2. Fußball-Bundesliga Bochum und Fürth steigen auf, Kiel muss in die Relegation

Seit 2010 spielte VfL Bochum in der zweiten Liga, nun kehrt der Klub in das Oberhaus zurück. Mit den Bochumern steigt Greuther Fürth auf, der sich am letzten Spieltag an Kiel vorbeischob. Braunschweig steigt ab.
Bochums Kapitän Anthony Losilla traf und feierte den Aufstieg

Bochums Kapitän Anthony Losilla traf und feierte den Aufstieg

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Der VfL Bochum und Greuther Fürth sind in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Am letzten Zweitliga-Spieltag reichte Bochum ein 3:1 (1:0) gegen Sandhausen, Fürth gewann 3:2 (0:1) gegen Fortuna Düsseldorf. Holstein Kiel verpasste den direkten Aufstieg trotz der guten Ausgangslage als Tabellenzweiter vor dem Spieltag. Nach dem 2:3 (1:0) gegen Darmstadt 98 müssen die Kieler in die Relegation gegen den 1. FC Köln.

Der Start der Bochumer Feierlichkeiten musste bis in die 29. Minute warten; Bochums Keeper Patrick Drewes hatte bis dahin zweimal klasse gehalten, einmal gegen Erik Zenga und Kevin Behrens (19. Minute), dann gegen Daniel Keita-Ruel (21.) aus kurzer Distanz. Gegen die abstiegsbedrohten Sandhäuser brauchte es einen starken Pass von Robert Zulj in die gegnerische Hälfte auf Simon Zoller, der verzögerte und am zweiten Pfosten den mitgelaufenen Milos Pantovic bediente (29.).

Dass die zwischenzeitliche Führung nicht höher ausfiel, lag wiederum am Torhüter der Gäste; Stefanos Kapino parierte unter anderem gegen Zoller stark (42.). Und dass Bochum die Führung verspielte, lag an Behrens: Einen langen Ball köpfte der Stürmer am herausgelaufenen Drewes vorbei und schoss den Ball aus spitzem Winkel, fast von der Torauslinie, ins Tor (60.).

Ein Ergebnis, mit dem die Bochumer am Ende auch hätten leben können, denn die Aufstiegskonkurrenz aus Kiel patzte ebenfalls. Die Treffer durch Anthony Losilla und Zulj (88.) feierten sie in Bochum dennoch wie die entscheidenden (78.). Es ist die Rückkehr nach dem Abstieg im Jahr 2010.

Mit Bochum geht Fürth hoch in Liga eins. Dabei sahen die Fürther zur Pause wie der sichere Relegationsteilnehmer aus, Düsseldorfs Kristoffer Peterson war vom linken Flügel nach innen gezogen und hatte ins lange Eck vollendet (26.). Zudem flog Fürths Anton Stach vom Platz, der Shinta Appelkamp mit offener Sohle am Unterschenkel traf. Die Fürther Proteste waren groß, obwohl Stach zuvor Gelb gesehen hatte und sonst Gelb-Rot gesehen hätte. Durch die Rote Karte drohte Stach aber für die gesamte Relegation auszufallen.

Die wussten die Fürther in der zweiten Hälfte aber zu verhindern. Unter Mithilfe durch Düsseldorfs Christoph Klarer, dem der Ball an den Arm sprang. Branimir Hrgota schob den Strafstoß zum Ausgleich ein (52.). Und obwohl Düsseldorf durch Appelkamp erneut in Führung ging, schlug Fürth in Unterzahl zurück. Julian Green besorgte den Ausgleich, der bei einer Kieler Niederlage bereits für den direkten Aufstieg gereicht hätte (69.). Dickson Abiama machte den Deckel drauf (83.).

Bei Holstein Kiel gab es am Samstagnachmittag hingegen lange Gesichter. Die Norddeutschen wollten am letzten Spieltag als erster Klub aus Schleswig-Holstein in die Bundesliga aufsteigen, nachdem man sich nach einer doppelten Quarantäne fulminant zurückgemeldet hatte. Dem Anlass gerecht agierten die Kieler nervös, kamen aber dennoch zur Führung: Torjäger Janni Serra köpfte einen Freistoß von Alexander Mühling ins Tor (18.). Es sollte eines der wenigen Dinge sein, die gegen Ex-Coach Markus Anfang glattliefen.

Denn Anfang, mit dem Kiel 2018 in der Bundesliga-Relegation am VfL Wolfsburg gescheitert war, hat mit Serdar Dursun den Torschützenkönig in den eigenen Reihen. Erst scheiterte er noch mit einer Grätsche aus kurzer Distanz (30.), dann aber köpfte er einen Freistoß ins lange Eck (51.) und drehte die Partie sieben Minuten später, indem er eine Hereingabe durch die Beine von Keeper Thomas Dähne spitzelte. Immanuel Höhns Tor zum Endstand besiegelte den Kieler Absturz auf Rang drei, obwohl Fin Bartels noch zum Anschluss kam. Am 26. und 29. Mai trifft Holstein nun auf Köln.

Eintracht Braunschweig muss nach einem Jahr die 2. Bundesliga als Absteiger bereits wieder verlassen. Mit dem 0:4 (0:3) beim Hamburger SV war der Abstieg für die Niedersachsen besiegelt. Sonny Kittel mit zwei frühen Treffern (7., 21. Minute) und Robin Meißner sorgten bereits vor der Pause für klare Verhältnisse, der HSV betrieb zum Abschied von Interimscoach Horst Hrubesch nach dem verpassten Aufstieg zu Saisonschluss wenigstens Wiedergutmachung und beendete die Saison – wieder einmal – als Tabellenvierter. Simon Terodde setzte in der 76. Minute mit seinem 24. Saisontor den Schlusspunkt.

Bei den Gästen hatte es schon vor dem Anpfiff zu diesem entscheidenden Match Ärger gegeben. Drei Spieler wurden aus dem Kader gestrichen, weil sie sich nach der Partie am vergangenen Wochenende betrunken haben sollen.

Der VfL Osnabrück hat durch eine 1:2-Niederlage bei Erzgebirge Aue die Rettung am letzten Spieltag verpasst, aber zumindest den Relegationsplatz 16 behalten – und somit noch eine Chance auf den Klassenerhalt. Sebastian Kerk sorgte mit einem direkt verwandelten Freistoß in der 25. Minute für die Gästeführung. Dimitrij Nazarov drehte mit einem Doppelschlag nach der Pause die Partie für Erzgebirge.

In der Relegation wartet der FC Ingolstadt, der in der 3. Liga den dritten Rang belegt hat.

hba/aha
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