Kurioser Wechsel in 3. Liga Halle legt Einspruch ein, weil Schiedsrichter den falschen Spieler vom Feld schickt

Die Nummer neun sollte im Spiel zwischen Halle und Münster ausgewechselt werden. Dem Schiedsrichter war aber nicht klar, von welchem Team. Weil im Anschluss der Ausgleich fiel, hat Halle nun Protest eingereicht.
Terrence Boyd hätte im Spiel gegen Münster eigentlich ausgewechselt werden sollen. Hätte. Eigentlich.

Terrence Boyd hätte im Spiel gegen Münster eigentlich ausgewechselt werden sollen. Hätte. Eigentlich.

Foto: Sebastian Widmann/Getty Images

Fußball-Drittligist Hallescher FC hat Einspruch gegen die Wertung der Partie gegen Preußen Münster eingelegt. Der schriftliche Protest gegen das 2:2 (0:0) sei am Montag fristgerecht beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes eingegangen, das teilte der HFC auf seiner Website mit. 

In der Partie am vergangenen Samstag hatte Schiedsrichter Michael Bacher irrtümlicherweise den Hallenser Pascal Sohm vom Rasen geschickt, der aber gar nicht ausgewechselt werden sollte. Direkt im Anschluss war der Ausgleich für Münster gefallen.

Münster hatte unmittelbar vor Halle gewechselt, die Nummer neun Rufat Dadashov vom Feld genommen und Joel Grodowski gebracht. Der Schiedsrichter war offenbar davon ausgegangen, dass die Anzeigetafel des vierten Offiziellen die Auswechslung von Halles Nummer neun Pascal Sohm meinte. Tatsächlich hatte Halles Trainer Torsten Ziegner aber Terrence Boyd auswechseln wollen. Der Schiedsrichter forderte Sohm auf, das Feld zu verlassen. Während Boyd in Richtung Trainerbank ging, verließ Sohm den Platz auf der gegenüberliegenden Seite.

Weil sich der Schiedsrichter offenbar nicht mit seinem Linienrichter austauschte, pfiff er die Partie wieder an. Mit einem Hallenser weniger auf dem Feld fiel unmittelbar nach der Situation der Ausgleich für Münster, ausgerechnet durch den eingewechselten Grodowski. Trotz Diskussionen nach dem Treffer musste Boyd auf dem Platz bleiben, Sohm galt als ausgewechselt.

Trainer Ziegner hatte sich bereits nach der Partie unzufrieden mit der Entscheidung der Schiedsrichter gezeigt. "Jetzt können nicht die Schiedsrichter entscheiden, wie wir wechseln", sagte er. Boyd hatte den Schiedsrichter dagegen in Schutz genommen: "Ich bin da ganz ehrlich: Schiri sein ist so undankbar wie Ordnungsamt ..., von daher willst du in deren Haut auch nicht stecken", sagte er.

Den nun eingereichten Protest begründete der Klub damit, dass man es der Mannschaft und allen Fans des Halleschen FC schuldig sei, "nach der offensichtlichen Benachteiligung vor dem Ausgleichstreffer zum Endstand nichts unversucht zu lassen", so Sportdirektor Ralf Heskamp. Durch den späten Ausgleich verlor Halle die Tabellenspitze an Unterhaching und ist nun Zweiter. Münster bleibt auf dem ersten Nichtabstiegsplatz 16.

hba/dpa
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