Aufstiegsrennen in der 2. Bundesliga Werder Bremen holt sich Tabellenplatz zwei zurück

Mit dem 3:0 gegen Erzgebirge Aue verschafft sich Werder Bremen eine gute Position im Kampf um den direkten Aufstieg. Am vorletzten Spieltag reichten dafür eine durchschnittliche Leistung – und ein wacher Joker.
Spieler von Werder Bremen feiern ihren 3:0-Sieg beim FC Erzgebirge Aue

Spieler von Werder Bremen feiern ihren 3:0-Sieg beim FC Erzgebirge Aue

Foto: Nordphoto / Kokenge / IMAGO

In seinem Sonntagsspiel hat der SV Werder Bremen beim bereits als Absteiger feststehenden FC Erzgebirge Aue die Gelegenheit genutzt, an den punktgleichen Aufstiegskonkurrenten HSV und Darmstadt 98 vorbeizuziehen. Durch das 3:0 (0:0) haben die Bremer auf Platz zwei drei Punkte Vorsprung auf den HSV und können am letzten Spieltag sogar noch Zweitligameister werden.

In den anderen beiden Sonntagsspielen ging es um nichts mehr. Der 1. FC Nürnberg hatte aufgrund des schlechten Torverhältnisses nur noch theoretische Aufstiegschancen, nahm sich diesen letzten Strohhalm aber mit der klaren 3:0 (2:0)-Niederlage bei Holstein Kiel. Dynamo Dresden, das bereits als Teilnehmer des Relegationsspiels um den Ligaverbleib feststand, spielte in Karlsruhe 2:2 (0:1).

Werder Bremen brauchte bei Erzgebirge Aue keine starke Leistung, um sich alle Optionen für den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga offenzuhalten. Im Gegenteil war es zuerst Aue, das nach dem feststehenden Abstieg seinen Mut wiedergefunden zu haben schien. Gleich mit dem ersten Vorstoß landete der Ball durch Tom Baumgart im Netz (1. Minute). Doch Dimitrij Nazarov hatte zuvor im Abseits gestanden.

Bremen, bei dem der nach Wadenproblemen zurückgekehrte Ömer Toprak verletzt ausgewechselt werden musste (35.), investierte nach dem ersten Schreck etwas mehr, kam aber selten gefährlich vor das Auer Tor. Die beste Chance hatte in einem offensiv schwachen Spiel Romano Schmid. Er verpasste nach starkem Steckpass von Marvin Duksch (38.) den Abschluss knapp. Aue versuchte es hingegen immer wieder erfolglos aus der Ferne und führte zur Pause mit 6:4 Torschüssen.

Bremen kam druckvoller auf den Platz zurück, blieb nach einer erfolglosen Ecke dran und kam nach scharfer Hereingabe von Leonardo Bittencourt durch Verteidiger Marco Friedl zur Führung (49.). Bremen drückte danach zwar weiter, Friedls Distanzschuss aus 25 Metern war aber noch die beste Gelegenheit (67.). Nach einem Zusammenprall von Schmid und Dirk Carlson, musste der Aue-Abwehrspieler minutenlang auf dem Platz behandelt, konnte dann aber bei Bewusstsein selbst den Platz verlassen. Die zusätzliche Nachspielzeit nutzten dann der für Schmid gekommene Joker Niklas Schmidt und Werders Etatstürmer Niclas Füllkrug. Zuerst legte Schmidt Füllkrug für einen Schlenzer ins lange Eck auf (90.+2), dann bediente Füllkrug am Fünfer Schmidt (90.+6).

Holstein Kiel hat auch die letzte theoretische Chance des 1. FC Nürnberg auf die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga zunichtegemacht. Die Franken mussten sich bei den Norddeutschen am Sonntag verdient mit 0:3 (0:2) geschlagen geben und weisen vor dem letzten Zweitligaspieltag sechs Punkte Rückstand auf Rang drei auf. Kiel blieb zum fünften Mal in Serie unbesiegt und hatte den Klassenverbleib schon in der vergangenen Woche gesichert. Der FCN blieb dagegen zum vierten Mal nacheinander sieglos.

Beide Mannschaften spielten vom Anpfiff weg munter drauflos. Die Gäste hatten zunächst mehr Ballbesitz, die Hausherren agierten hingegen überaus effektiv. Skrzybski nutzte nach Zuspiel des starken Holtby gleich die erste Gelegenheit zur Führung (14. Minute), die Korb nach Fabian Reeses Top-Vorlage per Abstauber noch kurz vor der Pause ausbaute (41.). Nach dem Wechsel versuchte der »Club«, mit zwei frischen Kräften mehr Durchschlagskraft zu bekommen. Doch erneut waren es die Kieler, die durch Holtby (63.) zuschlugen.

Der Karlsruher SC hat einen Sieg im letzten Heimspiel der Saison verpasst, die Sieglos-Serie von Dynamo Dresden aber auf nunmehr 16 Partien verlängert. Die Badener trennten sich von den Sachsen am Sonntag 2:2 (0:1). Patrick Weihrauch brachte die Gäste in der 26. Minute in Führung. Kapitän Jerôme Gondorf (65.) und Torjäger Philipp Hofmann (74.), der im Sommer zum Erstligisten VfL Bochum wechseln wird, drehten die Partie vor 18.649 Zuschauerinnen und Zuschauern zugunsten der Karlsruher.

In der Nachspielzeit traf Dresdens Michael Akoto (90.+4) noch zum 2:2. Sportlich stand im Wildpark nicht viel auf dem Spiel. Der KSC hat den Ligaverbleib längst sicher. Auch dass Dynamo in die Abstiegsrelegation muss, stand schon vorab fest.

vgl
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