2. Fußball-Bundesliga Torwart Gikiewicz rettet Union in der Nachspielzeit

Union Berlin versuchte gegen Heidenheim alles, um nicht zu verlieren. Trainer Fischer brachte sogar drei Stürmer - und musste doch bis zur 93. Spielminute warten, bis der eigene Torhüter mit nach vorne kam.
Rafal Gikiewicz (grünes Trikot)

Rafal Gikiewicz (grünes Trikot)

Foto: Annegret Hilse/ dpa

Spektakuläres Tor in der 2. Fußball-Bundesliga: Im Spiel zwischen Union Berlin und dem 1. FC Heidenheim erzielte Union-Torhüter Rafal Gikiewicz in der dritten Minute der Nachspielzeit das 1:1 (0:0) für die Berliner - und rettete seiner Mannschaft damit einen Punkt. Bei einem Freistoß seines Teams in den Schlusssekunden lief Gikiewicz zum gegnerischen Strafraum - und köpfte tatsächlich ein. "Auf diesen Moment warte ich 31 Jahre", sagte Gikiewicz nach der Partie.

Nach einem Foul von Norman Theuerkauf an den eingewechselten Hedlund legte sich Unions Christopher Trimmel den Ball zum Freistoß zurecht. Aber nicht, ohne vorher auf seinen Torhüter zu warten, der sein eigenes Tor inzwischen verlassen und sich in Richtung des gegnerischen gemacht hatte.

Der Freistoß landete zunächst bei Union-Verteidiger Marvin Friedrich, der den Ball zu seinem Teamkollegen Sebastian Andersson verlängerte. Andersson, an der rechten Torauslinie unter Druck gesetzt, flankte den Ball auf den zweiten Pfosten, wo Gikiewicz höher stieg als Robert Strauß und zum Entsetzen aller Heidenheimer einköpfte. Gikiewicz riss die Arme hoch - und noch bevor er zum Jubel abdrehen konnte, war er bereits in einer Spielertraube verschwunden.

Robert Glatzel hatte die Heidenheimer in der 56. Spielminute in Führung gebracht. Unions Trainer Urs Fischer ging All-In - und brachte in Sebastian Polter, Simon Hedlund und Kenny Prince Redondo gleich drei Offensivspieler, um doch noch einen Punkt zu retten. Der große Sturmlauf der Berliner brachte nichts ein - bis zur 93. Minute.

Durch den Punktgewinn bleibt Union Berlin in der 2. Bundesliga punktgleich mit dem Dritten Hamburger SV auf dem zweiten Tabellenplatz.

Tortwarttore im deutschen Profifußball

Gikiewicz' Treffer war nicht der erste eines Torhüters im deutschen Profifußball. Das erste Tor eines Torwarts aus dem Spiel heraus erzielte Jens Lehmann. Der ehemalige Nationalspieler traf 1997 im Trikot von Schalke 04 im Derby gegen Borussia Dortmund zum 2:2.

Auch Frank Rost trug sich in die Liste der torgefährlichen Torverhinderer ein. 2002 traf er für Werder Bremen zum zwischenzeitlichen 3:3 gegen Hansa Rostock. Zuletzt traf Marwin Hitz 2015 als Torhüter in der Bundesliga. Damals noch für den FC Augsburg aktiv, sorgte Hitz in der vierten Minute der Nachspielzeit im Spiel gegen Bayer Leverkusen für den 2:2-Ausgleichstreffer.

In der Dritten Liga muss man gar nicht so lange zurückgehen: Im Oktober 2017 erzielte der Torhüter des Halleschen FC, Tom Müller, gegen Rot-Weiß Erfurt den Ausgleichstreffer zum 1:1 in der 96. Spielminute. 

Die weiteren Zweitliga-Ergebnisse:

FC Ingolstadt - SC Paderborn 1:2 (0:1)
FC St. Pauli - SV Sandhausen 3:1 (1:0)

hba