2. Fußball-Bundesliga Schiedsrichter berührt Ball - Hannovers Ausgleich kurz vor Schluss aberkannt

Bis zur aktuellen Saison galt in der Bundesliga: Der Schiedsrichter ist Luft. Dann kam die Regeländerung - und die bekam Absteiger Hannover 96 im Spiel gegen Darmstadt 98 schmerzhaft zu spüren.
Noch kein Glück unter dem neuen Trainer: Hannovers Marvin Ducksch

Noch kein Glück unter dem neuen Trainer: Hannovers Marvin Ducksch

Foto: Martin Rose/Getty Images

Beim Zweitliga-Spiel zwischen Hannover 96 und Darmstadt 98 hat es kurz vor Schluss eine kuriose Szene gegeben: In der 88. Minute schoss Hannovers Marc Stendera den Ball aus der Distanz zum vermeintlichen 2:2 in den Winkel. Doch nach Einsatz des Videoassistenten zählte das Tor nicht, weil Schiedsrichter Martin Thomsen den Ball zuvor zu Stendera abgefälscht hatte.

Hannover verlor beim Debüt des neuen Trainers Kenan Kocak 1:2 (1:2) und rutschte durch die sechste Saisonniederlage auf den Relegationsplatz. Nach nun sieben Heimspielen wartet 96 weiter auf den ersten Sieg.

Seit dieser Saison muss das Spiel nach einer Ballberührung des Unparteiischen gestoppt und mit einem Schiedsrichterball fortgeführt werden, wenn ...

  • ein Team einen aussichtsreichen Angriff startet
  • der Ball direkt ins Tor geht
  • der Ballbesitz wechselt

Für Stendera und Hannover kam es nach dem nicht gegebenen Treffer noch schlimmer: Weil er sich beim Schiedsrichter lautstark über die Entscheidung beschwerte, bekam der Sommerzugang zunächst die Gelbe Karte. Nur wenige Minuten später wurde Stendera vom Platz gestellt, weil er die Eckfahne kaputttrat (90. Minute +2). Der Mittelfeldspieler war erst in der 84. Minute eingewechselt worden.

Bereits der Beginn der Partie verlief äußerst unglücklich für die Niedersachsen. Nach nur vier Minuten erzielte Innenverteidiger Waldemar Anton bei einem Klärungsversuch nach einem Schuss von Darmstadts Marvin Mehlem ein Eigentor zur Führung für die Darmstädter. Hannovers Hendrick Weydandt hatte zuvor die große Chance auf der Gegenseite ausgelassen (1.).

In einer teilweise hitzigen zweiten Hälfte vergab Marvin Ducksch die größte Hannoveraner Chance frei vor Darmstadts Torhüter Schuhen (55.). Hannover mühte sich, traf aber nur durch Stendera ins Tor. Mit bekanntem Ergebnis.

Hannover 96 - Darmstadt 98 1:2 (1:2)
0:1 Anton (4., Eigentor)
1:1 Haraguchi (14.)
1:2 Tobias Kempe (29.)
Hannover: Zieler - Sebastian Jung (84. Stendera), Anton, Felipe, Albornoz - Bakalorz, Prib (58. Hansson) - Haraguchi, Muslija (68. Maina) - Weydandt, Ducksch
Darmstadt: Schuhen - Patrick Herrmann, Dumic, Höhn, Holland - Palsson, Paik (46. Stark) - Mehlem, Tobias Kempe (80. Heller), Skarke (70. Honsak) - Dursun
Zuschauer: 22.100
Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen
Gelbe Karten: Prib, Felipe, Ducksch - Skarke, Holland
Gelb-Rote Karte: Stendera

hba/dpa
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