2. Liga Gladbach marschiert weiter

Die Aufstiegsplätze zur Fußball-Bundesliga rücken für Borussia Mönchengladbach immer mehr in Reichweite. Durch einen 4:1-Sieg im Duell gegen den Karlsruher SC verbesserte sich die "Fohlen"-Elf auf Platz vier.

Mönchengladbach - Acht Monate nach dem Abstieg aus der Bundesliga ist bei Borussia Mönchengladbach der direkte Wiederaufstieg zum Top-Thema geworden. Mit dem 4:1 (2:0) über den Karlsruher SC am Montag schob sich das Team vom Niederrhein nach zehn Spielen ohne Niederlage auf den vierten Tabellenplatz der Zweiten Liga vor. "Wenn wir es jetzt nicht schaffen, wären wir schön blöd", meinte Torschütze Sladjan Asanin, nachdem die Gladbacher nur noch einen Punkt vom dritten Aufstiegsplatz entfernt sind. "Wir haben einen optimalen Start in die Rückrunde hingelegt. Jetzt haben wir wieder Kontakt nach oben. Den wollen wir halten", blieb Marcel Ketelaer etwas bescheidener.

Schon am Freitag steht die nächste Bewährungspartie beim Tabellen-Fünften Alemannia Aachen an. Im Derby gegen den punktgleichen Nachbarn könnten die Borussen durch einen Sieg erstmals in dieser Saison in jene Zone klettern, die am Saisonende in die Bundesliga führt. Als Vater des Erfolgs gilt am "Bökelberg" Trainer Hans Meyer, der vor 17 Spielen Rainer Bonhof nach der 0:3-Niederlage in Karlsruhe abgelöst hatte. Der Chemnitzer, der sich bei der Vorstellung als "Kommunist" bezeichnet hatte, formte innerhalb weniger Monate ein schlagfertiges Kollektiv. Er sortierte Spieler wie Vogel und Anagnostou aus und überstand als erster Trainer den Machtkampf mit Toni Polster, der nach Salzburg wechselte. Seitdem hat sich das Umfeld beruhigt.

Doch Meyer will vom Aufstieg noch nichts hören. "Ich muss meinen Jungs ein großes Lob spenden, denn im Vorfeld des KSC-Spiels waren die Erwartungen schon erdrückend", meinte er. Meyer fürchtet, dass sein junges Team noch nicht gefestigt genug ist. "Wenn sich keiner verletzt, können wir den Aufstieg schaffen", meinte Marcel Ketelaer und sprach damit ein Manko der neuen "Fohlen-Elf" an. Die Auswahl guter Spieler ist sehr dünn. Dies wurde gegen den KSC schon deutlich, als drei Spielerwechsel in der Schlussphase zu einem Leistungsabfall führten.

Ganz düster sieht es beim Karlsruher SC aus, der sich auf dem letzten Tabellenplatz festgesetzt hat. Trainer Joachim Löw ist seit elf Partien für die Badener verantwortlich. Seitdem konnte noch nicht ein Sieg errungen werden. "Die Spieler haben nicht die Nerven zu bestehen. Das war ein Klassenunterschied", sagte Sportdirektor Guido Buchwald. Löw meinte nach dem harmlosen Auftritt: "Ich bin maßlos enttäuscht. Gladbach war eindeutig besser, wir hatten keine Chance." Schon am Donnerstag trifft der KSC im badisch-schwäbischen Duell auf Kickers Stuttgart, den Tabellen-Vorletzten. Löw und Buchwald meinten, nun müssten vor allem die Spiele gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf gewonnen werden. Bei einem Rückstand von schon neun Punkten auf Platz 14 kann dies aber zu wenig sein. Eineinhalb Jahre nach dem Bundesliga-Abstieg trudelt der KSC der Regionalliga Süd entgegen.