Abschied mit Weizenbier Basler fühlt sich so "fit wie früher"

Auch ohne die Profis des 1. FC Kaiserslautern hat Mario Basler seinen offiziellen Abschied als aktiver Fußballer gefeiert. Nationalspieler wie Jürgen Kohler, Andreas Möller und Stefan Effenberg sowie Fußball-Legende Horst Eckel gaben Basler und seinem ehemaligen Teamkollegen Harry Koch im Fritz-Walter-Stadion die letzte Ehre.


Basler, Koch nach dem gemeinsamen Abschiedsspiel: "So fit wie früher als Spieler - also garnicht"
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Basler, Koch nach dem gemeinsamen Abschiedsspiel: "So fit wie früher als Spieler - also garnicht"

Kaiserslautern - Am Ende reckte Mario Basler ein Glas Weißbier in die Höhe, spülte seine Rührung mit einem kräftigen Schluck hinunter und erhob sich selbst zum Vorbild für die kommende Fußball-Generation. "Ich habe mir nie den Spaß an meinem Sport nehmen lassen. Das sollten sich einige in der heutigen Zeit zum Vorbild nehmen", erklärte Basler nach seinem Abschiedsspiel vom Profifußball in Kaiserslautern.

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Basler-Abschied: Mit Weizenbier "so fit wie früher"

Dabei hatte Basler in seiner aktiven Zeit mit seiner unbequemen Art und zuweilen laschen Einstellung nicht gerade den Idealtyp des Musterprofis verkörpert. Doch der 36-Jährige verteidigte auch beim heiter-nostalgischen Abschied vor 27.500 Fans im Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadion seine Art. "Ich habe mich nie verbiegen lassen und würde alles wieder so machen. Ich bin mit dem Verlauf meiner Karriere zufrieden", zog Basler für sich ein positives Resümee.

Meister, Pokalsieger und Europameister

Erfolg kann dem "Genie mit dem großen Mundwerk" ohnehin niemand absprechen. Mit Bayern München wurde Basler deutscher Meister, mit Werder Bremen DFB-Pokalsieger. In der Nationalmannschaft reichte es zwar nur zu 30 Einsätzen, doch 1996 feierte er mit dem Gewinn der Europameisterschaft seinen international größten Triumph - auch wenn er in England unter Berti Vogts nicht zum Einsatz kam. "Doch nur Siege waren für mich nie bedeutend. Es ging und geht immer auch darum, sich und anderen gegenüber ehrlich zu sein und die Freude nicht zu verlieren", erklärte Basler.

Die gute Laune ließ sich Basler bei seinem Abschied auch nicht von Kaiserslauterns Trainer Kurt Jara verderben, der seinen Profis für das Spiel kein grünes Licht gegeben hatte. Beim 7:6 eines All-Star-Teams gegen eine "Traum-Elf" mit alten Weggefährten wie Jürgen Kohler, Andreas Möller und Stefan Effenberg sowie Fußball-Legende Horst Eckel konnte sich Basler, der in 262 Bundesliga-Spielen für München, Bremen und den FCK 62 Tore erzielte, ebenso wie sein ehemaliger Teamkollege Harry Koch noch einmal als Schütze feiern lassen und scherzte anschließend: "Ich bin heute so fit wie früher als Spieler - also gar nicht."

Bald spielender Trainer in Regensburg?

Als Spieler will Basler trotzdem bald zurückkehren. Der Mittelfeldspieler kündigte bereits sein Comeback beim Drittligisten Jahn Regensburg an, bei dem er seit Saisonbeginn als Trainer tätig ist. "Der Vorstand wünscht es sich, und ich will dem Verein in jeder Hinsicht helfen", sagte Basler: "Ich habe ja nur gesagt, dass das heute mein Abschied vom Profi-Fußball ist. Ich werde für Regensburg noch das ein oder andere Spiel machen."

Auch aus seinem größten Wunsch machte Basler keinen Hehl - die Rückkehr auf den Betzenberg: "Es ist mein größter Traum, als Coach in Kaiserslautern zu arbeiten", erklärte Basler und versprach den FCK-Fans ein Wiedersehen.



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