2. Fußball-Bundesliga Werder gewinnt Sieben-Tore-Spektakel in Paderborn – Darmstadt ist neuer Tabellenführer

Werder Bremen hat eine verrückte Partie in Paderborn für sich entschieden – trotz eines Gegentreffers aus 45 Metern und dank eigener Traumtore. Darmstadt schob sich am FC St. Pauli vorbei an die Tabellenspitze.
Marvin Ducksch gehörte zu den Siegern beim Spektakel von Paderborn

Marvin Ducksch gehörte zu den Siegern beim Spektakel von Paderborn

Foto: Ulrich Hufnagel / imago images/Ulrich Hufnagel

In Paderborn hat Werder Bremen ein denkwürdiges Zweitligaspiel mit etlichen Traumtoren nach 1:3-Rückstand noch für sich entschieden. Die Bremer sammelten so drei wichtige Punkte im Aufstiegsrennen – ebenso wie der SV Darmstadt, der dank eines Erfolgs in Ingolstadt neuer Tabellenführer ist.

Die Partie startete bereits mit einem Aufreger: Ein Kontakt zwischen Ömer Toprak und Sven Michel reichte Schiedsrichter Tobias Welz, auf Strafstoß für Paderborn zu entscheiden. Michel legte sich den Ball zurecht, scheiterte mit seinem Schuss an Jiri Pavlenka (13. Minute) – und musste sich doch nicht ärgern: Weil ein Bremer Verteidiger zu früh in den Strafraum gestartet war, wurde der Elfmeter wiederholt. Diesmal durfte sich Florent Muslija probieren und traf (15.).

Anschließend haderten die Bremer noch mehr mit dem Schiedsrichtergespann, nachdem der vermeintliche Ausgleich von Marvin Ducksch nicht zählte (22.). Eine richtige Entscheidung: Niclas Füllkrug stand zuvor im Abseits. Auf der Gegenseite köpfte Felix Platte, Doppeltorschütze des Paderborner 4:1-Hinspielerfolgs, den Ball an den Pfosten (23.).

Der nächste Versuch von Ducksch war dann regelkonform: Mit einem Dribbling zog der Bremer Stürmer zwei Abwehrspieler auf sich. Statt ins lange Eck zu schlenzen, überraschte Ducksch mit einem Abschluss ins kurze Eck und glich aus (35). Bis zur erneuten Paderborner Führung daurte es nur drei Minuten: Gegen Michel konnte Pavlenka noch parieren, an Muslijas gefühlvollen Abschluss ins lange Eck kam der Bremer Keeper nicht mehr ran.

Florent Muslija war der Mann der ersten Hälfte

Florent Muslija war der Mann der ersten Hälfte

Foto: Ulrich Hufnagel / imago images/Ulrich Hufnagel

Auch die zweite Hälfte bot keine Atempause. Aus 45 Metern versuchte Platte einen Kunstschuss in den Winkel – und hatte Erfolg, weil er den Ball perfekt traf und Pavlenka sich verschätzte (56.). Diesmal waren es die Bremer, die direkt antworteten: Romano Schmid brachte Werder mit einem satten Volley aus knapp 20 Metern wieder heran (59.). Anschließend unterlief Doppeltorschütze Muslija ein schlimmer Fehlpass, Niclas Füllkrug setzte zum Sololauf an und vollstreckte ins lange Eck zum Ausgleich (66.).

Toprak sorgt für die Entscheidung

Das Spektakel war noch immer nicht vorbei: Platte (68.) und Ducksch (73.) gelang je ein Traumtor aus der Distanz, doch beide Treffer zählten nicht. Dem Tor des Paderborners war ein Foul an Toprak vorausgegangen, Duckschs Tor eine Abseitsstellung Füllkrugs. In der Schlussphase scheiterte Ducksch am Pfosten (82.), die Paderborner gleich zweimal am überragend reagierenden Pavlenka (84.) – und dann war es Toprak, der nach einer Ecke einen Fehler von Paderborns Keeper Jannik Huth nutzte, um den Ball mit der Hüfte über die Linie zu drücken.

Ole Werner feierte damit in seinem fünften Spiel als Werder-Coach den fünften Sieg. Die Bremer klettern auf den Relegationsrang drei, Paderborn ist Neunter.

Der SV Darmstadt 98 hat die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga übernommen. Die Hessen kamen am Samstag zu einem 2:0 (1:0) beim Tabellenletzten FC Ingolstadt und liegen nach dem 20. Spieltag nunmehr zwei Punkte vor dem FC St. Pauli. Die Hamburger hatten am Abend zuvor das Stadtduell beim HSV mit 1:2 verloren.

Die Darmstädter waren dem überforderten Aufsteiger komplett überlegen und hätten noch höher gewinnen können. Tim Skarke hatte die Mannschaft von Thorsten Lieberknecht mit einem sehenswerten Volley in Führung gebracht (15.), Aaron Seydel spät für die Entscheidung gesorgt (82.).

Weiteres Ergebnis:

Hansa Rostock – 1. FC Heidenheim 0:0

cev/dpa