Serie A Berlusconi verkauft AC Mailand an chinesischen Investor

Eine Ära geht zu Ende: Der AC Mailand wird an eine chinesische Investorengruppe verkauft. Präsident Silvio Berlusconi zieht sich nach 30 Jahren zurück.

Silvio Berlusconi
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Silvio Berlusconi


Beim AC Mailand geht die 30-jährige Zeit von Silvio Berlusconi als Vereinspräsident zu Ende. Der ehemalige italienische Premier einigte sich mit einem chinesischen Konsortium auf den Verkauf seines kompletten Aktienpakets, teilte Berlusconis Fernsehholding Fininvest mit.

Bereits seit Jahren war Berlusconi auf der Suche nach Investoren für seinen Verein, dessen große Erfolge lange zurückliegen. Der bislang letzte Triumph in der Champions League gelang in der Saison 2006/2007. Italienischer Meister wurde das Team zuletzt im Jahr 2011. Mit den Geldern des neuen Klub-Eigners soll unter anderem die Mannschaft verstärkt werden. Das Konsortium verpflichtete sich in den nächsten drei Jahren zu Investitionen in Höhe von 350 Millionen Euro in den Klub.

Der Geldgeber Sino-Europe Investment Management Changxing, an dem sich auch der chinesische Staatsfonds Haixia Capital beteiligt, bewertete Mailand mit einem Wert von 740 Millionen Euro. Dabei wurden auch die Schulden in Höhe von 220 Millionen Euro berücksichtigt, die den Verein aus Norditalien belasten.

Mit dem Verkauf an chinesische Investoren wandelt Berlusconi auf den Spuren des Stadtrivalen Inter. Dieser war Anfang Juni vom chinesischen Konzern Suning übernommen worden.

Im vergangenen Herbst war ein geplanter Deal mit dem thailändischen Investor Bee Taechaubol geplatzt. Berlusconi hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass sich seine TV-Gruppe den Klub nicht mehr leisten könne, dass er aber als Aktionär weiter im Verein das Sagen haben wolle.

Nach einer Herzoperation, der er sich im Juni unterzogen hatte, entschloss sich der 79-Jährige schließlich zur kompletten Trennung vom Verein.

jan/dpa/sid



insgesamt 7 Beiträge
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kodu 05.08.2016
1. Schade um den Fußball ...!
Diese Meldung ist natürlich nicht spektakulär, sie erinnert mich aber daran, was für ein unglaublicher aufgesetzter, künstlicher und gesichts- und herzloser Mist der (Spitzen)Fußball geworden ist. Vielleicht bin ich schon zu alt, aber ich habe inzwischen wirklich keine Lust mehr, mir dieses Theater anzukucken, und gehe jetzt eher mal zu "meinem Verein" um die Ecke, die spielen ind Verbandsliga auch 4-2, und daß die Stürmer die 100 Meter in knapp 12 statt 10,5 Sekunden laufen, fällt überhaupt nicht auf. Ich brauche keine Champions League oder Mannschaften die anstatt einer lebendigen Geschichte einen fettgefressenen fußballfernen Großinvestor in der Hinterhand haben. Dieses System wird implodieren.
Dengar 05.08.2016
2. Nord-Süd-Zange
Wenn auch der Ausverkauf der Serie A weitergeht, werden spektakuläre Millionendeals jenseits der 100 Mios bei Spielertransfers nicht die Ausnahme, sondern die Regel werden. Die Folgen für die BL sind gar nicht absehbar, nachdem nach ddn Russen und den Scheichs jetzt auch die Chinesen den europäischen Fußball als Spielzeug entdeckt haben. Nur soviel: Mit Sport wird das Ganze dann nicht mehr viel zu tun haben.
karlsiegfried 05.08.2016
3. Wie wäre es denn,
wenn auch Griechenland an einen chinesichen Invetrsor verkauft werden würde? Dann wäre die EU mit einem Schlag dasProblem mit dem Grexit vom Hals.
behemoth1 05.08.2016
4. Berlusconi
Mit dem Verkauf kommt Herr Berluscoi endlich wieder zu Geld und könnte so endlich mal seiner Steuern dem Land Italien zahlen, denn bisher hatte er es doch immer herunterrechnen können und Italien fehlen seinen Steuerschulden, so dass sie schon wieder finanzilell kritisch dastehen.
hirlix 05.08.2016
5. Zeit für financial fairplay
und zwar nicht so wischiwaschi sondern richtig knall hart. Man darf nicht wesentlich mehr ausgeben, als man regulär einnimmt. Dazu noch Klauseln, die dafür sorgen, dass nicht über Sponsorenmodelle die Milliarden trotzdem fliessen. Ist alles Wunschdenken, aber was solls.
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