Afrika-Cup Pfister trifft im Finale auf Ägypten

Der deutsche Trainer Otto Pfister steht mit der Nationalmannschaft von Kamerun dicht vor dem Sieg beim Afrika-Cup. Im Halbfinale setzte Pfisters Team glücklich gegen Gastgeber Ghana durch. Finalgegner ist Ägypten, das sich gegen die Elfenbeinküste durchsetzte.


Accra - Durch einen 1:0 (0:0)-Sieg im Halbfinale gegen Gastgeber Ghana hat die kamerunische Fußball-Nationalmannschaft zum sechsten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs das Endspiel erreicht. Dort trifft das Team am Sonntag um 18 Uhr auf Titelverteidiger Ägypten, der die Elfenbeinküste 4:1 besiegte.

Kamerun-Stürmer Eto'o: Vorlage zum Siegtor gegeben
AFP

Kamerun-Stürmer Eto'o: Vorlage zum Siegtor gegeben

Der eingewechselte Alain Nkong erzielte in der 71. Minute im Djan-Ohene-Stadion in Ghanas Hauptstadt Accra den Siegtreffer für den viermaligen Titelträger Kamerun. Für Ghana, das im Viertelfinale noch die von Berti Vogts trainierte Auswahl Nigerias ausgeschaltet hatte, endete damit der Traum vom Triumph im eigenen Lande. Im Finale muss Kamerun aber auf Verteidiger Andre Bikey verzichten. Der Verteidiger sah in der Schlussminute die Rote Karte, nachdem er einen Ordner tätlich angegriffen hatte.

"Der Sieg ist sehr wichtig für die Leute in Kamerun, vom Präsidenten angefangen bis zum kleinen Jungen auf der Straße", sagte Pfister. Für den 70-Jährigen Coach, der bereits in zehn afrikanischen Ländern tätig war, bietet sich zum zweiten Mal die Chance, den Afrika-Cup zu gewinnen. Bereits 1992 hatte er - damals als Trainer Ghanas - im Endspiel gestanden, allerdings mit 10:11 im Elfmeterschießen gegen die Elfenbeinküste den Titel knapp verpasst.

Die Zuschauer sahen gestern eine über weite Strecken niveauarme Partie ohne große Höhepunkte. Beide Mannschaften agierten sehr zurückhaltend und waren vor allem darauf bedacht, kein Gegentor zu kassieren. Im ersten Durchgang besaßen noch die Kameruner, bei denen der Hamburger Timothee Atouba und Mohamadou Idrissou vom MSV Duisburg in der Startformation standen, die besseren Möglichkeiten. Doch in der 8. Minute entschärfte der Ghanas Verteidiger Hans Sarpei, der bei Bayer Leverkusen unter Vertrag steht, einen Schuss von Achille Emana kurz vor der Torlinie. Eine halbe Stunde später setzte Kameruns Geremi einen Freistoß aus 25 Metern ans Lattenkreuz.

Bei Ghana hatte zuvor Eric Addo die Chance zur Führung, doch der Akteur des PSV Eindhoven unterlief in aussichtsreicher Position eine Flanke von Sulley Muntari (5.). Im zweiten Durchgang erhöhte Ghana den Druck, drängte auf den Führungstreffer und wurde kalt erwischt. Nach einem feinen Pass von Barcelonas Samuel Eto'o war Nkong frei durch und ließ Ghana-Keeper Richard Kingson keine Chance. "Ich habe schon viele schöne Momente in meiner Karriere erlebt. Dies ist sicher einer davon", sagte Pfister nach Ende der Partie.

Für Ägypten machten Ahmed Fathi (12.), zweimal Amr Zaki (62. und 67.) sowie Mohamed Aboutrika (90.) den Sieg perfekt. Die Ivorer, die über weite Strecken das Spiel bestimmten, konnten durch Abdelkader Keita (63.) nur noch zwischenzeitlich verkürzen und müssen damit weiter auf ihren zweiten Titel seit 1992 warten.

all/fsc/sid/dpa

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