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Zweitliga-Transfers: Torhüter, Erzfeinde und Millionen-Deals

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Zweitliga-Prognose Die Vier-Klassen-Gesellschaft

Am Abend startet die Zweite Bundesliga. Wer steigt auf? Wer ab? Und wer wird überraschen? Der Überblick.

Die Aufstiegsfavoriten

Die Trainer der Zweitligisten sind sich in der Mehrheit einig: 9 der 18 Coaches gaben in einer Umfrage den 1. FC Nürnberg als großen Favoriten auf den Aufstieg an. Zwar wurde die halbe Mannschaft ausgetauscht, aber es kamen vielversprechende Jungprofis wie Alessandro Schöpf (FC Bayern II) oder Christian Ramírez. Die Mischung stimmt zudem mit Bundesliga-Veteranen. Und obwohl Valérien Ismaël erstmals eine Profimannschaft betreut, gilt der 38-Jährige als riesiges Trainer-Talent. Falls das alles nicht helfen sollte, hat der "Club" auch noch die nötigen Finanzreserven, um im Winter nachzulegen.

Zum Kreis der Favoriten gehört auch Greuther Fürth, das in der Relegation knapp am HSV scheiterte. Allerdings muss der Klub etliche abgewanderte Leistungsträger ersetzen, bislang fanden die Fürther aber immer einen Weg, oben mitzumischen.

Dem 1. FC Kaiserslautern würde der Aufstieg besonders finanziell guttun. Vor allem wegen der hohen Stadionmiete ist der Verein angeschlagen. Die Abgänge von Simon Zoller und Mohamadou Idrissou schmerzen, doch auch ohne den Top-Torjäger sollte eine Verbesserung nach Platz vier im Vorjahr möglich sein.

Im vergangenen Jahr war Union Berlin Geheimtipp auf den Aufstieg, am Ende wurde es Rang neun. Trainer Uwe Neuhaus musste nach sieben Jahren an der Alten Försterei gehen, neuer Coach ist Norbert Düwel. Das Team ist punktuell verstärkt worden, mit mehr Konstanz können die "Eisernen" um den Aufstieg spielen.

Durchmarsch in der 3. Liga und jetzt in nur einem Jahr von der Zweiten in die Erste Bundesliga? Ist RB Leipzig zuzutrauen. Das Team verfolgt eine klare Spielidee und ist eingespielt. Auch wenn Trainer Alexander Zorniger nichts vom Aufstieg wissen will, zählt seine Mannschaft zu den besten der Liga. Zweifel werfen nur die fehlende Erfahrung auf dem Niveau auf und der womöglich etwas zu junge Kader.

Die Geheimfavoriten

Eigentlich müsste auch Fortuna Düsseldorf eine Kategorie höher eingestuft werden, aber die durchwachsene vergangene Saison und vor allem Trainer Oliver Reck lassen daran zweifeln. Der vom Interims- zum Cheftrainer beförderte Reck legte in schon in seiner Zeit beim MSV Duisburg erst eine starke Rückrunde und dann einen desaströsen Fehlstart hin. Vom Spieler-Personal her ist der Fortuna der Aufstieg aber durchaus zuzutrauen.

Ganz offensiv hat sich 1860 München den Bundesliga-Aufstieg als Ziel gesetzt. Ein neuer Trainer (Ricardo Moniz), neue Spieler und die Urgesteine Benjamin Lauth und Daniel Bierofka weg - es ist einiges passiert bei den "Löwen". Der Plan der Sechziger ist ambitioniert, aus der zweiten Mannschaft des FC Barcelona kamen deren Kapitän Ilie Sánchez und Eduardo Bedia. Alles hängt davon ab, wie schnell die Spieler die Vorstellungen umsetzen können.

Ganz anders sieht es weiter im Norden aus. Während die Konkurrenz Absteiger Eintracht Braunschweig den direkten Wiederaufstieg zutraut, will der Klub nur ins obere Drittel. Vermutlich zu Recht, denn gleich sechs Leistungsträger verließen den BTSV. Sollten die beiden ausgeliehenen norwegischen Talente Mushaga Bakenga (FC Brügge) und Vegar Eggen Hedenstad (SC Freiburg) überraschen, könnte dem Team von Trainer Torsten Lieberknecht erneut eine Überraschung gelingen.

Die Mittelfeld-Teams

Oft wird der FC Ingolstadt als mögliche Überraschungsmannschaft genannt. Doch trotz der Verpflichtung des australischen WM-Fahrers Mathew Leckie (FSV Frankfurt) reicht es nicht, um um den Aufstieg mitzuspielen. Ähnlich sieht es auch beim Karlsruher SC aus, der sich aber ohnehin nur in der zweiten Liga etablieren will.

Der FC St. Pauli verstärkte zwar seine schwache Defensive, verlor dafür aber den besten Offensivmann (Fin Bartels, Werder Bremen). Und so werden die Hamburger weder mit Auf- noch mit Abstieg etwas zu tun haben.

Nach Platz 15 in der Vorsaison hat der VfL Bochum etliche Zweitliga-erfahrene Spieler verpflichtet, die für einen sicheren Klassenerhalt sorgen dürften. Den hat auch Sensations-Aufsteiger 1. FC Heidenheim als Ziel ausgegeben. Der Drittliga-Meister tritt mit einer fast unveränderten Mannschaft in die Saison und dürfte damit die Euphorie des Vorjahres mitnehmen.

Die Gefährdeten

Der VfR Aalen und der SV Sandhausen gehörten zu Überraschungen der vergangenen Saison. Unterschätzt werden die Teams in der neuen Saison sicher nicht mehr. Beide kämpfen in der starken Liga deshalb gegen den Abstieg.

Wie der VfR und der SVS haben auch Erzgebirge Aue und der FSV Frankfurt niedrige Etats. Beide Klubs mussten zudem ihre besten Angreifer ziehen lassen, keine guten Voraussetzungen, um die Liga zu halten.

Nach 21 Jahren kehrte der SV Darmstadt 98 in die Zweitklassigkeit zurück. Und der Klassenerhalt wäre eine noch größere Sensation. Der Kader blieb nahezu intakt, zum Klassenerhalt wäre jedoch mehr nötig gewesen. Das kann sich der SV98 aber nicht leisten. Also wird es wohl zurück in die 3. Liga gehen.

Mitarbeit: Marc Scharmach
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