3. Liga Münster legt erneut Einspruch gegen Spielewertung ein - aber nur bei Punktverlust

Preußen Münster gehörte zu jenen Drittligisten, die gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Coronapause waren. Nun hat der Klub Einspruch gegen eine Niederlage eingelegt - es ist nicht das erste Mal.
Chemnitz' Pascal Itter und Münsters Joel Grodowski (v.l.) im Zweikampf: Gegen die 0:1-Niederlage gegen den CFC hat Münster Einspruch eingelegt

Chemnitz' Pascal Itter und Münsters Joel Grodowski (v.l.) im Zweikampf: Gegen die 0:1-Niederlage gegen den CFC hat Münster Einspruch eingelegt

Foto:

Haertelpress/ imago images/HärtelPRESS

Preußen Münster hat beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) erneut Einspruch gegen die Wertung eines Drittligaspiels eingelegt. Wie der Verband am Freitag mitteilte, handelt es sich dabei um Münsters 0:1 beim Chemnitzer FC am 16. Juni. "Münster begründet seinen Einspruch damit, dass die Austragung des Spiels gegen die Grundsätze des Fair Play und der Chancengleichheit verstoßen habe", schrieb der DFB.

Das DFB-Sportgericht werde nun Stellungnahmen von den Verfahrensbeteiligten einholen und "zu gegebener Zeit" über den weiteren Verlauf entscheiden.

Bereits am 5. Juni hatte Münster Einspruch gegen die 2:3-Niederlage gegen Bayern München II am 29. Spieltag eingelegt, eine Entscheidung des DFB-Sportgerichts dazu steht noch aus. Bei den anderen Spielen, die der Klub seit dem Liga-Neustart absolviert hat, hatte der Verein auf einen Einspruch verzichtet - allerdings punktete das Team auch in diesen Partien.

Münster wehrte sich gegen den Liga-Neustart

"Die vom SCP eingelegten Rechtsmittel richten sich nur gegen diejenigen Entscheidungen und Resultate, die den Klub negativ betreffen", heißt es in einer Vereinsmitteilung  vom Freitag. Entscheidungen und Resultate, die den Verein im juristischen beschwerten, würden "vorsorglich und unter Wahrung der Frist angegriffen", heißt es weiter. Die abstiegsbedrohten Münsteraner gehörten zu einer Zahl von Drittligaklubs, die strikt gegen eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Corona-Pause waren.

Münster hatte beim DFB-Bundesgericht aus diesem Grund auch Verwaltungsbeschwerde gegen die Ansetzungen der Spieltage 28/29, 30-34 und 35-38 eingelegt. Das Bundesgericht hatte die Beschwerde gegen die Ansetzung der Spieltage 28/29 als unbegründet abgewiesen.  

Der Klub monierte, dass die unterschiedlich lange Vorbereitungszeit der Vereine nach dem Liga-Neustart für eine Wettbewerbsverzerrung sorge. Münster war aufgrund behördlicher Anordnung erst am 26. Mai und damit nur wenige Tage vor dem ersten Spiel gegen Halle (4:2) in das Mannschaftstraining eingestiegen und damit später als viele andere Teams der Liga. Am 22. Mai hatte der Verein mitgeteilt, dass man sich dem "Willen des DFB leider beugen und den Spielbetrieb wieder aufnehmen" müsse. 

Münster belegt mit 35 Punkten derzeit einen Abstiegsplatz, fünf Zähler fehlen auf Rang 16. Das Team war schwach in die Saison gestartet, konnte erst Mitte Dezember seinen ersten Liga-Sieg verbuchen. Unter Trainer Sascha Hildmann, der Ende Dezember als Coach übernahm, steigerte sich der Klub. Seit dem Liga-Neustart konnte Münster acht Punkte in sechs Partien holen.

ngo/dpa/sid
Mehr lesen über