St.-Pauli-Profi Cenk Sahin nach Solidaritätsbekundung mit türkischem Militär freigestellt

Cenk Sahin ist nicht länger Teil des St.-Pauli-Kaders. Damit reagierte der Zweitligist auf eine Solidaritätsbekundung seines Spielers zur türkischen Militäroffensive in Nordsyrien.
St. Paulis Cenk Sahin

St. Paulis Cenk Sahin

Foto: Christian Charisius/DPA

Der FC St. Pauli hat den Spieler Cenk Sahin mit sofortiger Wirkung vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt. Damit reagiert der Klub auf Äußerungen Sahins im sozialen Netzwerk Instagram. Dort hatte der Außenspieler zuletzt seine Unterstützung für die türkische Militäroffensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien erklärt. Fans des Vereins hatten daraufhin die umgehende Entlassung Sahins gefordert.

In einer Mitteilung auf der Vereinshomepage  bezog der FC St. Pauli Stellung. Zwar könne man "differenzierte Wahrnehmungen und Haltungen aus anderen Kulturkreisen nicht bis ins Detail beurteilen", kriegerische Handlungen und die Solidarisierung mit selbigen lehne man aber in jedem Fall ab. Der Vertrag mit Sahin bleibt weiterhin gültig, auch wurde dem Spieler eine Trainings- und Gastspielerlaubnis für andere Vereine erteilt. Damit darf er bei anderen Vereinen trainieren und Testspiele absolvieren. Ein Wechsel ist frühestens im Januar möglich.

In einem mittlerweile gelöschten Beitrag bei Instagram hatte sich Sahin in der Vorwoche mit dem türkischen Militär solidarisiert. Inhalt des Postings war eine türkische Flagge und ein Text in türkischer Sprache: "Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und den Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!" Der FC St. Pauli hatte sich anschließend von den Aussagen Sahins distanziert und eine "interne Aufarbeitung" angekündigt.

Sahin war im Sommer 2016 zu den Hamburgern gewechselt und hat seitdem 62 Pflichtspiele für den Klub bestritten. Zuvor hatte der 25-Jährige vier Jahre lang für den Süper-Lig-Verein Istanbul Basaksehir gespielt, der dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nahesteht.

cev
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