2. Fußball-Bundesliga Frankfurt und Ahlen jubeln

Eintracht Frankfurt hat die Rückkehr in die erste Fußball-Bundesliga geschafft. Die Hessen gewannen verdient gegen Wacker Burghausen. Konkurrent 1860 München unterlag überraschend dem LR Ahlen. Die Ahlener sicherten sich damit in letzter Minute den Klassenverbleib. Der 1. FC Köln ist Meister.


Frankfurt und die Freude auf die Bundesliga: Torschütze Benjamin Köhler (l.) und sein Mannschaftskollege Du-Ri Cha
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Frankfurt und die Freude auf die Bundesliga: Torschütze Benjamin Köhler (l.) und sein Mannschaftskollege Du-Ri Cha

Frankfurt - Durch Treffer von Benjamin Köhler, Alexander Meier und Markus Beierle schoss sich die Frankfurter Eintracht durch ein 3:0 (1:0) im letzten Saisonspiel gegen Wacker Burghausen zurück in die erste Liga. Der direkte Konkurrent 1860 München zog im Heimspiel gegen LR Ahlen mit 3:4 (2:2) den Kürzeren. Damit haben die Ahlener sensationell den Klassenerhalt geschafft. Absteigen muss dagegen Einracht Trier, das beim 1. FC Saarbrücken nicht über ein 1:1 (1:1) hinauskam.

Nach nur einem Jahr in der 2. Bundesliga ist Eintracht Frankfurt der dritte Aufstieg nach 1999 und 2003 geglückt. Gegen die bis dato auswärtsstärkste Mannschaft der Liga dominierten die Frankfurter, die in der Winterpause noch einen Acht-Punkte-Rückstand auf Platz drei hatten und am 29. Spieltag erstmals auf einen Aufstiegsrang geklettert waren, von Beginn an die durchwachsene Partie. Der emsige Du-Ri Cha sorgte mit einem seiner schnellen Vorstöße für die Vorarbeit zur verdienten Führung, die Köhler (17.) mit einem unhaltbaren Schuss aus zwölf Metern besorgte. Burghausen war allenfalls mit Weitschüssen durch Tom Geißler (12./44.) gefährlich. Meier (66.) und Beierle (90.) sorgten für die Entscheidung.

1860 bleibt zweitklassig

In einer packenden Partie gegen LR Ahlen verlor der TSV 1860 München mit 3:4 (2:2) und vergab die letzte Chance auf die Rückkehr ins Oberhaus. Ahlen konnte dagegen am letzten Spieltag das rettende Ufer doch noch erreichen und fügte den Sechzigern die zweite Heimniederlage der Saison zu. Dabei waren die Hausherren durch Marcel Schäfer (12.) vor 20.000 Zuschauern im Stadion an der Grünwalder Straße mit 1:0 in Führung gegangen. Doch der Ahlener Doppelschlag durch Sladan Asanin (24.) und Babacar N'Diaye (25.) brachte die Gäste erstmals in Front. Auch der Ausgleichstreffer von Remo Meyer (30.) nutzte nichts mehr, da erneut Asanin (56.) das 3:2 für LR erzielte. Jiayi Shao (68.) markierte zwar das 3:3, doch Christian Mikolajczak (71.) machte den Sieg des Außenseiters perfekt. Ahlen hatte in der 32. Spielminute sogar einen Foulelfmeter vergeben.

Trier fehlte nur ein Treffer

Eintracht Trier dagegen steht wegen der schlechteren Tordifferenz als vierter Absteiger fest. Die Mannschaft von Trainer Paul Linz kam im Abstiegs-Derby beim 1. FC Saarbrücken nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und muss mit nur 39 Punkten in die Regionalliga. Aufsteiger Saarbrücken (40) reichte das siebte Remis der Saison zum Klassenerhalt. Sebastian Becker ließ die Eintracht mit seinem Führungstor in der siebten Minute hoffen, doch Torsten Reuter (39.) glich noch vor der Pause für die Gastgeber aus. Die 21.500 Besucher im Ludwigspark sahen ein schwaches Spiel, wobei beiden Mannschaften die Angst vor dem Abstieg deutlich anzumerken war. Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware.

Cottbus musste schwitzen

Energie Cottbus verlor zwar 2:3 (2:1) beim bereits geretteten Karlsruher SC, hielt aber dank der Mithilfe des 1. FC Saarbrücken die Klasse. Der KSC ging durch ein Eigentor von Timo Rost in Führung (2.). Dann trafen Daniel Gunkel (32.) und Kenan Sahin (45.+1) für Cottbus, ehe Danny Schwarz (73.) und Sebastian Freis (90.) die Partie noch drehten. Vor 21.000 Zuschauern im Wildparkstadion waren die Gäste nach dem frühen Rückstand durch den Kopfball von Rost ins eigene Tor nur kurze Zeit verunsichert und drängten auf den Ausgleich. Die Bemühungen der Cottbuser wurden zunächst durch den Treffer von Gunkel aus kurzer Distanz und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch das Tor von Sahin nach einer schönen Einzelleistung belohnt. Nach dem Seitenwechsel drängten die Gastgeber weiter auf den Ausgleich und brachten die Gäste durch zwei weitere Treffer nochmal in Bedrängnis.

Essen verabschiedet sich mit Pleite

Rot-Weiß Essen hatte schon vor der verdienten 0:1 (0:0)-Heimpleite gegen die SpVgg Unterhaching als Absteiger festgestanden. Die Hachinger hatten den Klassenerhalt dagegen sicher, nachdem das DFB-Bundesgericht in der vergangenen Woche dem ehemaligen Bundesligisten drei Punkte aus der verloren gegangenen Partie gegen Rot-Weiß Erfurt (0:2) in der Berufungs-Verhandlung zugesprochen hatte. Das Tor des Tages gelang dem eingewechselten Barbaros Barut in der 82. Minute.

Oberhausen mit Remis

Rot-Weiß Oberhausen hat sich nicht mit dem erhofften Erfolgserlebnis aus der 2. Liga verabschieden können. Der Absteiger erreichte in seinem vorläufig letzten Spiel im bezahlten Fußball gegen Erzgebirge Aue ein 1:1 (1:0), blieb aber zum Saisonabschluss zum dritten Mal in Folge ungeschlagen. Die Gäste hatten sich schon vor dem Remis durch den Treffer von Ersin Demir (52.) nach Oberhausens Führung durch Stijn Haeldermans (8.) einen Platz in der oberen Tabellenhälfte gesichert.

Fürth siegt gegen Aachen

Ahlener Jubel: In allerletzter Minute sicherte sich LR den Klassenverbleib mit einem Sieg in München
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Ahlener Jubel: In allerletzter Minute sicherte sich LR den Klassenverbleib mit einem Sieg in München

Die SpVgg Greuther Fürth hat nach dem verpassten Aufstieg die Saison mit einem Sieg abgeschlossen. Durch einen 1:0 (0:0)-Erfolg beim ebenfalls gescheiterten Aufstiegskandidaten Alemannia Aachen nach dem Siegtreffer durch Jörg Albertz (82.) verbesserten sich die Franken in der Abschlusstabelle noch auf den fünften Rang, während Aachen nach seiner fünften Heimpleite auf Platz sechs zurückfiel. Trotz der sportlichen Bedeutungslosigkeit der Partie war Aachens Tivoli mit 20.330 Zuschauern fast ausverkauft. Beide Teams hatten im Vorfeld auf ein "Aufstiegs-Endspiel" gehofft, stattdessen erlebten die Besucher lediglich ein `Duell der Frustrierten". Einige Fürther Zuschauer hatten die Reise ins Grenzland trotz erworbener Tickets denn auch gar nicht mehr angetreten.

Lavric mit 18 Saisontoren

Stürmer Klemen Lavric hat Dynamo Dresden einen erfolgreichen Saisonabschluss beschert und sich nachdrücklich für einen Wechsel in die Bundesliga empfohlen. Der Slowene besiegelte mit seinem vierten Doppelpack der Saison den 2:1 (1:1)-Sieg der Sachsen über Absteiger Rot-Weiß Erfurt. Lavric avancierte nach dem Führungstreffer von Torsten Traub (9.) mit seinen Saisontoren 17 und 18 (11./64.) zum zweitbesten Torschützen der Liga und sicherte Dynamo damit den viertbesten Platz in der Rückrunden-Tabelle. Die Erstliga-Aufsteiger 1. FC Köln und MSV Duisburg haben ihre Fühler bereits nach dem Slowenen, dessen Vertrag bis 2007 läuft, ausgestreckt. Dynamo verlangt eine Million Euro als Ablöse.

Podolski schießt sich warm für die Bundesliga

Der 1. FC Köln kehrt als Meister ins Fußball-Oberhaus zurück. Die "Geißböcke" gewannen zum Saisonabschluss das Top-Spiel gegen den Mitaufsteiger MSV Duisburg 4:0 (0:0) und sicherten sich mit 67 Punkten die Spitzenposition. Für den FC war es zugleich der zwölfte Sieg im 17. Heimspiel der Saison. Der MSV, der nach fünf Jahren ebenfalls in die Bundesliga zurückkehrt, beendete die Saison mit 62 Zählern auf dem zweiten Tabellenplatz. Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergieStadion erzielten dreimal Lukas Podolski (50., 71., 86.), sowie Andrew Sinkala (69.) die Kölner Treffer. Mit seinen Saisontoren Nr. 22, 23 und 24 holte sich Jung-Nationalspieler Podolski überlegen die Torjägerkrone.



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