A-Nationalmannschaft Ribbeck hält Sperre nach "Ampelkarte" für unsinnig

In einem Interview hat DFB-Teamchef Erich Ribbeck Kritik daran geäußert, daß ein Spieler nach einer Gelb-Roten Karte für ein Spiel gesperrt ist. Der 61jährige plädiert in diesem Fall eher für eine "saftige" Geldstrafe.

DFB-Teamchef Erich Ribbeck hält die die Ein-Spiel-Sperre nach einer Gelb-Roten Karte für überflüssig: "Wem nützt es, wenn ein Spieler nach seinem Foul aussetzen muß? Der nächste Gegner profitiert am meisten davon, und der kann am wenigsten dafür", erklärte der 61jährige in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt.

Statt dessen macht der ehemalige Bundesliga-Coach den Vorschlag, eine hohe Geldbuße für einen Kicker nach einer "Ampelkarte" zu verhängen: "Warum sollte nicht ein Spier, der die Gelb-Rote Karte sieht, 50.000 Mark bezahlen? Eine saftige Geldstrafe, die richtig weh tut. Die nicht der Verein bezahlt, sondern der Spieler ganz allein. Was glauben Sie, wie schnell das Meckern in der Bundesliga aufhört. Ich verstehe nicht, warum niemand darüber nachdenkt."

Der Coach des dreimaligen Welt- und Europameisters ist außerdem ein Befürworter von Zeitstrafen nach einem Foulspiel. Ribbeck: "Ich würde es begrüßen, wenn Fouls mit fünf oder zehn Minuten Pause bestraft werden." Allerdings sieht er auch Gefahren. "Unsere Schiedsrichter wären noch mehr gefordert, gerade in Hexenkesseln wie in Dortmund oder Kaiserslautern. Wenn 50.000 Leute pfeifen, ist es nicht einfach, solche Entscheidungen zu treffen. Ich befürchte, Spieler von Gastmannschaften würden häufiger hinausgestellt als die der Heimmannschaft."

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