2. Fußball-Bundesliga Kaiserslautern holt Remis in Unterzahl

83 Minuten spielte der 1. FC Kaiserslautern mit einem Mann weniger und lag zurück, erreichte gegen Energie Cottbus dennoch ein Unentschieden. Unerfreuliche Schlagzeilen für den FCK liefert derweil Ex-Trainer Franco Foda - er tritt gegen Club-Boss Stefan Kuntz nach.
Schiedsrichter Stegemann, Lautern-Profi Dick: Nach sieben Minuten Rot

Schiedsrichter Stegemann, Lautern-Profi Dick: Nach sieben Minuten Rot

Foto: Uwe Anspach/ dpa

Hamburg - Kein Sieg trotz Trainerwechsels: Vier Tage nach der Trennung von Franco Foda kam der 1. FC Kaiserslautern am Montagabend zu Hause gegen Energie Cottbus nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus und verpasste den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz der 2. Fußball-Bundesliga. Der FCK ist jetzt Vierter, Cottbus liegt auf Platz acht.

Vor 25.460 Zuschauern gingen die Gäste durch Ivica Banovic (8. Minute, Foulelfmeter) und Marco Stiepermann (45.) zweimal in Führung. Markus Karl (23.) und Simon Zoller (57.) schafften jeweils den Ausgleich für den FCK. Die Gastgeber mit Interimscoach Oliver Schäfer mussten mehr als 80 Minuten in Unterzahl spielen, weil Florian Dick in der siebten Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte.

Wie lange Schäfer bei den Pfälzern in der Verantwortung steht, ist noch offen. "Wir möchten uns Zeit lassen", sagte FCK-Vorstandsboss Stefan Kuntz vor der Partie beim TV-Sender Sport1. Man habe keinen "Zeitdruck", sagte Kuntz, der zugleich Gespräche mit anderen Kandidaten bestätigte: "Da sind wir dran."

Ex-Coach Foda hatte Kuntz zuvor heftig kritisiert. "Eine Trennung sollte immer mit Respekt, Stil und Anstand vollzogen werden, zumal auch noch alle Chancen auf die Saisonziele da waren", sagte Foda: "Das war leider nicht der Fall, und daher bin ich sehr enttäuscht."

Dick fliegt nach sieben Minuten vom Platz

Nach dem 0:4 beim VfR Aalen habe Kuntz Foda mitgeteilt, "dass in der Woche danach alles normal weiterläuft, also bin ich davon ausgegangen, gegen Cottbus auf der Bank zu sitzen. Ich sage nur deshalb jetzt etwas, weil viele Äußerungen von Stefan Kuntz nicht der Wahrheit entsprechen." Kuntz konterte: "Diese Äußerungen kommen wohl aus der Enttäuschung heraus. Da muss jeder wissen, was er für richtig hält", sagte der Clubchef: "Ich finde es unnötig."

Nach den turbulenten Tagen rund um die Foda-Entlassung begann auch die Partie gegen Cottbus für den FCK denkbar schlecht. Nach nicht einmal sieben Minuten waren die Hausherren bereits in Unterzahl, nachdem Dick wegen einer Notbremse gegen Marc-André Kruska die Rote Karte gesehen hatte. Banovic verwandelte den fälligen Strafstoß zur Gästeführung.

Die "Roten Teufel", die auf ihren gesperrten Torjäger Mo Idrissou verzichten mussten, wirkten erst einmal schockiert. Erst nach rund 20 Minuten fanden die Gastgeber ins Spiel und kamen durch einen Kopfball von Karl zum Ausgleich. Doch wie aus dem Nichts brachte Stiepermann Cottbus kurz vor der Pause wieder in Führung. Nach dem Seitenwechsel bewies der FCK erneut Moral und kam durch Zoller wieder zum Ausgleich.

"Es war ein unglaublicher Abend. Wir haben erreicht, dass das Publikum hinter uns stand. Wir können mit dem Unentschieden zufrieden sein", sagte Interimscoach Schäfer: "Mir ist egal wie lange ich hier Trainer sein werde. Ich will, dass man sieht, dass die Jungs kämpfen."

1. FC Kaiserslautern - Energie Cottbus 2:2 (1:2)
0:1 Banovic (8., Foulelfmeter)
1:1 Karl (23.)
1:2 Stiepermann (45.)
2:2 Zoller (57.)
Kaiserslautern: Sippel - Dick, Orban, Heintz, Löwe - Karl (87. Simunek), Ring - Matmour, Gaus - Occean (87. Wooten), Zoller (66. Riedel)
Cottbus: Almer - Schulze, Möhrle, Börner, Svab - Banovic, Kruska - Susic (59. Takyi), Stiepermann, Fomitschow (82. Rivic) - Jendrisek
Schiedsrichter: Stegemann
Zuschauer: 25.416
Rote Karte: Dick (7.) wegen einer Notbremse
Gelbe Karten: - / Möhrle, Fomitschow, Börner (3)

tok/ham/dpa/sid