Ärger in der ARD TV-Kommentator Rubenbauer hört auf

Man nennt ihn "Rubi", wenn er spricht, dann immer mit starkem bayerischem Akzent, er ist eine ARD-Ikone. Nun tritt eines der letzten Originale im deutschen Fernsehen vergrätzt von der großen Bühne ab. Gerd Rubenbauer ist verärgert, weil ihn sein Sender nur noch bedingt als wm-tauglich einstuft.


Hamburg – "Ich bin von allen Kommentatoren-Aufgaben zurückgetreten. Leichtathletik, Wintersport, Fußball", sagte Rubenbauer der "Bild"-Zeitung. Damit zieht der 57-Jährige die Konsequenzen aus einem seit Wochen schwelenden Streit innerhalb der ARD, über den SPIEGEL ONLINE bereits gestern berichtet hatte. Denn beim Sender wird Reinhold Beckmann (50) als Kommentator für das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft (9. Juni bis 9. Juli) bevorzugt.

Kommentator Rubenbauer: Schlechte Umfragewerte
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Kommentator Rubenbauer: Schlechte Umfragewerte

Dabei ist die Personalentscheidung nur folgerichtig, denn in vielen Zuschauer-Umfragen lag Beckmann vor Rubenbauer. "Bild" zitiert die TV-Zeitschrift "Gong", deren Leser sich zu 43 Prozent für Beckmann aussprachen, Rubenbauer bekam nur 18 Prozent. In einer Umfrage der "Bild am Sonntag" vom 19. Februar sei ein ähnlicher Wert ermittelt worden, so die "Bild"-Zeitung.

Rubenbauer ist aber vor allem über die ARD verärgert. "Ich habe bis Montag gewartet, dass mich WM-Teamchef Heribert Faßbender anruft, wie er es mit Beckmann gemacht hat. Aber als kein Anruf kam, habe ich den Entschluss gefasst, zurückzutreten", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Ob der TV-Mann seine Fernsehkarriere komplett beendet, ist noch unklar. Zwar sprach er von der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Turin als "schönes Ende meiner Arbeit bei der ARD". Denkbar ist allerdings, dass er weiter seinem Heimatsender Bayerischer Rundfunk erhalten bleibt. Rubenbauer wirkte nicht nur als Sportreporter, sondern moderierte auch eine Zeit lang die Witzeshow "Gaudimax".

sge



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