Aachener Aufstieg Nach 36 Jahren zurück in der Bundesliga
Hamburg - "Ich freue mich riesig, dass es dieses Jahr so wahnsinnig gut geklappt hat. Die Mannschaft wird heute feiern, morgen Charakter zeigen und eine gute Leistung gegen den VfL Bochum abrufen", sagte Trainer Dieter Hecking beim Pay-TV-Sender Premiere. Hecking, der sich die Partie in Saarbrücken angesehen hatte, kündigte zudem an: "Jetzt lassen wir die Sau raus." Und Sportdirektor Jörg Schmadtke ergänzte: "Wir lassen es heute Abend ordentlich krachen."
Schon kurz nach Ende der Partie fuhren mit schwarz-gelben Vereinsfahnen und mit Schals dekorierte Autos hupend durch die Aachener Innenstadt. Menschen in voller Fan-Montur zogen durch die Straßen und sangen: "Nie mehr zweite Liga." In der Stammkneipe von Fans und Spielern kochte die Stimmung nach der TV-Übertragung fast über. "Wir woll'n euch tanzen sehen, wir woll'n euch tanzen sehen", forderten die Alemannia-Anhänger lautstark.
Vorfreude auf den direkten Wiederaufstieg in das Fußball-Oberhaus dürfte aber auch bei den Bochumern und den VfL-Fans herrschen. Ein Punkt aus den vier verbleibenden Partien reicht dem derzeitigen Tabellenzweiten nach der Fürther 0:1-Niederlage beim 1. FC Saarbrücken ebenfalls zur Rückkehr in die Eliteklasse.
Das Tor des Tages in Saarbrücken erzielte Jonathan Jäger in der 32. Minute. Der Franzose traf aus acht Metern für die Gastgeber, bei denen Torjäger Henrich Bencik aufgrund einer Mittelohrentzündung nicht in der Anfangsformation stand und erst in den Schlussminuten eingewechselt wurde. Vor 9600 Zuschauern im Ludwigspark war Saarbrücken zunächst die aktiviere Mannschaft. Mit einem Doppelwechsel zur Pause setzte Greuther-Coach Benno Möhlmann alles auf eine Karte. Doch zunächst traf Abwehrspieler Ales Kokot (52.) nur den Pfosten, zehn Minuten später strich dann ein Schuss des derzeit besten Zweitliga-Torschützen Christian Eigler knapp am Saarbrücker Gehäuse vorbei.
Der SC Freiburg hat sich seinerseits so gut wie aus dem Aufstiegskampf verabschiedet. Das Team von Trainer Volker Finke kam beim LR Ahlen nicht über ein 0:0 hinaus und hat vier Spieltage vor dem Saisonende mit 46 Zählern schon sieben Punkte Rückstand auf den Tabellendritten Energie Cottbus. Aber auch für die Ahlener war die Nullnummer zu wenig. Der Abstand zum rettenden 14. Platz beträgt bereits sechs Punkte.
Für 1860 München wird die Lage im Abstiegkampf unterdessen immer prekärer. Nach der 0:3-Niederlage bei Erzgebirge Aue haben die "Löwen" nur noch zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegplatz auf. Tomas Klinka hatte für die Gastgeber in der 13. Minute zum 1:0 abgestaubt, Andrzej Juskowiak (34./62.) sorgte mit seinen Saisontoren sieben und acht für den Endstand. TSV-Trainer Walter Schachner gab sich nach der zwölften Saisonniederlage seiner Mannschaft allerdings kämpferisch: "Ich werde nicht das Handtuch schmeißen, sondern versuchen, das Schiff zu retten. Aber jetzt ist die Mannschaft gefordert, nicht nur der Trainer."
Aufsteiger Eintracht Braunschweig steht dagegen vor dem Klassenerhalt. Die Mannschaft von Trainer Michael Krüger gewann bei Wacker Burghausen 2:1 und schob sich nach dem vierten Auswärtssieg der Saison mit 40 Punkten ins Mittelfeld der Tabelle vor. Patrick Bick (5./Foulelfmeter/39.) traf im Doppelpack für den deutschen Meister von 1967. Marek Krejci konnte in der 81. Minute nur noch verkürzen.
Dynamo Dresden verpasste es, Boden gut zu machen und weist nach dem 1:1 bei der SpVgg Unterhaching vier Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz auf. Marco Vorbeck erzielte in der 41. Minute das 1:0 für Dresden. Den Ausgleich besorgte Stefan Buck mit einem Kopfball nach einem Eckstoß in der 50. Minute.
mt/sid/dpa