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Hansa vs. Dynamo: Feuer, Krawalle und Verletzte

Foto: Bernd Wüstneck/ dpa

Ost-Derby in Rostock Dresdner feuern Leuchtraketen in Hansa-Fanblock

Das Polizeiaufgebot war riesig, trotzdem eskalierte die Gewalt beim Ostderby zwischen Rostock und Dresden.
Von Stephan Uersfeld

Die Dresdner Choreografie beginnt mit Schmähgesängen. Dann steigt gelber Rauch auf, im unteren Bereich des Gästeblocks werden Bengalos gezündet. Da steht es nach 54 Minuten 1:1 im Drittliga-Spiel zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden.

Als der Gästeblock brennt, wird es laut im Ostseestadion in Rostock. "Scheiß Dynamo", schallt es von den Hansa-Anhängern in Richtung der Dresdner Fans. Wenig später fliegen von dort Leuchtraketen auf die Südtribüne. Durch die Sicherheitsnetze, die beiden Gruppen voneinander trennen sollten. Mitten hinein in die Rostocker.

Böller explodieren. Schiedsrichter Daniel Siebert unterbricht das Spiel und führt die Mannschaften in die Kabine. Nach ersten Polizeiangaben gibt es verletzte Beamte. Nach rund 13 Minuten kehren die Mannschaften zurück, nach weiteren zwei Minuten geht die Partie weiter. Am Ende gewinnt Dynamo Dresden das Ostderby 3:1.

Auch nach dem Abpfiff bleibt die Situation angespannt. Rostocker bewaffnen sich auf der Hans-Sachs-Allee in Richtung S-Bahnhof mit Steinen. In einem nahe gelegenen Polizeirevier zerbrechen Scheiben. Ein Beamter wird verletzt. 55 Personen setzt die Polizei fest. Es wird wegen Landfriedensbruches, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt.

Mit Steinen gegen Polizisten

"Wir haben das Spiel seit Anfang Oktober vorbereitet", sagte der ernüchterte Hansa-Pressesprecher Lorenz Kubitz nach dem Spiel. Kubitz erzählte von den Treffen beider Vereine, von Treffen mit dem DFB und wies noch einmal auf die Sicherheitsmaßnahmen hin. 1700 Polizisten waren am Samstag im Einsatz.

Sie hatten es befürchtet, sie waren vorbereitet - und hatten es trotzdem nicht verhindern können.

Am Morgen vor dem Spiel glich der Rostocker Hauptbahnhof einer Festung. Nervöse Hundertschaften trennten den Bereich: Die Rostocker in den Norden, die Dresdner in den Süden. Bereits an den Unterwegsbahnhöfen in Mecklenburg-Vorpommern hatte man die Fans getrennt. Es blieb ruhig. Auch weil die Gruppen nicht wirklich aufeinandertreffen.

Am Stadion rollte ein Großteil der Dresdner Fans mit Sonderbussen in den Außenbereich des weiträumig abgesperrten Gästeblocks. Sprengstoffhunde und lange, intensive Kontrollen konnten trotzdem nicht verhindern, dass später die Leuchtraketen flogen.

Für die Dresdner werden die Ereignisse vom Samstagnachmittag wohl weitreichende Konsequenzen haben. Laut Sportgerichtsurteil vom Juli wird es nun im kommenden Heimspiel gegen Energie Cottbus mindestens zu einem Teilausschluss kommen. Es werden maximal 7000 Heimfans zuzüglich der Gästefans zugelassen. Doch wegen des gezielten Abfeuerns von Leuchtraketen auf Rostock-Fans und auf die Spieler könnte die Strafe nun noch einmal verschärft werden.

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