2. Fußball-Bundesliga Rostock, Duisburg und Freiburg behalten die Nerven

Es bleibt weiter spannend an der Spitze der 2. Fußball-Bundesliga: Während Rostock, Duisburg und Freiburg ihre Aufgaben lösten, patzten Lautern und Fürth. Die Greuther verloren gegen neun Hachinger. Damit sind vor dem letzten Spieltag vier Teams punktgleich in Abstiegsgefahr.


Hamburg - Hansa Rostock hat einen großen Schritt in Richtung Bundesliga-Aufstieg gemacht. Die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf gewann bei 1860 München etwas glücklich mit 2:1 (2:0) und geht mit zwei Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz in den abschließenden Spieltag am kommenden Sonntag. Hansa könnte im Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching sogar ein Unentschieden reichen, um nach zwei Jahren in die erste Liga zurückzukehren.

Vor 36.100 Zuschauern in der Münchener Arena brachte der ehemalige Nationalspieler Christian Rahn die Gäste in der 10. Minute mit einem sehenswerten Freistoß aus 25 Metern Entfernung in Führung. Das 2:0 erzielte Rostocks Torjäger Enrico Kern in der 23. Minute mit seinem zwölften Saisontor. Berkant Göktan verkürzte per Freistoß in der 78. Minute für die Gastgeber.

Der MSV Duisburg hat den fünften Aufstieg in die Bundesliga dicht vor Augen. Nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg gewann die Mannschaft von Trainer Rudi Bommer beim bereits gesicherten SC Paderborn 3:0 (2:0) und hat damit vor der abschließenden Partie gegen Rot-Weiß Essen am kommenden Sonntag die direkte Rückkehr in das Oberhaus aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber dem SC Freiburg in eigener Hand. "Das wird ein echtes Endspiel, ein ganz heißes Derby", sagte Bommer.

Vor 9000 Zuschauern im Hermann-Löns-Stadion sorgte Klemen Lavric, der gegen Essen wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist, mit seinem zwölften Saisontreffer bereits nach 67 Sekunden für die Führung der Gäste. Ivica Grlic erhöhte noch vor der Pause mit einem sehenswerten Freistoß auf 2:0 (29.). Mohammadou Idrissou erzielte im zweiten Abschnitt das vorentscheidende 3:0 (65.).

Der SC Freiburg bleibt bis zum letzten Spieltag ein Kandidat für den Aufstieg in die Eliteklasse. Das Team des zum Saisonende scheidenden Trainers Volker Finke setzte sich durch Treffer des Franzosen Karim Matmour (27.) sowie Alexander Iaschwili (79., Foluelfmeter) und Niels Hansen (89.) mit 3:0 (1:0) beim Zweitliga-Meister Karlsruher SC durch. Freiburg kann damit im ausstehenden Heimspiel gegen TuS Koblenz die Rückkehr in die Bundesliga nach zwei Jahren Abwesenheit noch schaffen. "Ich hoffe einfach, dass wir drei Punkte holen. Alles andere liegt nicht in unserer Hand", so Finke.

Sensation in Unterhaching

Unterhaching hat die Chance auf den Klassenerhalt erhalten und der SpVgg Greuther Fürth den Aufstieg so gut wie vermiest. Die Mannschaft von Trainer Werner Lorant gewann dank eines Treffers von Ceyhun Gülselam in der 87. Minute trotz doppelter Unterzahl 2:1 (1:1). "Wir sind gescheitert", sagte Fürth-Trainer Benno Möhlmann. Vor 7500 Zuschauern im Unterhachinger Sportpark hatte Thomas Rathgeber die Gastgeber in der siebten Spielminute in Führung gebracht, Stefan Reisinger (23.) glich für Fürth aus. Die Hachinger waren nach einer Gelb-Roten Karte für Stefan Frühbeis nach einer Schwalbe (50.) und der Roten Karte für Stefan Buck wegen einer Notbremse (57.) in Unterzahl geraten.

Der 1. FC Kaiserslautern hat auch seine letzte kleine Chance auf den Aufstieg verspielt. Die Pfälzer kamen nicht über ein 1:1 (1:0) bei Carl Zeiss Jena hinaus, das durch das Unentschieden seine Möglichkeit auf den Klassenverbleib erhielt, aber am letzten Spieltag auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen muss. Nach zehn Minuten gingen die Gäste durch Josh Simpson (10.) in Führung, Mikheil Aschwetija erzielte zu Beginn der zweiten Hälfte den Ausgleich (51.). Fünf Minuten später sah er wegen einer Tätlichkeit gegen den Lauterer Mathieu Beda die Rote Karte. Dieser erhielt in der Szene Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels.

Kickers Offenbach darf im Abstiegskampf weiter hoffen. Das Team von Trainer Wolfgang Frank erkämpfte sich am vorletzten Spieltag beim 1. FC Köln ein 2:2 (1:0) und wahrte damit die Chance auf den Klassenerhalt. Torjäger Suat Türker (22.) brachte Offenbach in Führung, doch Nationalspieler Patrick Helmes (63.) und Milivoje Novakovic (65.) drehten die Partie zunächst zu Gunsten der Kölner, ehe Anestis Agritis (69.) den Ausgleich erzielte.

Essen in der Nachspielzeit bestraft

Rot-Weiß Essen muss bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern. Die Mannschaft von Trainer Lorenz-Günther Köstner kam nicht über ein 1:1 (1:0) gegen Wacker Burghausen hinaus. Zwar liegt RWE mit nunmehr 35 Punkten noch über dem Strich und hat gegenüber den punktgleichen Konkurrenten SpVgg Unterhaching, Carl Zeiss Jena und Kickers Offenbach die klar bessere Tordifferenz. Doch Essen muss im Saisonfinale am kommenden Sonntag bei Aufstiegsaspirant MSV Duisburg antreten. Trotz des späten Ausgleichs von Nicolas Ledgerwood in der ersten Minute der Nachspielzeit steht Burghausen als zweiter Absteiger nach Eintracht Braunschweig fest. Danko Boskovic hatte die heimschwachen Essener in Führung gebracht (32.).

Mit dem dritten Heimsieg hintereinander hat Aufsteiger TuS Koblenz den Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach gebracht. Der Neuling schlug Erzgebirge Aue hochverdient 2:1 (2:0). Vor 13.500 Zuschauern stellten die Platzherren auch ohne fünf Stammspieler schon vor dem Seitenwechsel die Weichen auf Sieg. Auf Vorarbeit von Johannes Rahn gelang Anel Dzaka der Führungstreffer. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erzielte Christof Babatz per Freistoß aus 25 Metern Entfernung das 2:0. Jörg Emmerich gelang in der 86. Minute per Foulelfmeter nur noch der Anschlusstreffer.

Eintracht Braunschweig verabschiedete sich mit einer Niederlage von den heimischen Fans. Die bereits als Absteiger feststehenden Niedersachsen verloren gegen den FC Augsburg 0:1 (0:0). Der FCA, der vor der Partie zumindest noch theoretische Aufstiegschancen hatte, wird die Saison nach dem Tor von Elton da Costa (84.) in der oberen Tabellenhälfte beenden.

mig/sid



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