Topspiel der 2. Bundesliga Zwei Tore in zwei Minuten – Kiel überflügelt Bochum

Zumindest für eine Nacht ist Holstein Kiel neuer Spitzenreiter der 2. Bundesliga. Und: Fortuna Düsseldorf gewinnt nach zweimaligem Rückstand in letzter Minute gegen Darmstadt.
Kiels Alexander Mühling lässt sich für sein Führungstor feiern

Kiels Alexander Mühling lässt sich für sein Führungstor feiern

Foto: Frank Molter / dpa

Im Spitzenspiel der 2. Bundesliga hat sich zum Auftakt des 10. Spieltags Holstein Kiel gegen den VfL Bochum durchgesetzt. Durch das 3:1 (1:1) stehen die Kieler vorübergehend mit 19 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz, der VfL Bochum belegt mit zwei Punkten weniger Platz drei.

Die Kieler hatten zu Beginn Mühe, ihr Spiel aufzuziehen: Bochum hatte mehr Ballbesitz, Bochum hatte die besseren Chancen. Simon Zoller hätte die Gäste nach einem Chipball an den Fünfmeterraum bereits in Führung bringen können (16. Minute). Der erste Treffer fiel aber für Kiel – nicht ohne etwas Glück: Bochums Innenverteidiger Armel Bella-Kotchap misslang ein Kopfballversuch, stattdessen sprang dem 18-Jährigen der Ball an die Hand. Nach Überprüfung durch den Videoschiedsrichter traf Kiels Alexander Mühling per Strafstoß zur Führung (31.).

Zoller gelang postwendend der Ausgleich: Nach einem Querschläger von Lee Jae-sung brachte Maxim Leitsch eine Hereingabe scharf vor das Tor, Zoller drückte den Ball aus fünf Metern über die Linie (33.). In der zweiten Hälfte wurde Kiel besser, erspielte sich mehr Chancen. Fin Bartels (64.) und Lee (65.) entschieden die Partie per Doppelschlag, eine weitere Großchance Lees sprang vom Innenpfosten ins Feld zurück (72.). Am Wochenende haben der Hamburger SV und Greuther Fürth Chancen, Kiel wieder von der Tabellenspitze zu verdrängen.

Für Erstliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf ging es im Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 vor allem darum, einen komfortablen Abstand zum Tabellenkeller zu wahren. Das gelang, die Fortuna gewann 3:2 (0:0) – auch dank einer bemerkenswerten taktischen Maßnahme von Trainer Uwe Rösler.

Der musste in der Anfangsphase beobachten, dass seine Mannschaft große Probleme mit engagierten Darmstädtern hatte, die durch Tobias Kempe (9.) und Paik Seung-ho (13.) gute Chancen auf die Führung vergaben. Nach 20 Minuten signalisierte dann Torhüter Florian Kastenmeier eine Verletzung – Rösler nutzte die Pause und rief seine Feldspieler heran, die sich daraufhin in der Vierer- statt der ursprünglichen Dreierkette formierten. Kastenmeier konnte weiterspielen.

Fünf Tore in Halbzeit zwei

Düsseldorf war nun besser in der Partie. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es dennoch das Gegentor: Darmstadts bester Torschütze Serdar Dursun traf mit seinem siebten Saisontor zur Führung (50.), Rouwen Hennings gelang auf der Gegenseite mit einem sehenswerten Freistoßtreffer aus 20 Metern Torentfernung der Ausgleich (56.).

Zunächst ging Darmstadt erneut in Führung. Kempe schoss einen Elfmeter mittig ins Tor, nachdem Kelvin Ofori im Strafraum Fabian Holland mit einem Tritt zu Fall gebracht hatte (67.). Kenan Karaman gelang per Hinterkopf der Ausgleich (77.). Zum Schluss standen erneut Ofori und Holland im Mittelpunkt: Der Düsseldorfer gab einen abgefälschten Schuss ab, Holland hob das Abseits für den eingewechselten Dawid Kownacki auf, der den freien Ball zum Düsseldorfer Sieg ins Tor schoss (89.).

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cev