Absage der WM-Gala Berlin und München planen Ersatzfeier

Die Fifa hat die große WM-Gala abgesagt, doch einige Politiker wollen das nicht akzeptieren. Sie planen eine abgespeckte Alternative zur Eröffnungsshow. München und Berlin stehen bereit. Der Fußballweltverband Fifa allerdings schaltet auf stur.


Hamburg - Der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert (SPD), plädierte in der "Berliner Zeitung" für ein Eröffnungsfest in kleinerem Rahmen. Als möglichen Veranstaltungsort schlug er das Olympiastadion oder das Brandenburger Tor vor. Dies entspräche den ursprünglichen Plänen der alten Bundesregierung, sagte Danckert.

Brandenburger Tor: "Das wird vielleicht viel lustiger"
AP

Brandenburger Tor: "Das wird vielleicht viel lustiger"

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte zuvor als Alternative ein großes Eröffnungsfest auf der Fan-Meile vor dem Brandenburger Tor angeregt. Der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH, Hanns-Peter Nerger, unterstützte Wowereits Vorschlag. "Lassen Sie uns die Fanmeile mit einem tollen Fest eröffnen, das wird vielleicht viel lustiger", sagte Nerger im "RBB-Inforadio".

Nerger sieht die Absage der Gala nicht als Nachteil für die Stadt. Er sei zwar darüber auch "sauer" und "völlig überrascht". Es sei aber bereits in der Vergangenheit bekannt gewesen, dass der Absatz der Karten im Vorverkauf "mehr als schleppend" gewesen sei. Nach Ansicht von Nerger fällt der entstandene Imageschaden allein auf den Weltverband zurück und nicht auf Berlin. Die Fifa hatte die Gala-Absage gestern offiziell damit begründet, dass die Zeit zwischen der geplanten Gala am 7. Juni und dem ersten Spiel im Olympiastaddion am 13. Juni zu kurz sei, um den Rasen wiederherzustellen.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Tourismus im Bundestag, Ernst Hinsken (CSU), sprach sich in der "Passauer Neuen Presse" für eine Verlegung der Veranstaltung nach München aus. "Das Konzept müsste ein bisschen abgeschmolzen werden, dann passt es", sagte er. München habe zudem "große logistische Vorteile", da dort auch das Eröffnungsspiel in der Allianz-Arena stattfindet. "So müssen nicht Tausende von der Gala in Berlin in kürzester Frist nach München transportiert werden", sagte der CSU-Politiker.

Die Fifa erteilte einer Verlegung der geplanten Gala hingegen eine klare Absage. "Wir gehen nicht an einen anderen Ort, das ist ausgeschlossen", sagte der Fifa-Kommunikationsdirektor Markus Siegler SPIEGEL ONLINE. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatte zuvor die bayrische Landeshauptstadt als Austragungsort ins Gespräch gebracht. Siegler widersprach zugleich Berichten, wonach finanzielle Gründe zu der Absage geführt hätten. "Das stimmt nicht, die Kosten waren nicht der Grund", betonte Siegler.



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