HSV-Niederlage bei Union Berlin Mission Wiederaufstieg stark gefährdet

Seit Wochen quält sich der HSV durch seine Spiele und hielt trotzdem den zweiten Tabellenplatz. Nach der Niederlage bei Union rutscht das Team aus den Aufstiegsrängen. Keine Lust auf den Berlin-Trip hatte Lewis Holtby.

Auch Rückkehrer Aaron Hunt konnte die Positivwende nicht herbeiführen
Boris Streubel / Getty Images

Auch Rückkehrer Aaron Hunt konnte die Positivwende nicht herbeiführen

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Durststrecke: Mitte März war der Jubel beim HSV noch riesig: Nach dem 4:0 im Stadtderby gegen den FC St. Pauli konnte man das Gefühl bekommen, der Klub halte sich schon wieder für zu groß für die zweite Liga. Es folgten fünf sieglose Spiele. Die hat auch Union hinter sich - doch in Berlin wird nun wieder gejubelt.

Das Ergebnis: Die Gastgeber gewannen gegen ideenlose Hamburger 2:0 (0:0). Hier geht's zum Spielbericht.

Der erste Durchgang: Das Spiel begann mit viel Rauch in beiden Blöcken und einem dicken Knall: Schon in der ersten Minute kam Unions Sebastian Andersson zum Abschluss, geriet jedoch aus der Balance und schoss vorbei. Danach gehörten die besseren Gelegenheiten den Gästen, doch Aaron Hunt verzog (18. Minute) und Bakery Jatta traf nur das Gesicht von Berlins Keeper Rafal Gikiewicz (31.).

HSV-Keeper Julian Pollersbeck konnte den Rückstand nicht verhindern
CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

HSV-Keeper Julian Pollersbeck konnte den Rückstand nicht verhindern

Der zweite Durchgang: Ging wieder direkt mit einer Union-Chance los, führte dieses Mal aber zur Führung. Gideon Jung vertändelte den Ball am eigenen Strafraum gegen Suleiman Abdullahi, Robert Zulj bekam den Ball in der Mitte und schob ihn an Julian Pollersbeck vorbei ins Tor (46.). Beide Teams brachten spielerisch wenig zustande, Union traf immerhin noch einmal, als Grischa Prömel in der 84. Minute aus rund 23 Metern abzog und der Ball vom Innenpfosten ins Tor prallte.

Keine Stürmer, keine Tore: Mit Hee-Chan Wang, Manuel Wintzheimer und Pierre-Michel Lasogga ließ Hannes Wolf gleich drei Angreifer auf der Bank, Bakery Jatta und Berkay Özcan teilten sich die Aufgaben in der Spitze. Zwar kamen alle drei noch in die Partie, einen richtigen Effekt hatten die Wechsel jedoch nicht mehr. Der HSV gab sieben Torschüsse ab, vier davon aufs Tor - und die hatten in ihrer Harmlosigkeit auch eher statistischen Wert.

Rückkehrer Hunt: Die wochenlange Schwächephase der Hamburger war eng verknüpft mit dem Fehlen von Mittelfeldspieler Aaron Hunt, der sich in der Partie gegen St. Pauli verletzt hatte. Heute lief er wieder erstmals von Beginn an auf, konnte der Mannschaft aber kaum helfen. Viele Trumpfkarten scheint Trainer Wolf nicht mehr ausspielen zu können.

Krach um Holtby: Im Hinspiel hatte Aaron Hunt noch für den HSV getroffen - genau wie Lewis Holtby. Letzterer wird vermutlich nie wieder ein Spiel für den Klub machen. Nachdem er zuletzt kaum noch zum Einsatz kam, scheint die Situation nun eskaliert zu sein.

Stabil gegen die Großen: Berlin hat in dieser Spielzeit keine Niederlage gegen einen der Erstliga-Absteiger kassiert. Sowohl gegen den HSV wie auch gegen den 1. FC Köln spielte Union im Hinspiel remis und gewann das Rückspiel.

Überholt im Schneckenrennen: Seit Wochen tun sich alle Teams im Aufstiegsrennen schwer. Die Niederlage von Tabellenführer Köln wäre die Chance für den HSV gewesen, sogar noch mal um die Meisterschaft in der zweiten Liga mitzuspielen. Stattdessen verlor das Team, während die Verfolger Union und Paderborn jeweils drei Punkte sammelten. Damit rutscht der HSV erstmals seit dem zehnten Spieltag aus den Aufstiegsrängen. Ob sie noch mal dorthin zurückkehren, darf nach den Auftritten der vergangenen Wochen bezweifelt werden. Die Mission direkter Wiederaufstieg scheint stärker gefährdet denn je.

Union Berlin - Hamburger SV 2:0 (0:0)
1:0 Zulj (46.)
2:0 Prömel (84.)
Berlin: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Parensen, Reichel - Schmiedebach - Ryerson, Prömel - Zulj - Abdullahi, Andersson
Hamburg: Pollersbeck - Jung (57. Lasogga), Lacroix, van Drongelen - Narey, Janjicic, Douglas Santos, Vagnoman (46. Hwang) - Hunt, Özcan - Jatta
Schiedsrichter: Stegemann
Gelbe Karten: Kroos, Trimmel - Douglas Santos, Lacroix
Zuschauer: 22.012



insgesamt 52 Beiträge
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widower+2 28.04.2019
1. Das wird schwer für den HSV
Wenn der direkte Wiederaufstieg misslingt, steht der HSV mit mehr als 100 Millionen Euro Schulden und einem nächste Saison nicht mehr finanzierbaren Kader da. Der HSV wäre (wenn er überhaupt eine Lizenz erhält) gezwungen, den Kader radikal umzubauen und wäre definitiv kein logischer Kandidat für den Aufstieg in der nächsten Saison. Dann kann es sogar ganz schnell in Richtung 3 Liga oder bei einer Insolvenz sogar noch tiefer gehen. Die HSV-Fans können einem echt Leid tun.
Spörl 28.04.2019
2. Tsja -
was soll man da gross sagen? Wahrscheinlich sind einige weitere Jahre Zweite Liga nicht mal die schlechteste Variante. Denn sollte es der HSV tatsächlich doch noch zurück in die Bundesliga schaffen, dann purzeln in der neuen Saison einige Negativrekorde...
Orthoklas 28.04.2019
3. Ach
Irgendwie duselt sich der HSV auf den Relegationsplatz und durch die Relegation in die erste Liga. Dann werden die Verantwortlichen wieder vor Stolz geschwellter Brust nicht durch die Tür passen. Anspruch und Wirklichkeit passen bei diesem Club auch seit Jahren nicht mehr zusammen. Ein gewisser Logistiker ist da nicht ganz schuldlos dran...
geraldwinkeler 28.04.2019
4.
Aus hannoverscher Sicht möchte ich dazu feststellen, dass es in den nächsten Jahren viele schöne Nordderbys Hannover-Hamburger SV geben könnte. Zumindest wenn 96 nicht in die 3. Liga absteigt....
lordnephilim 28.04.2019
5. Alles wie immer.....
... Seelenlos. Wer nicht aufsteigen will, muss nicht aufsteigen. Der nächste Trainer verbrannt. Gute Nacht Hamburg. Die gute Nachricht : nächste Saison gegen den VFL Osnabrück !! Also für mich ;)
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