Ausschreitungen in der 3. Liga Mehrere Verletzte bei Auswärtsspiel von Dynamo Dresden

Gewaltbereite Fans von Dynamo Dresden gaben am Samstag ihr Bestes, den Ruf ihres Klubs zu schädigen: Ihre Randale begann schon bei der Anfahrt nach Bayreuth. Die Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs.
Fankurve: Neben lauten, aber friedlichen Ultras begleiten den Klub gern auch rechte Hooligans

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Foto: Marcus Foerster / dpa

Mindestens 14 Menschen sind bei Ausschreitungen während der Drittliga-Partie zwischen der SpVgg Bayreuth und Dynamo Dresden verletzt worden. Nach Angaben der Polizei kam es in der Partie der 3. Fußball-Liga (1:1) am Samstag nach Anpfiff der zweiten Halbzeit zu einer Auseinandersetzung im Gäste-Fanblock des Stadions. Beamte schritten ein, nachdem ein Ordner um Hilfe gerufen hatte, und wurden nach eigener Darstellung von Fans mit Schlägen und Tritten attackiert.

»Ein kontrollierter Rückzug der Einsatzkräfte konnte die Situation nicht befrieden«, heißt es im Polizeibericht. »Die Angreifer brachen das Tor des ehemaligen Gästeeingangs am Ellrodtweg auf und versuchten weiter auf die Polizisten einzuwirken. Die Beamten konnten das Tor jedoch halten. Deshalb zerstörte die Gruppierung der Dresdner Fans das Inventar eines nahegelegenen Imbissstands und verwendete es als Wurfgeschosse.«

Neben dem Sachschaden, der dabei entstand, beklagt der Caterer auch das Verschwinden seiner Kasse mit Einnahmen von 5.000 bis 10.000 Euro. Insgesamt schätzt die Polizei den Sachschaden auf 20.000 Euro. 14 Polizeibeamte wurden verletzt, einer von ihnen musste sich in ärztliche Behandlung begeben. Wie viele Verletzte es unter den Zuschauern gab, war zunächst unklar.

Verein: Alkoholmangel war nicht das Problem

Dynamo verurteilte am Sonntagnachmittag in einer Stellungnahme die »gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten, Ordnungskräften und einigen Dynamo-Fans mit zahlreichen Verletzten auf allen Seiten«. Medien hatten berichtet, die Aggression der Fans habe sich am fehlenden »Ausschank alkoholischer Getränke« entzündet. Das wurde jedoch von Dynamo-Geschäftsführer Jürgen Wehlend dementiert: Der genaue Grund sei bisher noch völlig unklar.

»Daher bitten wir um Verständnis, dass wir uns erst vollumfänglich zu den Vorfällen äußern können, wenn eine gesamtheitliche Informationslage vorliegt. Der Prozess dazu wurde bereits gestern nach dem Spiel in Gang gesetzt«, hieß es in der Vereinsmitteilung. Wehlend hatte zuletzt nach dem Spiel gegen Erzgebirge Aue die »sinnlose und asoziale Zerstörungslust« seiner Fans beklagt.

Deren Randale begann offenbar schon bei der Anfahrt. Ein Zug erreichte Bayreuth demnach erst mit einer Verspätung von 15 Minuten, berichtete der MDR. Offenbar aus Wut darüber kam es bereits im Zug zu Beschädigungen von Scheiben und zum Herausreißen von Türen. In Bayreuth geleitete die Polizei dann 1300 Personen zum Stadion, wo man den Anpfiff verzögert hatte, um auf die sogenannten Fans zu warten. Sie zündeten auf dem Weg Pyrotechnik, bewarfen die Polizei mit Flaschen und attackierten fotografierende Passanten. Ein Journalist wurde angegriffen, zwei seiner Kameras entwendet.

Jürgen Wehlend: »Unbestritten ist, dass jeder verletzte Mensch einer zu viel ist. Wir wünschen allen zu Schaden gekommenen Personen, seien es Fans, Mitarbeiter oder Polizisten, eine gute Besserung sowie eine schnelle und ganzheitliche Genesung. Es ist über alle Maße enttäuschend, dass dies einen dunklen Schatten über die Begegnung in Bayreuth wirft«.

Die Polizei will nun das Foto- und Videomaterial von den Vorkommnissen auswerten. Die Kriminalpolizei Bayreuth ermittelt in mehreren Fällen des schweren Landfriedensbruchs.

pat/dpa
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