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25. Februar 2015, 12:33 Uhr

Stadionkatastrophe in Kairo

Ägypten will Rückrunde ohne Zuschauer austragen

Das Sicherheitsrisiko ist zu groß: Die ägyptische Regierung hat beschlossen, dass in dieser Saison keine Fans mehr zu Ligaspielen ins Stadion dürfen. Bei gewaltsamen Krawallen waren mindestens 20 Personen gestorben.

Hamburg - Es ist ein drastischer Schritt. Nach den schweren Ausschreitungen bei einem Erstligaspiel in Ägypten Anfang Februar will das ägyptische Innenministerium die Rückrunde der Liga ohne Zuschauer fortsetzen. Eine gemeinsame Kommission aus Innen- und Sportministerium sowie des ägyptischen Fußballverbands solle die Rückkehr in den Spielalltag organisieren, berichtete das ägyptische Staatsfernsehen.

Vor Beginn eines Kairoer Derbys war es vor knapp drei Wochen zu Zusammenstößen zwischen Ultras und Sicherheitskräften gekommen. Mindestens 20 Menschen kamen nach offiziellen Angaben ums Leben. Behörden hatten daraufhin die erste Liga für eine Trauerphase von 40 Tagen ausgesetzt. Die Spiele können demnach frühestens nach dem 20. März fortgesetzt werden.

Bei den bislang schwersten Ausschreitungen im ägyptischen Fußball starben Anfang 2012 in Port Said 74 Menschen. Daraufhin war ein Zuschauerverbot für alle Erstligaspiele durchgesetzt worden. Das Verbot war erstmals wieder im vergangenen Dezember gelockert worden.

psk/dpa

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