2. Bundesliga Paderborn steigt auf, Union muss in die Relegation

Das Spiel in Dresden hat Paderborn verloren, gefeiert wurde trotzdem: Weil auch Union nicht gewann, spielt der SC künftig Bundesliga. Auf Berlin wartet nun der VfB Stuttgart, Ingolstadt muss in die Abstiegsrelegation.

Paderborns Sven Michel (M): Künftig Bundesliga
FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Paderborns Sven Michel (M): Künftig Bundesliga


Der letzte Spieltag der Zweiten Liga war zehn Minuten alt, da schien der Kampf um den direkten Aufstieg vorentschieden. Paderborn, das mit einem Punkt Vorsprung auf Verfolger Union Berlin ins Spiel ging, traf früh durch Philipp Klement in Dresden (10. Minute) - ein Sieg, und es wäre egal, wie Union spielen würde. Doch das Aufstiegsrennen wurde noch richtig spannend - mit dem besseren Ende für Paderborn.

Der SC verlor trotz seiner Führung bei Dynamo Dresden 1:3 (1:2). Doch auch die Berliner schafften es nicht, eine Partie zu gewinnen, in der es für den Gegner um nichts mehr ging. Beim VfL Bochum lag Union 0:2 zurück, kämpfte sich dann zurück und drängte auf den Siegtreffer - schaffte es aber nicht.

Durch das 2:2 (0:1) von Union steht Paderborn als zweiter Aufsteiger hinter dem 1. FC Köln fest. Berlin muss in die Relegation, wo der Gegner VfB Stuttgart heißt. Das Hinspiel findet am kommenden Donnerstag in Stuttgart statt.

In Dresden war Dynamos Baris Atik aus Paderborner Sicht der Spielverderber. Der 24-Jährige traf mit einem Schuss von nahe der Strafraumgrenze den Pfosten, der Ball prallte an den Rücken von SC-Torwart Leopold Zingerle und ins Tor (18.). Vor der Pause erhöhte Atik das Spiel nach einem Dresdener Konter (38.), dann entschied er es mit seinem nächsten Treffer (63.).

Durch die Pleite hätte Union ein Erfolg in Bochum für Platz zwei genügt. Stattdessen traf erstmal nur der VfL: Erst Anthony Losilla (24.), dann, nach einem Ballverlust von Grischa Prömel im eigenen Strafraum samt Foulspiel, Silvère Ganvoula per Elfmeter (49.). Später sah Ganvoula Gelb-Rot, und dann wurde es dramatisch. Prömel traf mit einem Distanzschuss zum 1:2 (83.), Kevin Behrens gelang der Ausgleich (86.) - und Suleiman Abdullahi sogar fast der Siegtreffer (90.+5). Doch Bochums Torwart Manuel Riemann verhinderte mit seiner Parade den Last-Minute-Aufstieg der Berliner.

Hamburger SV - MSV Duisburg 3:0 (1:0)

Dass der HSV nicht mehr Dritter werden würde, stand schon seit dem vergangenen Wochenende fest, als er in Paderborn 1:4 verloren hatte. Nun sorgte er für einen vernünftigen Saisonausklang. Gegen den bereits abgestiegenen MSV trafen Leo Lacroix (15.) und Manuel Wintzheimer (58.) jeweils nach Standards. Fiete Arp stellte in seinem wohl letzten Spiel für den Klub den Endstand her (64.), nach dem Tor hatte er Tränen in den Augen. Durch den Erfolg beendet der HSV die erste Zweitligasaison seiner Geschichte als Vierter, einen Punkt hinter Union.

FC Heidenheim - FC Ingolstadt 4:2 (2:0)

Auch in Heidenheim ging es noch um etwas - nämlich um den möglichen Klassenerhalt für Ingolstadt. Nach gut zehn Minuten der erste Schreck für die Gäste: Heidenheims Robert Andrich hatte den Ball zum vermeintlichen 1:0 ins Tor gedrückt, wegen einer Abseitsstellung wurde der Treffer aber nicht gegeben. In der 28. Minute dann die Führung für Heidenheim. Patrick Mainka reagierte nach einem Abpraller und traf artistisch mit der Hacke (28.). Kurz darauf bekam dann auch Andrich sein Tor, nach einem Konter traf er ins lange Eck (32.).

Es sah finster aus für Ingolstadt. Aber dann wachte das Team doch noch mal auf. Sonny Kittel konnte sehenswert von der Strafraumgrenze verkürzen (59.) und Marcel Gaus gelang der 2:2-Ausgleich (76.). Doch die Hoffnung währte nur kurz, Arne Feick köpfte nach einer Ecke das 3:2 für Heidenheim (82.). Und Robert Leipertz erzielte sogar noch das 4:2 (88.). Dabei blieb es, mit 35 Punkten bleibt Ingolstadt auf Platz 16 und muss in die Relegation gegen Wehen Wiesbaden. Trauriges Ende der Partie war eine Tätlichkeit von Heidenheims Robert Glatzel in der Nachspielzeit, der die Rote Karte sah.

Jahn Regensburg - SV Sandhausen 2:2 (1:1)

Für Regensburg ging es um nichts mehr, Sandhausen hingegen hatte es in der Hand, sich vor der Relegation zu retten. Kevin Behrens traf schon in der fünften Minute zum 1:0 für die gefährdeten Gäste. Aber Regensburgs Angriff zeigte, warum er zu den besseren in der Liga gehört. Marco Grüttner verlängerte per Kopf, Hamadi Al Ghaddioui traf mit einem satten Dropkick zum Ausgleich (42.). Der 1,93-Meter-Mann brachte Jahn dann nach einer Stunde mit einem Kopfballtreffer sogar in Führung. Sandhausen musste zittern. Doch Kevin Behrens traf noch zum 2:2-Ausgleich und damit zum Klassenerhalt (86.).

Arminia Bielefeld - Holstein Kiel 1:0 (0:0)

Ein Duell zweier Teams aus dem "gesicherten Mittelfeld", wie es so schön heißt. Dementsprechend entspannt spielten beide Mannschaften, vor allem Bielefeld kombinierte sich einige Torchancen heraus, traf aber nicht. In der 60. Minute wurde bei der Arminia Jonathan Clauss eingewechselt, zwölf Minuten später erzielte der Franzose das 1:0. Kiel hatte vorher den Ball nach einer Flanke nicht richtig klären können, Clauss' Volley ins lange Eck passte genau. Es war der Siegtreffer.

Darmstadt 98 - Erzgebirge Aue 1:0 (1:0)

Auch dies eine Partie, deren Ausgang keine relevanten Auswirkungen auf die Tabelle mehr haben konnte. Tobias Kempe spürte das am eigenen Körper - oder eben auch nicht. Der Darmstädter durfte ohne große Gegenwehr im gegnerischen Strafraum dribbeln und dann zum letztlich entscheidenden 1:0 treffen (15.).

SpVgg Fürth - St. Pauli 2:1 (0:0)

Die beiden Teams zeigten lange, warum sie nicht eben zu den Torgaranten der Liga gehören. Die Hamburger waren in der ersten Hälfte etwas besser, die größte Chance aber hatte Fürth: Julian Green traf von der Strafraumgrenze die Latte (39.). Kurz nach der Pause klappte es dann besser mit dem Toreschießen - auf beiden Seiten. Erst traf Fabian Reese aus kurzer Distanz für Fürth (52.), zwei Minuten später glichen die Hamburger durch Dimitris Diamantakos aus (54.). In der Nachspielzeit gelang Richard Magyar der 2:1-Siegtreffer für Fürth.

1. FC Magdeburg - 1. FC Köln 1:1 (0:1)

Ein Spiel mit klarer Ausgangslage. Köln seit Wochen aufgestiegen, Magdeburgs Abstieg war auch schon länger besiegelt. Simon Terodde nutzte den etwas lässigen Verteidigungsstil der Magdeburger Abwehr schon nach drei Minuten zu seinem 29. Saisontor. Der 31-Jährige ist damit Zweitliga-Torschützenkönig geworden, zum dritten Mal in seiner Karriere. In der zweiten Hälfte gelang zunächst Felix Lohkemper der Ausgleich für Magdeburg (53.), dann musste die Partie unterbrochen werden. Beide Fangruppen waren aneinandergeraten, Pyrotechnik wurde umher geworfen. Nach wenigen Minuten konnte jedoch weitergespielt werden. Am Ausgang der Partie änderte sich nichts mehr.

mon/luk



insgesamt 34 Beiträge
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eurosinga 19.05.2019
1. Union for BL
Hab zwar mit Union Berlin nix am Hut - weder im positiven noch im negativen Sinn - aber zumindest für die anstehenden Relegationsspiele haben sie meine uneingeschränkte Sympathie. Bitte schickt die Schwaben in Liga 2.
critico66 19.05.2019
2. Alle sind...
... überrascht, dass der HSV nicht aufsteigt. Das erinnert mich an 1974, als Wehner Schmidt auf die Schulter klopfte und sagte: "Jetzt musst Du das machen, Helmut!". Jetzt klopft der HSV sinngemäß Union und Paderborn auf die Schulter und die zwei gucken vermutlich genau so, wie weiland Schmidt. Nun glaube ich nicht, dass sich Geschichte wiederholt und Paderborn bzw. Union die deutsche Meisterschaft unter sich ausmachen, aber die zwei sind nun in Liga 1 gefordert. Der HSV wird zurück kommen, da bin ich mir sicher. Vermutlich mit zweimal 8:0 gegen den KSC. Zwinker.
spon_12 19.05.2019
3.
Schade für Union. Das war wohl für Jahre die letzte Chance wenigstens einmal in die Bundesliga aufzusteigen und für 1 oder 2 Jahre zu bleiben. Jetzt muss das Ziel sein, die 2. Bundesliga zu halten - vielleicht klappt es ja in 5, 6 Jahren noch Mal mit einem Aufstiegsversuch.
rockboy 19.05.2019
4. ???
arme Bundesliga! Wer will denn noch einen dieser unwichtigen Clubs in der 1.Liga sehen? .
grätscher 19.05.2019
5.
Glückwunsch Paderborn, freut mich. Vor Union muss der VfB keine Angst haben, außer der Schiedsrichter fällt wieder auf diese Berliner Kartenschindertruppe rein.
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