Schweizer Sieg gegen Albanien Nehmt Abschied, Brüder

Albanien gegen Schweiz, das war auch Xhaka gegen Xhaka. Ein familienfreundliches Remis wäre für den Außenseiter möglich gewesen - der Torwart und die schlechte Chancenverwertung verhinderten die Sensation.

Albaniens Thaulant Xhaka (l.) und sein Bruder Granit
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Albaniens Thaulant Xhaka (l.) und sein Bruder Granit

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Ausgangslage: Albanien ist einer der großen Außenseiter dieser auf 24 Teams aufgeblähten Europameisterschaft. Erste EM-Teilnahme überhaupt, nur sieben erzielte Tore in der Qualifikation, die auch dank einer Drohne in Serbien geschafft wurde. Trainer Giovanni de Biasi baut auf eine insgesamt gut funktionierende Defensivtaktik. Auf der anderen Seite die favorisierten Schweizer, auch weil Trainer Vladimir Petkovic sieben Bundesligaprofis in die Startelf stellte.

Startaufstellungen
Albanien: Berisha - Hysaj, Cana, Mavraj, Agolli - Abrashi, Kukeli, T. Xhaka - Roshi, Sadiku, Lenjani.
Schweiz: Sommer - Lichtsteiner, Schär, Djourou, Rodríguez - Behrami, Xhaka - Shaqiri, Dzemaili, Mehmedi - Seferovic.

Ergebnis: Der Schweiz gelang mit dem 1:0-Sieg der perfekte Start - sie kann aber nur mit den drei Punkten zufrieden sein.

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Schweiz vs. Albanien O: Bruderduell, Blitztor und Platzverweis

Bruderduell: "Wer in einer ähnlichen Situation behauptet, das wäre kein spezielles Spiel, der lügt", sagte Granit Xhaka vor dem Duell gegen seinen Bruder Thaulant. "90 Minuten werden wir das Brüder-Sein professionell ausblenden." Damit setzte der zum FC Arsenal wechselnde Mittelfeldspieler die Agenda der Partie. Denn nicht nur die Xhakas kennen sich bestens, auch andere Profis beider Mannschaften mit albanischen bzw. kosovarischen Wurzeln sind eng befreundet. Von professioneller Ausblendung war auf der Tribüne dagegen nichts zu hören, die albanischen Fans pfiffen die "abtrünnigen" Valon Behrami, Xherdan Shaqiri und Xhaka bei jeder Ballberührung aus.

Die erste Halbzeit: Bei ihrer insgesamt erst vierten EM-Teilnahme erzielten die Schweizer das frühste Tor ihrer EM-Historie. Der Hoffenheimer Fabian Schär köpfte in der fünften Minute ins albanische Tor. Dieser Treffer tat dem Spiel aber nicht gut, denn die "Nati" ruhte sich über weite Strecke auf dem 1:0 aus. Die Schweizer wurden sogar so passiv, dass Albanien durch Armando Sadiku eine Riesenchance zum Ausgleich bekam. Der Favorit fand erst wieder ins Spiel, als Albaniens Innenverteidiger Lorik Cana nach einem Handspiel mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde (36. Minute). Blerim Dzemaili (38./41) und Haris Seferovic (43.) hätten bei ihren Großchancen die kurzzeitig unsortierte Abwehr der Skipetaren bestrafen müssen.

Torwartproblem: Schlechtester Spieler auf dem Platz war im ersten Durchgang der albanische Torwart. Etrit Berisha ermöglichte Schärs Tor mit einem viel zu zögerlichen Herauslaufen bei einem Eckball von Shaqiri. Und warum der Ersatzkeeper von Lazio Rom bei Dzemailis Freistoß im Anschluss an Canas Platzverweis hinter der Mauer und nicht im Torwarteck stand (38.), bleibt ein Rätsel dieser EM. Der Pfosten rettete Berisha in diesem Moment.

Die zweite Halbzeit: Albanien stellte auf ein 4-4-1 um und fand so die defensive Sicherheit wieder. Von einer Unterzahl war nur wenig zu spüren, es gab Torchancen auf beiden Seiten. Die Schweizer offenbarten in der Abwehr wiederholt unverständlich große Lücken, Sadiku (77.) und der eingewechselte Shkelzen Gashi (87.) hätten den Ausgleich erzielen müssen. Aber im Schweizer Tor stand eben nicht Berisha, sondern der Gladbacher Yann Sommer - das war der große Unterschied an diesem Nachmittag.

Xhaka-Watch: Der deutlich bekanntere Granit durfte 90 Minuten spielen, überzeugte dabei mit seiner Präsenz im Mittelfeld, konnte die vielen Löcher aber nicht allein stopfen. Für Bruder Thaulant war das Spiel nach 62 Minuten beendet, seine überragende Passquote (100 Prozent) schützte ihn nicht vor der Auswechslung.

Erkenntnis des Spiels: Beide Teams wurden ihrer vorher zugedachten Rolle nicht gerecht. Albanien war offensiv überraschend präsent, während die "Nati" in der Abwehr unkonzentriert und im Angriff über weite Strecken zu passiv wirkte. Das Achtelfinale ist für die Schweiz wahrscheinlich und auch für die Skipitaren noch möglich - viel weiter dürfte es aber für keinen der beiden Xhaka-Brüder gehen.

insgesamt 2 Beiträge
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hm2013_3 11.06.2016
1. ich kann nur sagen
wetten ist gut und aufregend, ich hab bisher zwei Wetten gewonnen,gestern mit Frankreich und heute mit der Schweiz. Ich werde morgen auf Deutschland setzen.
Konrad Hunkeler 11.06.2016
2. wie immer
grenzenlose deutsche überheblichkeit
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