Zweite Liga St. Pauli verlängert seine Negativserie - per Eigentor

Die Krise des FC St. Pauli verschärft sich: Das Team von Trainer Ewald Lienen bleibt nach der bitteren Niederlage bei den Würzburger Kickers auch in der achten Partie nacheinander sieglos.

Vegar Hedenstad am Boden
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Vegar Hedenstad am Boden


Der FC St. Pauli rutscht in der zweiten Liga immer tiefer in die Krise. Das Tabellenschlusslicht verlor zum Abschluss des zwölften Spieltags beim Aufsteiger Würzburger Kickers 0:1 (0:0), ein spätes Eigentor von Verteidiger Vegar Hedenstad (84. Minute) besiegelte die achte Saisonniederlage.

Die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen wartet nun schon seit acht Ligaspielen auf einen Sieg, der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt bereits fünf Punkte. Die Kickers kletterten nach zuletzt zwei Liganiederlagen dagegen wieder auf den sechsten Rang.

Bei den Hamburgern waren dem Spiel bewegte Tage vorausgegangen. In der vergangenen Woche hatte sich der Klub von Sportchef Thomas Meggle getrennt, Geschäftsführer Andreas Rettig übernahm vorerst das Amt. Chefcoach Lienen durfte dagegen bleiben. "Ewald ist und bleibt der Chef", versicherte Rettig. An der schwierigen Ausgangslage änderte dies jedoch nichts, zumal Lienen gleich auf sechs Stammkräfte verzichten musste. Christopher Avevor zog sich in der Partie auch noch eine leichte Gehirnerschütterung zu.

Vor 13.080 Zuschauern konnte St. Pauli das Spiel in Würzburg in den ersten Minuten ausgeglichen gestalten, dann übernahmen die Gastgeber jedoch das Kommando. Würzburgs Rico Benatelli (10.) traf aus kurzer Distanz per Kopf die Latte, insgesamt wirkte die Hamburger Defensive von nun an verunsichert und wackelig.

Das änderte sich erst im Laufe der zweiten Halbzeit, nachdem Lienen seine Mannschaft besser auf den Gegner eingestellt hatte. Das Spiel war nun hart umkämpft, allerdings gab es auf beiden Seiten kaum noch gute Torchancen. Kurz vor Schluss schoss dann Brian Koglin seinen Mitspieler Hedenstad an - und der Ball sprang ins Tor.

"Das Gegentor ist der absolute Wahnsinn, aber das passt ja ins Bild", sagte Ewald Lienen nachher: "Wir haben gut angefangen und hätten in Führung gehen können, haben dann aber nachgelassen." Sein Kollege Bernd Hollerbach war mit dem Auftritt der Kickers zufrieden: "Wir haben verdient gewonnen, weil wir viel investiert haben. Beim Tor hatten wir dann das Glück des Tüchtigen."

FC Würzburger Kickers - FC St. Pauli 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Hedenstad (84., Eigentor)
Würzburg: Wulnikowski - Pisot, Neumann, Diaz - Lagos (60. Taffertshofer), Benatelli - Traut, Schröck, Kurzweg - Soriano (90. Königs), Daghfous
St. Pauli: Himmelmann - Hedenstad, Sobiech, Avevor (46. Gonther), Koglin - Hornschuh - Sahin, Buchtmann, Choi, Litka (62. Keller) - Picault (82. Ducksch)
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Zuschauer: 13.080 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Diaz (3), Neumann (4) - Keller, Sahin (2), Sobiech (2)

oka/dpa/sid



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
#9vegalta 07.11.2016
1. Dann gibt es nächste Saison
halt nur eine Mannschaft aus Hamburg...
Corry Fehe 08.11.2016
2. Warum? - Hab' ich etwas verpeilt?
Zitat von #9vegaltahalt nur eine Mannschaft aus Hamburg...
Wird der FC St. Pauli oder der HSV aufgelöst? Ging irgendwie an mir vorbei. Oder fussionieren die gar? Das wäre eine furchtbare Entscheidung- Oder sind Ihnen die Regeln ncht geläufig? Ich sehe das so: Jetzt, wo die Hamburger ihre Elphie haben, ist es doch egal, ob der HSV in der 2. und Pauli in der 3. Liga spielt. Einziger Unterschied: Für den HSV reicht dann das Stadion von Altona 93, während am Mllerntor weiterhin die Luft brennt. Grüße aus Berlin von der katalanischen Hessin!
frank_w._abagnale 08.11.2016
3. Bitter.
Bitter für den FC St. Pauli. Hedenstad stand bei der Erzielung des Tores klar im Abseits.
tomkey 08.11.2016
4. Feines Auge
Zitat von frank_w._abagnaleBitter für den FC St. Pauli. Hedenstad stand bei der Erzielung des Tores klar im Abseits.
Was Sie alles sehen? Aber Hedenstad stand bei dem Tor nicht im Abseits. Er band da gerade seine Schnürsenkel. Haben Sie da etwas anderes gesehen?
wo_ist_all_das_material? 08.11.2016
5.
Zitat von Corry FeheWird der FC St. Pauli oder der HSV aufgelöst? Ging irgendwie an mir vorbei. Oder fussionieren die gar? Das wäre eine furchtbare Entscheidung- Oder sind Ihnen die Regeln ncht geläufig? Ich sehe das so: Jetzt, wo die Hamburger ihre Elphie haben, ist es doch egal, ob der HSV in der 2. und Pauli in der 3. Liga spielt. Einziger Unterschied: Für den HSV reicht dann das Stadion von Altona 93, während am Mllerntor weiterhin die Luft brennt. Grüße aus Berlin von der katalanischen Hessin!
Auch müßten die zahllosen anderen Hamburger Vereine aufgelöst werden, einschließlich des von Ihnen erwähnten Altona...:( Die Braunen waren mit der knappen Niederlage recht gut bedient, hätten sie sich doch gerade in Halbzeit eins das eine oder andere tor mehr fangen können. Ob der ehemalige Kultclub in Paderborner Fußstapfen treten will, ganz ohne vorherigen Aufenthalt in der Bundesliga?
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