2. Fußball-Bundesliga Hamburger SV verpasst endgültig den Aufstieg

Die direkte Bundesliga-Rückkehr ist nicht mehr möglich: Ein desolater HSV verliert in Paderborn 1:4 und steht vor den Trümmern der Saison. Die Ostwestfalen und Union Berlin kämpfen nun um den direkten Aufstieg.

Sebastian Vasiliadis (Nr. 39) trifft für Paderborn. HSV-Torwart Tom Mickel ist geschlagen
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Sebastian Vasiliadis (Nr. 39) trifft für Paderborn. HSV-Torwart Tom Mickel ist geschlagen


Der Hamburger SV hat den Wiederaufstieg in die Bundesliga verspielt. Die Hamburger verloren am vorletzten Spieltag der zweiten Liga beim SC Paderborn 1:4 (0:1). Als Tabellenvierter mit 53 Zählern hat der HSV vor dem letzten Spieltag in einer Woche drei Punkte Rückstand auf den Dritten Union Berlin. Die Berliner siegten zeitgleich 2:0 (2:0) gegen Magdeburg. Weil sie eine um 21 Treffer bessere Tordifferenz im Vergleich zum HSV besitzen, ist der Aufstieg für die Hanseaten nicht mehr zu schaffen.

Der SC Paderborn dagegen steht vor dem überraschenden Durchmarsch: Vor einem Jahr war das Team von Trainer Steffen Baumgart erst in die zweite Liga aufgestiegen. Nun haben die Ostwestfalen als Zweiter mit 57 Punkten bereits den Relegationsplatz drei sicher - und können am letzten Spieltag in Dresden sogar den direkten Aufstieg schaffen. Union Berlin hat mit 56 Punkten einen Zähler Rückstand und die um acht Treffer schlechtere Tordifferenz.

SC Paderborn - Hamburger SV 4:1 (1:0)

Fünf Änderungen nach dem 0:3 gegen Ingolstadt vor einer Woche nahm HSV-Trainer Hannes Wolf gegen Paderborn vor: Stürmer Pierre-Michel Lasogga kehrte zurück, Keeper Julian Pollersbeck musste wegen eines Infekts passen. Für ihn kam Tom Mickel. Und der Ersatzmann stand sofort im Fokus: Einen Schuss von Kai Pröger ließ Mickel nur nach vorn abprallen, wo Sebastian Vasiliadis stand und zum 1:0 für Paderborn abstaubte (26.).

Tor Nummer zwei für die Paderborner fiel nach einem erneuten schlimmen Fehler der HSV-Defensive: Léo Lacroix verlor den Ball an Vasiliadis und konnte ihn dann nicht mehr stoppen. Flachschuss, der noch abgefälscht wurde, Doppelpack für den 21-Jährigen. Philipp Klement hatte sogar noch die Chance zum 3:0, aber zunächst flog sein Kopfball knapp vorbei (65.) und Sekunden später auch ein Schussversuch von ihm (66.).

So aber schlug der HSV noch einmal zurück: Eine Ecke köpfte Verteidiger Rick van Drongelen ins Tor (71.). Nur noch 1:2. Aber Christopher Antwi-Adjej sorgte dann für die Entscheidung: Er traf zum 3:1 (81.) und dann zum 4:1 (86.).

Paderborn jubelte, und der HSV stand vor den Trümmern einer Saison, in der es nur um eines ging: den Aufstieg.

1. FC Union - 1. FC Magdeburg 3:0 (2:0)

Für Union Berlin begann das Spiel gegen Magdeburg perfekt: Grischa Prömel brachte die Köpenicker, die zuvor nur einen Sieg aus den vorigen sieben Partien holen konnten, schon nach acht Minuten in Führung. Stoßstürmer Sebastian Polter erhöhte noch vor der Halbzeitpause nach Vorarbeit von Sebastian Andersson auf 2:0 (31.). Das 3:0 erzielte dann in der Nachspieltzeit erneut Polter (90.+6.).

Union tritt am letzten Spieltag beim VfL Bochum an: Dort entscheidet sich für die Berliner, ob sie in die Relegation gegen den VfB Stuttgart müssen, oder ob sie den allerersten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte sogar direkt schaffen.

Für Magdeburg bedeutete die Niederlage den Wiederabstieg. Das Team vom ehemaligen HSV-Trainer Michael Oenning hat unaufholbare fünf Punkte Rückstand auf den Tabellen-16. Ingolstadt. Ingolstadt (35 Punkte) siegte zeitgleich gegen Darmstadt 3:0 (2:0) und hat nun noch Chancen, am letzten Spieltag den SV Sandhausen (37 Zähler) einzuholen und den Klassenerhalt zu feiern. Ingolstadt trifft in einer Woche auf Heidenheim, Sandhausen auf Regensburg.

Magdeburg und Duisburg steigen ab

Abgestiegen ist neben Aufsteiger Magdeburg auch der MSV Duisburg. Gegen den 1. FC Heidenheim gab es für das Team von Trainer Torsten Lieberknecht ein 3:4 (1:2). Damit kann sich Duisburg mit 28 Punkten und sieben Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz 16 am letzten Spieltag nicht mehr retten.

Außerdem spielten:

1. FC Köln - Jahn Regensburg 3:5 (0:3)
Sandhausen - Bielefeld 0:3 (0:2)
Holstein Kiel - Dynamo Dresden 3:0 (1:0)
St. Pauli - VfL Bochum 0:0
Erzgebirge Aue - Greuther Fürth 1:1 (1:1)

mey



insgesamt 67 Beiträge
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retterdernation 12.05.2019
1. Zwei Winzlinge des Fußballs ...
geben einem die Hoffnung zurück - dass Geld nicht alles sein kann. Zwei Winzlinge des runden Sports sind die Sensation der 2. Liga. Paderborn und Union bleiben auf den Aufstiegsrängen. Was ein Hammer ist das denn und setzt die unglaublichen Fussballerlebnisse dieser Woche nahtlos fort. Diese beiden Winzlinge - die man mit Welpenschutz betrachtet, schalten den ehemals großen HSV aus. Wie eine Maus in der Käsefalle. Das Wort Demut gewinnt in Hamburg auf einmal eine ganz neue Dimension. Hinrichtung! Ist das einzige Wort, für das Gefühl, welches jetzt in den Fans der Fischköppe vorgeht. Und natürlich in der Maus. Liebe Hamburger: Wir in Berlin kennen dieses mieseste aller miesen Gefühle. Erst kommt der unvermeidbare Abstieg. Dann die Hoffnung. Danach die Folter der Realität. Und jetzt - das unglaubliche Gefühl von Leer. Es gibt keine Wut, keine Trauer - keine Hoffnung - keine Liebe. Dagegen war der Abstieg Kindergarten. Du bist endgültig ausgestoßen. Das wahre Fussballleben haben andere. Du und Deine Kumpels seid einfach nur noch einsam. Es fährt ein Zug nach Nirgendwo und Du bist dabei. Der Gedanke an den Ball löst heftige, körperliche Reaktionen in Dir aus. Das Leben ist scheinbar am Ende! Doch das könnte erst der Anfang dieser Lähmung sein. Was meint Ihr Hamburger wie schlimm das wird, wenn Liga 3 zu drohen scheint. All das kennen Wir in Berlin und beneiden Euch nicht. Zwei Winzlinge des Fußballs. Und Paderborn, die Dorfmannschaft spielt den HSV aus der Weltmetropole an die Wand. Der HSV geht unter - der Kommentar im Radio. Was bleibt ist Bier. Viel Bier. Holsten knallt am dollsten. Prost!
colada 12.05.2019
2. HSV versinkt im Schatten
Seit Monaten keine Spielfreude. Hoffnungslose Verunsicherung. Leistungswillig? Fehlanzeige! Wahrscheinlich ist nur wieder der Trainer das Bauernopfer. Dabei sitzt das Problem viel tiefer. Bitte die richtigen Schlüsse ziehen und das Management komplett umkrempeln. Jetzt ist die Chance da! Mach neu!!
widower+2 12.05.2019
3. Glückwunsch!
Glückwunsch dem HSV zum sicheren Klassenerhalt und einer ausgeglichenen Tordifferenz.:) War ja so nicht zu erwarten.
humble_opinion 12.05.2019
4. Auch als HSV-Fan
Auch als HSV-Fan muss ich zugeben: die jetzige Mannschaft, dazu noch mit den avisierten Abgängen, hat und hätte in der 1. Liga nichts zu suchen. Besonders die zweite Saisonhälfte hat gezeigt, dass das Team unter Trainer Wolf nicht stärker, sondern schwächer geworden ist. Was nicht heißen soll, dass dieser allein Schuld hätte. Anerkennung an Paderborn und Berlin! Hier wird aus relativ wenigen (finanziellen) Mitteln etwas geschafft, das Hochachtung verdient. Beim HSV sind seit gefühlten Ewigkeiten zu viele Köche am Topf umrühren, langfristige Planungen und vor allem das festhalten daran leider Fehlanzeige.
BarmbekerJung 12.05.2019
5. Schau an der HSV
Man hat den Eindruck der HSV hat das nächste Saisonziel ausgegeben: Gesicherter Platz im Mittelfeld!!!!! Aber was will man von diesem Trainer anders erwarten ausser gesundbeten. Grosse Töne und nix dahinter. ;-((((((
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