Konflikt mit Hannover 96 Kind kann vorerst Geschäftsführer bleiben

Die Vereinsseite will ihn loswerden, dagegen hatte Martin Kind geklagt. Nun hat das Landgericht Hannover entschieden, dass der Mehrheitsgesellschafter als 96-Geschäftsführer weiterarbeiten darf.
Martin Kind

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Rainer Droese / localpic / IMAGO

Martin Kind, Mehrheitsgesellschafter von Zweitligist Hannover 96, hat in der ersten gerichtlichen Auseinandersetzung gegen den Verein Recht bekommen. Kind darf damit weiter als Geschäftsführer der Hannover 96 Management GmbH arbeiten. Das entschied das Landgericht Hannover in einem Eilrechtsverfahren am Dienstag.

»Dem Verfahrensteller wird gestattet, sein Amt weiter auszuüben«, sagte Richter Carsten Peter Schulze. Konkret bedeutet dies, dass die Abberufung bis zum hauptsächlichen Verfahren nicht wirksam ist, solange der Aufsichtsrat der Management GmbH, der mit je zwei Vertretern der Kind- und der Vereinsseite besetzt ist, keine Abberufung beschließt.

Doch der Konflikt ist damit vermutlich nicht beigelegt. Gegen die Entscheidung dürfte der Stammverein Einspruch einlegen, die nächste Instanz ist das Oberlandesgericht in Celle.

Maximale Eskalationsstufe

Der e.V. hatte Kind Ende Juli als Geschäftsführer der Hannover 96 Management GmbH abberufen. Der Mutterverein wählte damit die maximale Eskalationsstufe und Kind wehrt sich juristisch. Dank einer Zwischenverfügung des Landgerichts durfte er als Geschäftsführer bis zum Termin der mündlichen Verhandlung weiter eingeschränkt arbeiten.

Kinds Engagement wird innerhalb des Vereins seit Jahren sehr unterschiedlich bewertet. Während die einen die finanziellen Verdienste des 78-Jährigen für den Verein hervorheben, werfen die anderen ihm eine Distanz zum Fußball und Alleingänge vor. Die konkreten Gründe für die Abberufung sind bisher nicht klar kommuniziert worden.

Hintergrund 50+1-Regel

Vielmehr scheinen einzelne kleinere Stellvertreterkonflikte das ohnehin strapazierte Verhältnis aus Sicht des Muttervereins ausgereizt zu haben. Unter anderem geht es um den Vorwurf, »mehrfach und gravierend gegen Weisungen und vertragliche Vereinbarungen verstoßen« zu haben, was die Kind-Seite bestritt.

Die ganze Auseinandersetzung muss immer im Kontext einer komplizierten Vereinsstruktur eingeordnet werden: Kind ist Mehrheitsgesellschafter der Hannover 96 Sales & Service GmbH & Co. KG, der die Profifußball-KGaA zu 100 Prozent gehören. Da die 50+1-Regel in Deutschland jedoch vorschreibt, dass der Stammverein immer die Stimmenmehrheit in einer ausgegliederten Kapitalgesellschaft besitzen muss, werden die Geschäftsführer der KGaA von der Hannover 96 Management GmbH bestimmt. Sie gehört zu 100 Prozent dem Stammverein.

krä/dpa/sid
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