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Ailton-Revanche "Rangnick hat mich fertig gemacht"

Ailton sorgt weiter für Wirbel. Drei Tage nach dem Transfer zum türkischen Verein Besiktas Istanbul wettert der Stürmer gegen seinen Ex-Club Schalke 04. Spezielles Ziel seiner Angiffe: Trainer Ralf Rangnick. An ihm lässt Ailton kein gutes Haar. Rangnick hingegen weist die Vorwürfe zurück.

Istanbul - "Rangnick hat mich fertig gemacht. Bestrafte mich wie ein Schulkind und setzte mich auf die Bank. Er wollte mich erziehen. Aber ich bin alt genug. Ich habe die Probleme mit ihm heruntergeschluckt. Habe geweint, konnte nicht mehr lachen", rechnete Ailton mit seinem ehemaligen Trainer in der "Bild"-Zeitung ab.

Sein zerrüttetes Verhältnis zu Rangnick sei der eigentliche Grund für den Blitztransfer zu Besiktas gewesen. "Rangnick hat mich immer benutzt, um von eigenen Problemen abzulenken. Für alles musste ich den Kopf hinhalten. Ich war immer der Dumme", kritisierte der Torjäger.

Der 32-Jährige war gestern in die Türkei gereist, um einen Zweijahresvertrag plus Option bei Besiktas Istanbul zu unterzeichnen. Nach seiner Unterschrift wirkte Ailton erleichtert: "Ich fühle mich heute das erste Mal wie ein freier Mensch. Ich muss mich nicht mehr verstellen, um anderen zu gefallen."

Die Vermutungen von Schalker-Manager Rudi Assauer über finanzielle Engpässe Ailtons dementierte der Angreifer. "Das ist doch Quatsch. Mein ganzes Geld investiere ich in meine Familie. Das einzige Problem ist, dass ich zu großzügig bin. Ich füttere mein ganzes Heimatdorf Mogeiro durch. Dabei verliert man leicht den Überblick", betonte der Torjäger.

Schalke-Trainer Ralf Rangnick wies indes die Vorwürfe des Brasilianers zurück: "So viel Sonderbehandlung, Zeit, Verständnis und Einfühlungsvermögen wie für diesen Spieler habe ich in meiner gesamten Trainer-Laufbahn noch für keinen Spieler aufgebracht", erklärte der Coach gegenüber "Sport1". Auch Schalkes Teammanager Andreas Müller kann die Attacken des früheren Bundesliga-Torschützenkönigs nicht nachvollziehen. "Wenn er nur etwas klarer im Kopf gewesen wäre, dann hätte er drei gute Jahre bei uns haben können", so Müller.

Ailtons neuer Arbeitgeber gab unterdessen die offiziellen Zahlen des Transfers bekannt. Demnach kassiert Schalke eine Ablöse von 3 Millionen Euro. Ailton erhält im ersten Jahr 1,48 Millionen Euro netto. Im zweiten Jahr soll das Grundgehalt 1,25 Millionen Euro betragen. Besiktas-Trainer Riza Calimbay freut sich schon auf Ailton: "Er wird uns nützlich sein."