2. Fußball-Bundesliga Nürnberg stolpert schon wieder

Nach der Niederlage beim Neuling VfL Osnabrück hadert der Fast-Aufsteiger 1. FC Nürnberg mit dem Schicksal.


Andreas Köpke: Rote Karte für den künftigen Fußball-Rentner
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Andreas Köpke: Rote Karte für den künftigen Fußball-Rentner

Osnabrück - "So grausam kann Fußball sein", stöhnte Klaus Augenthaler. Mühsam verbarg der Trainer des 1. FC Nürnberg seine Enttäuschung über die 1:2-Niederlage in letzter Minute beim VfL Osnabrück.

Seit fünf Spielen ist der Zweitliga-Spitzenreiter sieglos, die Rückkehr ins Oberhaus wird nicht zum glanzvollen Durchmarsch. "Wir haben die Seuche", klagte der frühere Bayern-Profi. Club-Manager Edgar Geenen ist schon jetzt vor dem nächsten Heimspiel bange, obwohl ein mutmaßlicher Absteiger ins Frankenstadion kommt: "Jetzt wird es auch gegen Ulm ganz, ganz schwer."

Rote Karte für Nürnberg-Keeper Köpke

Gegen den SSV wird Andreas Köpke fehlen. Nach 39 Minuten wurde das Handspiel des ehemaligen Nationaltorwarts außerhalb des Strafraums mit der Roten Karte bestraft. "Der Osnabrücker Thioune hat den Ball vorher mit der Hand berührt", ereiferte sich Köpke, der nach dieser Saison zurücktreten wird und in Osnabrück von Dariusz Kampa abgelöst wurde.

Nach dem Platzverweis standen die Nürnberger unter Dauerdruck und erwehrten sich bis kurz vor dem Abpfiff der Osnabrücker Angriffe. "Wir haben sehr gut gekämpft und gezeigt, dass wir auf dem Weg zurück zur alten Stärke. Meine Spieler haben Moral bewiesen", urteilte FCN-Coach Augenthaler.

"Gegen Ulm werden wir das Glück erzwingen"

"Gegen Ulm werden wir das Glück erzwingen. Das kleine Tief ist eine Sache des Kopfes, deshalb hat es keinen Sinn, drauf zu hauen", meinte Augenthaler, desse Mannschaft trotz der siebten Saisonniederlage noch neun Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz hat.

Vor 16.100 Zuschauern fiel in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Osnabrücker Siegtor durch Christian Claaßen, der nach einer Ecke des überragenden Ansgar Brinkmann per Kopf traf. Während die Nürnberger geschockt vom Rasen schlichen, versanken Spieler und Fans des Aufsteigers in einem Freudenrausch.

"Hier lebt der Fußball"

"Ein beeindruckendes Erlebnis, davon können die Jungs zehren. Hier lebt der Fußball, und das sollte für die Spieler mehr bedeuten als die letzte Mark", sagte Trainer Jürgen Gelsdorf, "es tut der Mannschaft gut, erstmals in dieser Saison von den Abstiegsplätzen weg zu sein."

Bis 2003 ist Gelsdorf an den VfL gebunden. Vor einigen Wochen lehnte er ein Angebot ab, als Sportdirektor zum VfL Bochum zu gehen. "Ich will in Osnabrück etwas aufbauen, über das Saisonende hinaus", sagte Gelsdorf, dessen Vertrag auch für die Regionalliga gilt.

Osnbrück ist das zweitbeste Rückrundenteam

Doch an diese Möglichkeit denkt nach dem dritten Sieg in Folge niemand mehr. In der Rückrunde holte nur der Tabellenzweite Borussia Mönchengladbach mehr Punkte als die Niedersachsen, die es in zwölf Spielen auf 23 Punkte brachten.

"Wir können es jetzt erstmals aus eigener Kraft schaffen, das ist ganz wichtig", betonte Gelsdorf. Kapitän Claaßen, der beide Treffer erzielte, strahlte: "Das war ein Meilenstein. Jetzt liegt es an uns, unsere Position zu verteidigen."


VfL Osnabrück - 1. FC Nürnberg 2:1 (1:1)
1:0 Claaßen (12.)
1:1 Krzynowek (17.)
2:1 Claaßen (90.)
VfL Osnabrück: Brunn - Hey, Ukrow (87. Schiersand), Halat, Weiland - Rosen (46. Petri), Enochs, Schütte - Brinkmann, Thioune (82. Westerthaler), Claaßen
1. FC Nürnberg: Köpke - Tavcar, Nikl, Johansson, Wiblishauser - Jarolim (Kampa 40.), Störzenhofecker, Günther, Krzynowek - Gomis (73. David), Weigl (83. Leitl)
Schiedsrichter: Pickel (Ettringen)
Zuschauer: 16.100
Gelbe Karten: Weiland (5/1) - Störzenhofecker (2), Günther (3)
Bes. Vorkommnis: Rote Karte Köpke (39., Nürnberg) wegen absichtlichen Handspiels außerhalb des Strafraums



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