Kinds Übernahmepläne 96-Opposition muss Rückschlag hinnehmen

Nächster Etappensieg für Martin Kind: Das Landgericht Hannover hat einen Antrag der klubinternen Opposition gegen eine Vereinsübernahme durch den 96-Präsidenten abgelehnt. Aufgeben wollen die Kritiker dennoch nicht.

Protestierende Fans von Hannover 96
DPA

Protestierende Fans von Hannover 96


In der juristischen Auseinandersetzung um die Übernahme des Bundesligisten Hannover 96 durch Martin Kind hat die Opposition im Verein eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Hannover wies einen Antrag des 96-Aufsichtsrates Ralf Nestler auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurück. Nestler will mit rechtlichen Mitteln die Übernahme der Klubmehrheit durch den Vereinsvorsitzenden Kind verhindern und strebt nach Angaben von "Pro Verein 1896" nun eine sofortige Beschwerde gegen den Beschluss an.

Nestler wollte nach Angaben des Landgerichtes "den Verein verpflichten", einen bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gestellten Antrag auf Erteilung einer Ausnahmeregelung von der 50+1-Regel zurückzunehmen. Das Gericht sollte dem Verein zudem untersagen, "seine Anteile an der Hannover 96 Management GmbH zu einem Kaufpreis von knapp 13.000 Euro zu veräußern".

Kind, der seit Jahren als Kritiker der 50+1-Regel im deutschen Profifußball gilt und aufgrund seines 20-jährigen Engagements von einer Ausnahmeregel Gebrauch zu machen plant, will noch in diesem Jahr die Mehrheit bei der Hannover 96 Management GmbH übernehmen. Dies hat der 73-Jährige bei der DFL bereits offiziell beantragt, eine Entscheidung soll bis zum Jahresende fallen.

lst/dpa

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herrbausb 10.11.2017
1. Martin Kind fehlt "die Seele des Fußballs"...
Fananwalt Dr. Andreas Hüttl über Martin Kind, "WIR BRAUCHEN DIE FANS NICHT", im Interview: https://www.facebook.com/Bochumschau.de/videos/1922400304454569/
dreiimweckla 10.11.2017
2.
Martin Kind verkauft quasi an sich selbst in seiner Funktion als Präsident von Hannover 96 e.V. zu dem symbolischen Preis von 12750 ?, was 51% des Grundkapitals von 25000 ? darstellt die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über die Management GmbH, die die Geschäftsführung der ausgegliederten Lizenzspieler KG aA besorgt! Damit entscheidet er letztendlich über Werte wie zum Beispiel Spielerverkäufe, bei denen bis dato der Verein das letzte Sagen hatte! Meine Frage wäre, ob das nicht ein gravierender Interessenkonflikt ist oder sogar eine besonders perfide Form der Selbstbereicherung? Angeblich soll ja ein Gutachten vorliegen, dass den wahren Wert dieser Anteile auf einen zweistelligen Millionenbetrag taxiert! Was geschieht mit diesen Anteilen, wenn der Herr sich zurückzieht? Können sie einfach über den Kopf des Vereins an irgendeine x-beliebige Investorengruppe verkauft werden, die dann die Mehrheit übernimmt? Außerdem hat er das Votum einer Mitgliederversammlung ignoriert und als bloße "Empfehlung" abgetan! Ich bin kein 96 Fan und auch nicht in alle Einzelheiten des Komplexes eingeweiht, aber mir kommt das alles sehr dubios vor und ich kann die Befürchtungen von Teilen der Fans verstehen! Letztendlich prallen da zwei Philosophien ziemlich unversöhnlich aufeinander: auf der einen Seite die, die sagen "Ich will Erfolg, um (fast) jeden Preis, auf der anderen Seite die "Traditionalisten", die die Seele, die Tradition, die Historie des Vereins beschwören! Was ja keineswegs Investoren ausschließt, WENN alles korrekt abläuft! Hannover 96 als alter Traditionsvereine sollte nicht zu einem weiteren seelenlosen Plastikverein mutieren?
Mike1108 11.11.2017
3. Verein?
Wenn ein Verein!!! was zu verkaufen hat, wieso geht das dann eigentlich nicht an den Meistbietenden? Wenn Firmen Werte völlig unter Wert an eine Firma des Chefs verkaufen würden, würden sie zumindest der Steuertrickserei verdächtigt.
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