2. Fußball-Bundesliga Schalke trennt sich von Trainer Grammozis

Der FC Schalke 04 trennt sich von Trainer Dimitrios Grammozis. Der 43-Jährige sei ab sofort freigestellt, teilte der Zweitligist einen Tag nach der 3:4-Niederlage gegen den FC Hansa Rostock mit.
Schalke-Trainer Grammozis

Schalke-Trainer Grammozis

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David Inderlied / dpa

Fußball-Zweitligist Schalke 04 hat einen Tag nach dem 3:4 gegen Hansa Rostock die Konsequenzen gezogen und Cheftrainer Dimitrios Grammozis entlassen. Das gaben die Königsblauen am Sonntagmorgen bekannt.

»Wir sind in der Phase der Saison angelangt, in der die großen Entscheidungen fallen. Die Überzeugung, dass unser avisiertes Ziel, der Aufstieg in die Bundesliga, in der bestehenden Konstellation noch eine ausreichend hohe Wahrscheinlichkeit besitzt, hatten wir nicht mehr. Wir sind deshalb der Meinung, dass das Team im Saisonfinale einen neuen Impuls benötigt«, sagte Sportdirektor Rouven Schröder.

Der Mannschaft mangele es seit Jahresbeginn an der notwendigen Konstanz, sowohl was Resultat, aber insbesondere auch die zentralen Leistungsparameter betrifft, meinte Sport-Vorstand Peter Knäbel.

»Von der Qualität des Kaders sind wir weiterhin überzeugt. Doch um im Kampf um die Spitzenplätze erfolgreich sein zu können, benötigen wir eine kontinuierliche Weiterentwicklung, die wir thematisiert, aber nicht gesehen haben«, sagte Knäbel laut Mitteilung vom Sonntag.

Spätestens nach dem bitteren und phasenweise schon skurrilen 3:4 tags zuvor gegen den FC Hansa Rostock trauen Knäbel und dessen Mitstreiter Grammozis nicht mehr zu, die Gelsenkirchener zurück in die Bundesliga zu führen. Der Rückstand auf die begehrten vorderen Plätze beträgt für die nur sechstplatzierten Schalker bereits sechs Punkte. Neben Grammozis wurden auch dessen Assistenten Sven Piepenbrock sowie Torwarttrainer Wil Coort freigestellt.

Eine Rückkehr in die Bundesliga wäre nicht nur sportlich, sondern auch finanziell extrem wichtig – nicht zuletzt, weil in Zukunft weitere Millionen-Zahlungen des langjährigen Sponsors Gazprom ausbleiben werden. Der russische Staatskonzern war seit 2007 der wichtigste Geldgeber der mit rund 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Gelsenkirchener. Als Folge der russischen Invasion in die Ukraine hatte der FC Schalke 04 die Kooperation beendet.

Wer Grammozis nachfolgt, ließ Schalke zunächst offen

Zuletzt flossen etwa neun Millionen Euro pro Saison von Gazprom Germania, einer deutschen Tochter des Energieunternehmens, an die Schalker.

Zwar präsentierte der Traditionsklub am Samstag in Vivawest schnell einen neuen Geldgeber und Trikotsponsor. Doch die Erlöse der »temporären Partnerschaft«, wie es Vivawest-Geschäftsführer Uwe Eichner nannte, dürften deutlich unter denen aus der Gazprom-Ära liegen. Bleibt Schalke zweitklassig, erschwert das die Suche nach einem langfristigen Sponsor-Nachfolger deutlich.

Wenn es mit dem Aufstieg noch etwas werden soll, muss der Grammozis-Nachfolger sofort liefern. Schalke braucht dringend eine Siegesserie, was angesichts der großen Leistungsschwankungen der vergangenen Wochen nicht gerade wahrscheinlich wirkt. Einzig Zweitliga-Rekordtorjäger Simon Terodde, der gegen Rostock alle drei Treffer erzielte, liefert beständig auf absolutem Top-Niveau.

Wer den Grammozis-Job übernimmt, ließ Schalke zunächst offen. An diesem Montag will der Klub über das weitere Vorgehen informieren.

joe/ara/dpa/sid
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