DFL-Solidaraktion 7,5 Millionen Euro Rettungsgeld für die 3. Liga und die Bundesliga der Frauen

Der deutsche Fußball zeigt sich in der Krise nun doch solidarisch. Nach SPIEGEL-Informationen will die DFL Hilfe für die 3. Liga und die Bundesliga der Frauen beschließen. Das Geld stammt von vier Großklubs.
Das Stadion von Borussia Dortmund: Der Klub gehört zu den vier Champions-League-Startern, die nun 7,5 Millionen Euro Rettungsgeld zur Verfügung stellen

Das Stadion von Borussia Dortmund: Der Klub gehört zu den vier Champions-League-Startern, die nun 7,5 Millionen Euro Rettungsgeld zur Verfügung stellen

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will den durch die Covid-19-Pandemie bedrohten Klubs der 3. Liga und der Bundesliga der Frauen finanziell zu Hilfe kommen. Auf der Video-Vollversammlung der DFL soll an diesem Donnerstag (ab 11 Uhr) eine Rettungsaktion beschlossen werden, wie der SPIEGEL erfuhr. Insgesamt 7,5 Millionen Euro sollen den Vereinen der beiden Ligen zur Verfügung gestellt werden.

Ausgenommen davon sollen die Teams sein, die einen Bundesligaklub als Mutterverein haben, wie die Frauen- und die zweite Mannschaft des FC Bayern, das Frauenteam des VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen, SC Freiburg, 1. FC Köln und TSG Hoffenheim.

Das Geld stammt von den vier deutschen Champions-League-Startern, FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen. Die vier Großklubs hatten Ende März angekündigt, insgesamt 20 Millionen Euro zur Rettung von in wirtschaftliche Nöte geratenen Vereinen zur Verfügung zu stellen. Rund um die vermeintliche Solidaraktion entstand dann unter den 36 Erst- und Zweitligaklubs eine Kontroverse, da nicht ausreichend dargelegt wurde, woher das Geld stammen sollte.

"Die vier Champions-League-Teilnehmer der aktuellen Saison verzichten zunächst auf ihren Anteil an noch nicht verteilten nationalen Medienerlösen der DFL in der kommenden Spielzeit. Dieser Betrag, der bei Anwendung des derzeitigen Verteiler-Schlüssels rund 12,5 Millionen Euro ausmachen würde, wird seitens der vier Klubs noch einmal um rund 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufgestockt", hieß es damals in einer DFL-Presseerklärung. Da die 12,5 Millionen Euro den vier Vereinen aber womöglich gar nicht zustanden, um sie an die anderen Klubs verteilen zu können, gab es Streit innerhalb der Bundesliga und zweiten Liga.

Nun aber hat die DFL in Absprache mit den vier Champions-League-Klubs eine andere Lösung gefunden. Die 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln von Bayern, Dortmund, Leipzig und Leverkusen werden jetzt für eine Solidaraktion verwendet - und zwar für die 3. Liga und die Bundesliga der Frauen. Pro Verein soll eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich ausgezahlt werden. Über die genaue Verteilung soll auf der DFL-Vollversammlung gesprochen werden.

Erhebliche wirtschaftliche Probleme

Für die betroffenen Vereine wäre die Aktion ein Segen. In der 3. Liga haben einige Vereine aufgrund der durch die Pandemie unterbrochenen Saison große finanzielle Probleme. Manche sind von der Insolvenz bedroht. Zuschauereinnahmen sind dort wichtiger als in der Bundesliga und der zweiten Liga, wo vor allem die TV-Gelder entscheidend sind (was in der 3. Liga wesentlich geringer ausfällt). Wird nicht gespielt, bleiben die Ticketverkäufe aus. Gleiches gilt für den Plan, die Saison ohne Zuschauer zu Ende zu spielen. Zuletzt sprachen sich acht Drittligisten für einen Abbruch der Saison aus. Dass ein Teil der 20 Millionen Euro an Hilfsgeldern von Bayern, Dortmund, Leipzig und Leverkusen für die 3. Liga verwendet werden könnte, hatte zunächst die "FAZ" berichtet .

Die 3. Liga wird eigentlich nicht durch die DFL vertreten, sondern durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der DFB aber kann aufgrund seiner gemeinnützigen Ordnung weder Kredite noch Zuschüsse an die Profiklubs geben. 

Die DFL will nicht nur die 3. Liga unterstützen, sondern auch die Bundesliga der Frauen. Auch sie ist finanziell hart von der Coronakrise getroffen. Die Spielergewerkschaft Fifpro hatte kürzlich in einem achtseitigen Papier mit dem Titel "Covid-19: Auswirkungen auf den Profifußball der Frauen" gewarnt: "Die gegenwärtige Situation stellt wahrscheinlich eine fast existenzielle Bedrohung für das Spiel der Frauen dar, sofern das Frauenfußballgeschäft nicht durch gezielte Maßnahmen geschützt wird."

Für den deutschen Fußball der Frauen ist nun zumindest eine gezielte Maßnahme geplant.

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