2. Bundesliga Sandhausen besiegt Leipzig, Duisburg holt wichtige Punkte

Der SV Sandhausen hat überraschend gegen den Tabellenzweiten aus Leipzig gewonnen. Duisburg besiegte im Kellerduell 1860 München, profitierte dabei aber von einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung.

Jubelnde Spieler des SV Sandhausen
DPA

Jubelnde Spieler des SV Sandhausen


RB Leipzig - SV Sandhausen 0:1 (0:0)

Die Hausherren bestimmten die Partie gegen den Tabellendreizehnten aus Sandhausen vom Start weg und kamen in der zehnten Minute durch Yussuf Poulsen zu ihrer ersten Chance. Der auffällige Lukas Klostermann hatte sich am rechten Flügel durchgesetzt und von der Grundlinie auf Poulsen gepasst. Der Stürmer scheiterte jedoch aus acht Metern an SVS-Torhüter Marco Knaller.

Der Österreicher Knaller reagierte abermals stark, als er einen wuchtigen Freistoß von Dominik Kaiser aus 24 Metern um den linken Pfosten lenkte (37. Minute). Zuvor hatten die Sachsen Glück gehabt, dass Schiedsrichter Benjamin Cortus ein Foulspiel an Sandhausens Benjamin Hübner außerhalb des Leipziger Strafraums gesehen hatte (29.). Dem Regelwerk entsprechend hätte es hier eigentlich Elfmeter für die Gäste geben müssen.

Auch im zweiten Durchgang hielt Sandhausens Schlussmann seine Mannschaft im Spiel, als er eine Direktabnahme von Davie Selke aus spitzem Winkel (54.) entschärfte. Doch selbst über 70 Prozent Ballbesitz halfen dem Favoriten wenig, denn der SVS belohnte sich in der Folge für einen couragierten Auswärtsauftritt beim Aufstiegsaspiranten. Aziz Bouhaddouz brachte eine Flanke scharf nach innen, wo Korbinian Vollmann im ersten Anlauf noch an Péter Gulásci scheiterte. Vom Körper des Torwarts prallte der Ball jedoch an Vollmanns linke Schulter und von dort ins Tor (62). Leipzig präsentierte sich in der verbleibenden halbe Stunde einfallslos und scheiterte bei den seltenen Torchancen wiederholt am starken Knaller, sodass es am Ende zum Sieg für den Außenseiter reichte.

MSV Duisburg - 1860 München 2:1 (0:0)

Nach nervösem Beginn erspielte sich der MSV zwar ein leichtes Übergewicht, konnte gegen kompakt verteidigende Münchner jedoch lange keine echte Torgefahr entwickeln. 60 versuchte es über schnelle Umschaltsituationen, doch auch ihnen fehlte im letzten Drittel häufig die nötige Präzision im Passspiel.

Im Anschluss an eine weitestgehend ereignislose erste Halbzeit brachte Michael Liendl die "Löwen" mit einem Distanzschuss aus 25 Metern in Führung (64.). Zehn Minuten später ermöglichte eine Fehlentscheidung der Unparteiischen den Ausgleich: Der eingewechselte Thomas Bröker köpfte eine Flanke von rechts an den linken Innenpfosten, von wo aus der Ball an den Körper von 60-Keeper Stefan Ortega sprang. Den Fernsehbildern nach zu urteilen schien es so, als hätte der Ball die Torlinie nicht in vollem Umfang überschritten. Nach einer harten Referee-Entscheidung musste München die Partie sogar in Unterzahl beenden. Mittelfeldspieler Milos Degenek sah die Gelb-Rote-Karte wegen wiederholten Foulspiels (80.).

Fünf Minuten vor Abpfiff konnten die "Zebras" die numerische Überzahl zum Siegtreffer nutzen. Aus dem Gewühl heraus traf Victor Obinna aus sieben Metern durch zwei Münchner hindurch zum umjubelten Siegtreffer der Duisburger. Marcel Adlung verfehlte in der Nachspielzeit noch mit einem Nachschuss das leere MSV-Tor (90.+1), sodass Duisburg mit 25 Punkten jetzt punktgleich mit 1860 am Tabellenende liegt. Beide trennen drei Punkte von Fortuna Düsseldorf auf Platz 15, das am Sonntag in Fürth antritt.

FSV Frankfurt - SC Paderborn 0:2 (0:0)

Im zweiten Kellerduell des Tages sahen die Zuschauer am Bornheimer Hang eine sehr zerfahrene Begegnung, in der es erst in der 32. Minute den ersten nennenswerten Torabschluss gab. Frankfurts Fanol Perdedaj zwang SCP-Keeper Daniel Heuer Fernandes mit einem Schuss aus dem Rückraum zum Eingreifen.

Keine 30 Sekunden nach dem Seitenwechsel vergab Besar Halimi für den FSV die bis dahin vielversprechendste Möglichkeit des Spiels. Nach schönem Schnittstellenpass von Taiwo Awoniyi scheiterte Halimi aus zwölf Metern an Heuer Fernandes (46.). Paderborns Moritz Stoppelkamp rächte diese Fahrlässigkeit fünf Minuten später: Perdedaj hatte ihm unfreiwillig den Ball im Strafraum vorgelegt, Stoppelkamp umkurvte Torwart André Weis und traf problemlos zum 1:0.

Stoppelkamp sorgte in der 65. Minute dann für die Vorentscheidung im Aufeinandertreffen der beiden schlechtesten Abwehrreihen der Liga. Der ehemalige Hannoveraner überwand den zu weit vor seinem Tor postierten Weis mit einem sehenswerten Schuss vom rechten Strafraumeck. Dank des wichtigen Auswärtserfolgs verkürzte der Bundesliga-Absteiger des Vorjahres den Rückstand auf Relegationsrang 16 auf einen Punkt, der FSV liegt seinerseits nur noch zwei Punkte vor Paderborn.

lst

insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dner 15.04.2016
1. leipzig
irgendwie gefällt mir die Niederlage von Leipzig weil ich hoffe das Freiburg Meister wird
nolabel 15.04.2016
2. Freiburg
hat die 1. Liga immer bereichert. Wenn sie jetzt Meister werden und die gestopften Brausedosen abhängen, wäre das sehr erfreulich.
trompetenmann 15.04.2016
3. Super! Gut für Freiburg!!
Sollte mit dem direkten Aufstieg klappen...
clauswillypeter 15.04.2016
4.
Langsam keimt in mir der Verdacht, das die Leipziger gar nicht aufsteigen wollen. Einige der Spieler müssten nämlich den Verein im Falle des Aufstiegs verlassen, da sie nicht erstligatauglich sind.
pirx64 16.04.2016
5.
Relegation Hoffenheim - Leipzig. Das wäre der Hammer. lol
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.