2. Bundesliga Neururer, Beruf Heilsbringer

Zwei Spiele, zwei Siege - Peter Neururer hat den VfL Bochum in der 2. Fußball-Bundesliga wieder in die Erfolgsspur gebracht. Der Trainer wird an seiner alten Wirkungsstätte schon wie der Retter gefeiert. Aber noch ist der Verein der Abstiegsgefahr nicht entkommen.

VfL-Trainer Neururer: Schon nach zwei Spielen gefeiert
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VfL-Trainer Neururer: Schon nach zwei Spielen gefeiert


Hamburg - Die geforderte Zugabe wollte Peter Neururer dem Publikum dann doch nicht bieten. "Wir wollen dich tanzen sehen", hatten die Fans des abstiegsgefährdeten Fußball-Zweitligisten VfL Bochum vom Trainer nach dem 3:0 (2:0)-Erfolg über den FC St. Pauli gefordert, doch Neururer beschränkte sich darauf, in die Fankurve zu winken. "Wir haben ja erst einen kleinen Schritt gemacht und brauchen noch ein paar Riesenschritte, um unser Ziel zu erreichen", sagte der Coach.

Für Tänze, wie er sie bei seinem ersten Engagement in Bochum vor über acht Jahren nach Siegen auf dem Rasen zelebrierte, sei es zu früh. 2004 hatte Neururer die Bochumer gar in den Uefa-Cup geführt, seit knapp zwei Wochen betreut er wieder den VfL und soll den Revierclub vor dem Absturz in die 3. Liga bewahren.

Auch ganz ohne Tanzeinlagen schaffte es Neururer am Freitagabend, das Bochumer Stadion in eine Partymeile zu verwandeln. Die durch den Verein initiierte Mission "Wir bleiben drin" ist optimal angelaufen. Dem 2:0-Erfolg zu seinem Einstand in Cottbus ließ Bochum mit dem Erfolg über St. Pauli den nächsten Schritt im Abstiegskampf folgen. 26.072 Zuschauer, das ist Saison-Rekordkulisse, wollten Neururers Heim-Comeback erleben. Das vorherige Heimspiel gegen Aue (0:3) lockte nur halb so viele Menschen ins Stadion.

"Langfristig gehört der VfL in die 1. Liga"

Über weite Phasen spielte der VfL in der Offensive spektakulär. "Der Trainer hat uns stark gemacht", sagte Zlatko Dedic, der mit einem Doppelpack (25. Foulelfmeter/37. Minute) erfolgreich war, ehe Yusuke Tasaka (70.) den Schlusspunkt setzte. Unbestraft blieben zudem die deutlichen Defizite in der Abwehr, die auch St. Pauli eine Fülle von Torchancen ermöglichte.

Gefeiert - mit Transparenten und Sprechchören - wurde vor allem Neururer, der die Ovationen nach rund dreieinhalb Jahren ohne Trainerjob genoss. "Die Fans waren ein ganz wichtiger Faktor. Dieses Wir-Gefühl müssen wir mitnehmen", meinte Neururer. Bereits am nächsten Freitag steigt beim Tabellenvorletzten SV Sandhausen das nächste wichtige Spiel im Abstiegskampf. "Langfristig gehört Bochum in die 1. Bundesliga, aber zunächst müssen wir Spiele wie in Sandhausen bestehen, um in der 2. Liga zu bleiben", befand der Coach.

In Bochum hat Neururer zunächst für eine bemerkenswerte Aufbruchstimmung gesorgt. Nach dem Match standen die Fans Schlange, um Karten für das nächste Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 4. Mai zu kaufen. Dann soll das Bochumer Stadion mit 29.200 Zuschauern erstmals seit langer Zeit wieder ausverkauft sein.

aha/dpa



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Seite 1
Rahvin 20.04.2013
1. optional
Herzlichen Glückwunsch. Das hätte ich Neururer wirklich nicht mehr zugetraut, dass er die Stimmung bei einem Verein nochmal herumreissen kann, aber Bochum und er, das ist schon eine eigene Geschichte. Wünsche Neururer noch das Beste und den Klassenerhalt.
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