2. Fußball-Bundesliga Becherwurf am Böllenfalltor – Hansa Rostock gewinnt das Ost-Duell

Arminia Bielefeld zeigte gegen Kiel spektakulär, dass es noch gewinnen kann. Das umkämpfte Ost-Duell entschieden abgeklärte Rostocker für sich, und in Darmstadt wurde ein Spieler von einem Gegenstand am Kopf getroffen.
Der Rostocker Kai Pröger (r.) jubelt nach seinem Doppelpack gegen Magdeburg mit seinen Teamkollegen

Der Rostocker Kai Pröger (r.) jubelt nach seinem Doppelpack gegen Magdeburg mit seinen Teamkollegen

Foto: Ronny Hartmann / dpa

Vor der Länderspielpause zeigte Arminia Bielefeld beim 4:2 (2:0)-Heimsieg gegen Kiel, dass es nach zuletzt durchwachsenen Leistungen noch siegen kann. Die schlechte Chancenverwertung der Kieler kam den Arminen dabei gerade recht. In Darmstadt sicherten sich die Lilien beim 2:0 (2:0)-Sieg gegen schwache Nürnberger den zweiten Tabellenplatz und erzielten Treffer 38 und 39 gegen ihren Lieblingsgegner in der 2. Liga – so viele wie gegen keinen anderen Klub. Das kämpferisch geführte Ost-Duell entschieden eiskalt abschließende Rostocker gegen in weiten Teilen spielbestimmende Magdeburger 3:1 (2:0) für sich.

In Bielefeld lag der Ball bereits nach 18 Sekunden im Tor, doch gejubelt wurde erst zwei Minuten später: Bei der Flanke von Janni Serra in den Strafraum hatte Torschütze Robin Hack vermeintlich im Abseits gestanden. Schiedsrichter Arne Aarnink prüfte die Videobilder und entschied auf 1:0 für Arminia Bielefeld. Kiel drehte danach auf, hatte über 60 Prozent Ballbesitz und Chancen nahezu im Minutentakt, doch Fin Bartels traf den Ball nicht richtig (8. Minute) und Patrick Erras köpfte in die Arme von Arminia-Torwart Martin Fraisl (19.). Stattdessen traf ein Ex-Kieler auf der anderen Seite: Nach Hacks Flanke in den Strafraum, stieg Serra in der Mitte unbedrängt hoch und köpfte zum 2:0 ein (36.).

Nach Querpass von Bryan Lasme schob Masaya Okugawa sicher zur 3:0-Führung ein (48.). Beim 1:3-Anschluss durch Alexander Mühling fiel der Jubel der Kieler noch wenig euphorisch aus (59.). Kurz darauf war Kiel nach einem langen Einwurf und dem 2:3 durch Bartels wieder im Spiel angekommen (68.). In der Folge segelten minütlich gefährliche Flanken in den Bielefelder Strafraum, doch wieder traf Arminia: Manuel Prietl nahm Bartels den Ball am Strafraum ab, und den Konter über Hack und Lasme schloss Letzterer aus 16 Metern ins lange Eck zum 4:2-Endstand ab (85.).

In den 22 Zweitliga-Duellen mit den Lilien kassierte Nürnberg 37 Gegentreffer, so viele wie in der 2. Bundesliga gegen keinen anderen Verein. Auch diesmal lag der Ball früh im Nürnberger Tor: Braydon Manu hatte den Ball rechts im Strafraum bekommen und bediente Tobias Kempe in der Mitte halbhoch – 1:0 für die Lilien (8.). Glück für Darmstadt: Nach Handspiel von Jannik Müller im Strafraum (18.) ließ Schiedsrichter Christian Dingert weiterspielen. Nach einer Darmstädter Ecke an den ersten Pfosten setzte sich Philipp Tietz im Luftduell gegen Sadik Fofana durch und köpfte zum 2:0 ins rechte Eck (27.).

Dosenwurf am Böllenfalltor

Nach der Pause machte Darmstadt vor allem über den quirligen Manu weiter Druck. Sein Abschluss aus 18 Metern flog aber deutlich über das Tor (56.). Dann der Aufreger des Spiels: Kempe wollte eine Ecke vor dem Nürnberger Block ausführen und wurde von einem Becher am Kopf getroffen. Die Partie war daraufhin kurz unterbrochen. Kempe rieb sich kurz den Kopf und spielte dann weiter. Nürnberg warf alles nach vorn, kam durch den Distanzschuss von Tempelmann (68.) und den Kopfball von Pfeiffer (69.) zu Chancen, den darauffolgenden Konter konnte Johannes Geis nur mit einem Foul an Manu stoppen und sah folgerichtig die Gelbe Karte (70.). Nürnberg schaffte es danach nicht mehr, gefährlich vor dem Darmstädter Tor aufzutauchen.

Im Ost-Klassiker zwischen Hansa Rostock und dem 1. FC Magdeburg war die erste Hälfte in einer umkämpften Partie spielerisch klar in der Hand der Gäste aus Magdeburg. Und sie hatten auch die erste Großchance: Ein abgefälschter Abschluss von Luca Schuler flog im hohen Bogen in Richtung des Tores. Lukas Scherff eilte herbei, köpfte den Ball an die Latte und von dort in die Arme von Torwart Markus Kolke (17.). Wenig später bestrafte Rostock dann einen Fehler im Magdeburger Spiel: Von Svante Ingelsson kam der Ball zu Kai Pröger, der von der rechten Seite aus Maß nahm und den Ball platziert im linken unteren Eck unterbrachte (30.). Nach einem Eckball stand dann wieder Pröger am zweiten Pfosten zu frei, konnte sich den Ball zurechtlegen und dann durch die Magdeburger Abwehr hindurch zum 2:0 abschließen (41.) – Doppelpack vom Zugang aus Paderborn.

Lukas Frödes Treffer wurde zuerst aufgrund vermeintlicher Abseitsstellung nicht gegeben – nach Einschalten des VAR stand es dann doch 3:0 für Hansa (62). Nach Foul von Ryan Malone an Tatsua Ito trat Barış Atik zum Elfmeter für Magdeburg an und scheiterte an Kolke (83.). Der ausgelassene Jubel der Rostocker Hintermannschaft zeigte danach die Bedeutung dieses Sieges für Hansa. Kurz vor Schluss fiel Atik der Ball an gleicher Stelle noch einmal vor die Füße, und er schob zum 1:3-Ehrentreffer ein (90.+4).

vgl
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