vom eigenen (!) (regulären) Körperteil an die eigene (!) Hand. Wenn die Spieler also wie Handballtorwarte durch den Strafraum laufen und der Ball direkt an ihre Hand fliegt, gibt es natürlich auch weiterhin Elfer. 2.) Sie sind also der Meinung, es war kein Elfer, ziehen aber eine Fehlentscheidung einer richtigen vor? Weil der Schiri seine Entscheidung ihrer Meinung nach nicht korrigieren dürfen soll? Wenn jeder vor der Glotze sieht, dass es kein Elfer war, daf das dem Schiri nicht mitgeteilt werden, der muss leider dumm bleiben und falsch pfeifen? 3.) Wenn Bielefeld dank dieses unberechtigten Elfers, also einer Fehlentscheidung, nun gewonnen hätte, dann wäre das für Sie vereinbar mit der "Seele des Spiels"? Dachte immer Fair Play gehöre zur Seele des Spiels. 4.) Von wegen Pseudo-Gerechtigkeit: In diesem Fall (und auch 2x beim Spiel Regensburg - Bochum z.B.) handelt es sich um ganz konkrete Gerechtigkeit.
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