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Absteiger Eintracht Daums Zeit in Frankfurt ist vorbei

Die Trainerzeit Christoph Daums bei Eintracht Frankfurt war kurz und erfolglos: Nach dem Abstieg aus der Bundesliga trennen sich die Wege von Verein und Trainer schon wieder. Daum erklärte, er sei nicht bereit, in die Zweite Liga zu gehen.

Hamburg - Nach nur 55 Tagen ist die Zeit von Christoph Daum beim Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt beendet: Daum war erst am 22. März als Nachfolger von Michael Skibbe verpflichtet worden, stieg mit der Eintracht aber nach nur drei Punkten aus sieben Spielen ohne Saisonsieg ab. Der 57-Jährige erklärte, dass er die Eintracht nicht in die Zweite Liga begleiten wird.

"Ich kann mitteilen, dass wir nach einem langen Gespräch mit Heribert Bruchhagen und reiflichen Überlegungen zu der Entscheidung gekommen sind, dass ich den Weg freimache und Eintracht Frankfurt mit einem neuen Trainer den Aufstieg in Angriff nimmt", sagte Daum. Als Misserfolg wollte er seine Zeit bei der Eintracht nicht bewertet wissen: "Ich bin in der Zeit etwas gescheiter geworden, aber nicht gescheitert", sagte Daum.

Als Coach für die kommende Saison ist unter anderem Thomas Doll im Gespräch. Zudem gilt Jan Schindelmeiser, ehemaliger Sportvorstand bei 1899 Hoffenheim, neben Dietmar Beiersdorfer als Kandidat für den Managerposten. Der Manager soll dem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen künftig zur Seite gestellt werden.

Am Montag tagt der Eintracht-Aufsichtsrat. Dessen Boss Wilhelm Bender hat im Vorfeld der Sitzung bekräftigt, dass Bruchhagen auch in Zukunft die sportlichen Geschicke bei den Hessen leiten solle - allerdings nicht mehr alleine: "Wir sind uns mit Herrn Bruchhagen einig, neben ihm einen Sportmanager zu installieren", sagte Bender. Zunächst muss im neunköpfigen Kontrollgremium aber noch für die Vertragsverlängerung von Bruchhagen gestimmt werden.

Zahlreiche Spieler vor dem Abgang

Spannend wird auch sein, mit welchen Spielern die Eintracht in die neue Saison geht. Der bisherige Kapitän Patrick Ochs wechselt für drei Millionen Euro zum VfL Wolfsburg. Keeper Ralf Fährmann hat Angebote aus England vorliegen, will aber offenbar in Frankfurt bleiben. Mittelfeldspieler Caio soll zurück in seine Heimat transferiert werden. Innenverteidiger Maik Franz soll vor einem Wechsel zu Hertha BSC Berlin stehen, will aber zunächst mit der Eintracht über seine Zukunft sprechen. "Ich will im Moment nichts überstürzen. Ich bin jetzt fast 30, und das wird mein letzter großer Vertrag. Und es gibt auch Anfragen von dem einen oder anderen Bundesligisten. Aber ich fühle mich in Frankfurt sehr wohl, deshalb ist die Eintracht auch mein erster Ansprechpartner", sagte Franz.

Halil Altintop und der Brasilianer Chris können ablösefrei gehen. Und Stürmer Theofanis Gekas, der nach 14 Treffern in der Hinserie in der Rückrunde nur noch zweimal traf, darf sich für eine festgeschriebene Ablösesumme in unbekannter Höhe einen neuen Club suchen. "Dieser Verein ist stark aufgestellt und hat genügend Substanz, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen", sagte Bruchhagen, der auch an den direkten Wiederaufsteig 2004 unter Willi Reimann erinnerte: "Da ist uns die Rückkehr mit einer schwächeren Mannschaft gelungen."

aha/sid/dpa