Ärger in Cottbus Zweitliga-Profi will sich zur WM streiken

Der Streit zwischen Fußball-Zweitligist Energie Cottbus und dem marokkanischen Nationalspieler Youssef Mokhtari droht zu eskalieren. Der 26-Jährige will trotz Vertrages bis 2007 mit sofortiger Wirkung in die Erste Bundesliga wechseln und für eine Teilnahme an der WM 2006 in Deutschland sogar in einen Streik treten.


Marokkaner Mokhtari (l.): Unbedingt in die Bundesliga
DPA

Marokkaner Mokhtari (l.): Unbedingt in die Bundesliga

Cottbus - "Darauf würde es hinauslaufen, wenn ich nicht gehen kann. Ich bin es leid, Spielball des Vereins zu sein und will unbedingt so schnell wie möglich in die Bundesliga wechseln", sagte Mokhtari zu einem möglichen Streik. Das Verhältnis zwischen dem Mittelfeldspieler und Energie ist seit dem Zweitliga-Auftakt am Samstag völlig gestört.

Nachdem Mokhtari nach wochenlangem Transfer-Theater keine Freigabe für einen Wechsel in die Bundesliga erhalten hatte, meldete er sich drei Stunden vor Beginn der Auftakt-Partie gegen Eintracht Braunschweig (2:1) beim Trainerstab ab. "Mir geht es derzeit richtig dreckig. Am Samstag konnte ich mich mental einfach nicht auf das Spiel einstellen. Psychisch stand ich wegen des ganzen Hickhacks völlig neben mir. Ich hätte der Mannschaft nicht helfen können", so Mokhtari. Präsident Stein erklärte den Profi am vergangenen Freitag auf der Jahreshauptversammlung trotz drückender Schuldenlast von geschätzten 5,5 Millionen Euro erneut für "unverkäuflich".

Dem Marokkaner liegt nach eigenen Angaben ein unterschriftsreifes Angebot von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln vor. Auch Eintracht Frankfurt soll an ihm interessiert sein. Die Kölner haben inzwischen von einer Verpflichtung allerdings Abstand genommen. "Das Thema hat sich für uns erledigt", bestätigte Kölns Manager Andreas Rettig der "Lausitzer Rundschau".

Ex-Präsident Dieter Krein, der im Mai zurückgetreten war, hatte Mokhtari noch die Freigabe versprochen, da die Marokkaner in der Qualifikation für die WM 2006 vor Afrika-Cup-Sieger Tunesien noch aussichtsreich im Rennen liegen und Nationalcoach Badou Zaki nur Spieler nominieren will, die in Erstliga-Clubs aktiv sind.

Noch gehört Mokhtari zwar zum Stammpersonal der Marokkaner, dennoch fürchtet der seit 24 Jahren in Deutschland lebende Profi aufgrund der Probleme in Cottbus um die WM-Teilnahme: "Es ist mein großes Ziel, mit Marokko an der Fußball-WM in Deutschland teilzunehmen. Dafür werde ich alle Register ziehen." In bislang 16 Länderspielen erzielte Mokhtari 8 Tore.



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